Chalkopyrit, Kupferkies
engl. Chalcopyrite
Nach dem griechischen Wort chalkos („Kupfermünze“)
Formel
Stoffgruppe
Farbe

Strich
Glanz
Transparenz
Härte (Mohs)
Dichte
Spaltbarkeit
Bruch

Kristallsystem
Kristallklasse
CuFeS2
Sulfide
messinggelb, bunt oder schwarz angelaufen
grünlich schwarz
Metallglanz
undurchsichtig
3,5 – 4
4,1 – 4,3 g/cm³
undeutlich
uneben

tetragonal
tetragonal-skalenoedrisch
ChalkopyritLupe
Eigenschaften
Pseudomorphosen
Kristallformen
Geschichte
Vorkommen
Verwendung
Beschreibung

Chalkopyrit, Ballard Mine, Kansas
Lupe
Disphenoide epitaktisch auf Sphalerit, Ballard Mine
Chalkopyrit aus Herja
Lupe
Chalkopyrit aus Herja: frische Bruchflächen
Dolomit auf Chalkopyrit
Lupe
Chalkopyrit aus Becke-Oese in Deutschland
Chalkopyrit in Quarz aus Gondo im Schweizer Wallis
Lupe
Chalkopyrit in Quarz aus Gondo im Wallis
Dolomit auf Chalkopyrit
Lupe
Dolomit auf Chalkopyrit aus Herja in Rumänien
Calcit auf Chalkopyrit
Lupe
Calcit auf Chalkopyrit, Sweetwater Mine, USA
Chalkopyrit aus der Grube Clara
Lupe
Chalkopyrit aus der Grube Clara im Schwarzwald
Eigenschaften

Der Chalkopyrit ist ein messinggelbes Kupfer-Eisen-Mineral, das dem Pyrit ähnelt. Die Kristalle laufen im Gegensatz zum Pyrit aber gerne bunt an, und das Mineral ist weniger hart. Typisch sind die tetraederförmigen Kristalle. Chalkopyrit ist gegen Salzsäure beständig, zersetzt sich aber in Salpetersäure unter Ausfällung von Schwefel. Er schmilzt vor dem Lötrohr zu einem schwarzen, magnetischen Kügelchen und wird rissig. Beim Erhitzen im Reagenzglas entweicht Schwefeldampf, der an der Reagenzglaswand resublimiert.


Pseudomorphosen

Durch Verwitterung kann sich Chalkopyrit in Limonit und eine Mixtur aus anderen Kupfererzen wie Azurit, Malachit, Cuprit oder Covellin umwandeln. Chalkopyrit tritt pseudomorph nach Bleiglanz auf.


Kristallformen und Wachstum

Der Chalkopyrit kristallisiert im tetragonalen System, die Kristalle werden aus Basispinakoiden, Prismen, Disphenoiden oder Skalenoedern gebildet. Charakteristisch ist das tetragonale Disphenoid, das eine tetraedrische Form hat. Häufig ist dieses mit dem tetragonalen Skalenoeder kombiniert. Pseudooktaedrische Kristalle kommen vor. Die Kanten sind oft geknickt und die Kristalle stark verzerrt. Gut ausgeprägte Kristalle sind selten. Es treten Kontaktzwillinge und Durchdringungszwillinge auf. Man findet den Chalkopyrit auch derb, feinkörnig, traubig, nierig oder stalaktitisch.

Chalkopyrit ist häufig mit anderen Mineralien wie Bleiglanz, Buntkupferkies, Covellin, Pentlandit, Pyrit, Pyrrhotin, Quarz oder Sphalerit vergesellschaftet. Er wächst gerne auch auf Baryt. Manchmal bildet er die Basis für Calcit- oder Dolomitkristalle.


Geschichte

Der deutsche Mineraloge und Chemiker Johann Friedrich Henkel (1678–1744) beschrieb 1725 als erster den Chalkopyrit auf wissenschaftlicher Basis. Er leitete den Namen von dem griechischen Wort chalkos („Kupfermünze“) ab, was so viel bedeutet wie „Kupfer-Pyrit“. Kupferkies ist eine alte bergmännische Bezeichnung für das Kupfererz. Unter dem Begriff „Kies“ fasste man früher alle harten Schwefel-, Antimon- und Arsenerze zusammen. Georgius Agricola (1494–1555) verwendete den Begriff Kies 1550 in seinem bekannten Werk De Re Metallica zum Beispiel beim Rösten der Erze.

Beim Schweizer Dorf Gondo am Simplonpass im Wallis liegen die alten Goldminen, die heute ein Besucherbergwerk sind. Ihre Blütezeit erlebten die Minen im 17. Jahrhundert unter dem Schweizer Unternehmer und Politiker Kaspar Stockalper (1609–1691), der in Brig sein Imperium aufbaute. 1678 wurde Stockalpers Vermögen von seinen politischen Gegnern beschlagnahmt, und er musste nach Domodossola fliehen. Erst fünf Jahre später konnte er nach Brig zurückkehren. Das Stockalperschloss in Brig zeugt noch heute vom Reichtum der Familie. Das Gold im Bergwerk Gondo ist im Chalkopyrit enthalten, der sich in Adern durch die Quarzgänge zieht. Pro Tonne Gestein sind sechs Gramm Gold enthalten. Dieses Vorkommen reichte aber nicht aus, um langfristig wirtschaftlich arbeiten zu können, so dass der Betrieb 1897 endgültig eingestellt wurde.


Vorkommen

Chalkopyrit ist weltweit verbreitet. In Deutschland kommen Stufen für Sammlungen zum Beispiel aus Becke-Oese oder vom Freiberg in Sachsen. Die Chalkopyrite aus der Grube Clara im Nordschwarzwald sind eher für Micromounter interessant. Schöne Mineralienstufen sind auch aus dem russischen Dalnegorsk, aus Herja in Rumänien, aus Falun in Schweden oder aus Kasachstan bekannt. Die speziellsten Chalkopyrite stammen aus der Ballard Mine oder der Swalley Mine in Baxter Springs im US-amerikanischen Bundesstaat Kansas. Dort wachsen die Chalkopyritkristalle als Disphenoid epitaxisch auf Sphalerit. Die berühmten Calcite von der Sweetwater Mine in Missouri sind manchmal mit Chalkopyrit vergesellschaftet.

Bedeutende Förderländer für das Kupfererz sind Chile, China, Peru, die USA (Arizona, Montana, Utah und New Mexico), Australien, Congo, Kanada, Zambia, Russland und Mexiko.


Verwendung

Der Chalkopyrit ist aufgrund seiner weiten Verbreitung zusammen mit dem Chalkosin das bedeutendste Erz zur Gewinnung von Kupfer. Wegen seinem Goldgehalt ist er je nach Lokalität auch für die Goldgewinnung interessant.


Chalkopyrit aus der Grube Hilfe Gottes in Bad Grund, Harz

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