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Rheinland-Pfalz: Rheinbreitbach / Taunus / Dernbach / Siegerland


Bad Ems, Lahnstein, Braubach
Bad Ems – Braubach
Friedrichssegen
Eifel

Eifel
Hunsrück

Hunsrück


Saar-Nahe-Becken

 

Rheinbreitbach


Auf der Ostseite des Rheins liegt an der Landesgrenze zu Nordrhein-Westfalen Rheinbreitbach mit den alten Gruben und der Schlackenhalde Virneberg. Dieser Ort war die erste bekannte Fundstelle und Typlokalität für den Pseudomalachit, der nicht mit dem Malachit verwechselt werden darf. Es kommen typische Schlacken- oder Sekundärminerale wie Brochantit, Cuprit, Jarosit oder Posnjakit vor. Die Minerale sind nicht immer eindeutig bestimmbar, da es viele Durchmischungen gibt. Die Micromountsammler suchten zum Beispiel auch Aurichalcit, Azurit, Caledonit, Chalkotrichit, Connelit, Corkit, Devillin, Hydroxylapatit, Langit, Linarit, Olivenit, Rhodochrosit, Serpierit oder Sphalerit, der mit Quarz und Zinkmineralen wie Hemimorphit oder Smithsonit vergesellschaftet sein kann. Eine Rarität ist der Faustit, der apfelgrüne Kugeln bildet.



Azurit
Rheinbreitbach

Brochantit
Rheinbreitbach

Cuprit
Rheinbreitbach

Jarosit
Rheinbreitbach

Posnjakit
Rheinbreitbach

Pseudomalachit
TL Rheinbreitbach

Quarz, Sphalerit, ?
Rheinbreitbach



Taunus (Rheinland-Pfalz)


Der nordwestliche Zipfel des Taunus befindet sich in Rheinland-Pfalz. Bad Ems liegt am nördlichen Rand, exakt auf der Grenze zwischen Taunus und Westerwald. Der restliche Teil des Taunus zählt zum Bundesland Hessen. Alte Funde aus dem Diabassteinbruch Steinsberg im Rupbachtal sind oft nur mit „Rupbach“ bezeichnet. Neben zahlreichen Fossilien wurden im Steinbruch verschiedene Minerale gefunden. Das Feldspatmineral Albit bildet klare bis weiße Kristalle. Der Pyrit ist oft mit Calcit kombiniert. Auch der milchig schimmernde, leicht bläuliche Hyalith als Varietät des Opals ist anzutreffen. Als Spezialität kommt der Stilpnomelan in dunkelbraunen bis schwarzen, blättrigen Kristallen vor. Aus dem heute nicht mehr betriebenen Steinbruck Beck bei Miehlen kam früher schöner Quarz in verschiedenen Wachstumsformen.



Albit

Rupbachtal

Hyalith

Rupbachtal

Pyrit, Calcit

Rupbachtal

Stilpnomelan

Rupbachtal

Quarz

Miehlen

Quarz

Miehlen

Quarz

Miehlen


Südlich von Limburg an der Lahn liegt Hahnstätten. Der aktive und bewachte Steinbruch Schaefer der Firma Schaefer Kalk führt Calcit und Dolomit, die beide in kristallisierter Form vorkommen. Der Dolomit kann recht brüchig sein, so dass sich die darauf sitzenden Calcitkristalle loslösen. Typisch sind verzerrte, rhomboedrische Formen mit Verwachsungen oder gelbliche Skalenoeder, die meistens trüb sind, und selten auch ganz klar sein können.



Calcit auf Dolomit

Stbr. Schaefer

Calcit

Stbr. Schaefer

Calcit

Stbr. Schaefer



Dernbach im Westerwald


Der Westerwald grenzt an den nördlichen Taunus, die Lahn unterteilt die beiden Mittelgebirge. Die heute überwachsende Grube Schöne Aussicht bei Dernbach ist bekannt für seltene Silberhalogenide. Dernbach liegt ein paar Kilometer nordwestlich von Montabaur. Die farblosen Kristalle des Silberiodids Iodargyrit AgI verfärben sich aufgrund der Bildung von Iod am Licht oder an der Luft gelblich. Die hexagonalen Kristalle können fast klar sein, während der kubisch kristallisierende Bromargyrit AgBr weniger transparent erscheint und eher krustige Aggregate bildet, selten sind gut ausgebildete Kristalle. Auch der Chlorargyrit AgCl kristallisiert nach dem kubischen System, er zeigt Würfel und Oktaeder oder die Kombination beider Formen. „Iodobromit“ ist eine Varietät des Chlorargyrits, die neben den Chlorid- auch Iodid- und Bromid-Ionen enthält. Der Perroudit kommt in roten Nadeln vor. Die Grube ist Typlokalität für den extrem seltenen Hanauerit AgHgSI. Die Kristalle der Bleiminerale Corkit oder Hinsdalit sind in Dernsbach hervorragend ausgebildet. Der Corkit kommt skalenoedrisch und pseudokubisch vor. Der Pyromorphit erscheint braun, hellbgelb oder weiß. Er kann durch Pseudomorphose zu Corkit oder zu Hinsdalit umgewandelt sein. Der Hämatit tritt als kugelig-nieriger „Glaskopf“ auf, der oft mit iridisierendem Goethit vergesellschaftet ist. Der „Braune Glaskopf“ ist eine Varietät des Limonits. Weitere Minerale sind zum Beispiel Anglesit, Beudantit, Cerussit, Karminit, Mimetesit, Pharmakosiderit, Plumbogummit, Pyrit, Pyrolusit, Silber und Skorodit.



Bromargyrit

Dernbach

Corkit

Dernbach

Corkit

Dernbach

Corkit

Dernbach

Goethit

Dernbach

Hinsdalit, Corkit nach
Pyromorphit
  Dernbach

Hinsdalit

Dernbach

Hinsdalit

Dernbach

Hinsdalit auf Glaskopf

Dernbach

Glaskopf, Hinsdalit

Dernbach

Iodargyrit

Dernbach

Iodargyrit

Dernbach

Iodargyrit

Dernbach

Iodargyrit

Dernbach

Iodobromit

Dernbach

Perroudit

 Dernbach

Pyromorphit, Glaskopf

 Dernbach

Pyromorphit

 Dernbach



Siegerland


Ganz im Norden von Rheinland-Pfalz liegt das Siegerland. Aus der Grube Wolf bei Herdorf stammt Deutschlands schönster Rhodochrosit. Die Grube ist nur eine von vielen der ehemaligen Bergwerke im Hellertal. Früher wurden Silber- und Blei- und Eisenerze gefördert. Der Rhodochrosit findet sich auf Limonit oder Quarz. Auch verschiedene Kupferminerale wie Cuprit, Chalkanthit oder Malachit kommen vor. Ganz in der Nähe – etwas weiter südlich – liegt der Basaltsteinbruch Mahlscheid. Die gelben, kugeligen Calcite wurden früher für Aragonite gehalten.



Rhodochrosit

Grube Wolf

Rhodochrosit

Grube Wolf

Rhodochrosit

Grube Wolf
Calcit
Calcit

Mahlscheid



Hinweis: Es werden nicht alle Minerale einer Fundstelle oder einer Region aufgezählt, sondern nur die bekanntesten.



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