Magnetit, Magneteisenerz
engl. Magnetite
Nach dem Hirten Magnes aus der griechischen Sage oder nach der Landschaft Magnesia
Formel
Stoffgruppe
Farbe
Strich
Glanz
Transparenz
Härte (Mohs)
Dichte
Spaltbarkeit
Bruch

Kristallsystem
Kristallklasse
(Fe3+,Fe2+)Fe3+O4
Oxide
schwarz metallisch, bräunlich
schwarz
Metallglanz
undurchsichtig
5,5 – 6
4,9 – 5,2 g/cm³
undeutlich
muschelig

kubisch
kubisch-hexakisoktaedrisch
Magnetit aus Niedermendig in der EifelLupe
Eigenschaften
Pseudomorphosen
Kristallformen
Geschichte
Vorkommen
Verwendung
Beschreibung

Magneteisenstein
Lupe
„Magneteisenstein“ mit Eisenpulver: Hämatit?
Hämatit pseudomprh nach Magnetit
Lupe
Martit: Hämatit pseudomorph nach Magnetit, Black Rock, Utah, USA
Magnetit
Lupe
Kombination kubischer Formen aus Minas Gerais
Magnetit
Lupe
Magnetit aus New Jersey, USA
Magnetit
Lupe
Oktaeder und Würfel vom Felskinn in Saas Fee
Magnetit auf Vesuvianit
Lupe
Magnetit auf Vesuvianit aus Afghanistan
Eigenschaften

Der Magnetit gehört wie der Hämatit zu den Eisenoxiden. Typisch für den Magnetit sind perfekte, oktaedrische Kristalle, die mehrere Zentimeter erreichen können. Das Mineral ist ferromagnetisch. Gepulverter Magnetit ist in Säuren löslich. Beim starken Erhitzen mit der Oxidationsflamme vor dem Lötrohr oder über dem Brenner gehen die ferromagnetischen Eigenschaften verloren. Beim Erhitzen über die Curie-Temperatur von 578 °C wird der Magnetit paramagnetisch.

Hinweis: Die im Handel erhältlichen „Magneteisensteine“ sind wohl meistens künstlich durch das Magnetisieren von Hämatit hergestellt.


Pseudomorphosen und Varietäten

Durch Pseudomorphose kann sich der Magnetit in Hämatit unwandeln. Diese Varietät wird als Martit bezeichnet. Es sind auch Pseudomorphosen Epidot, Siderit, Smithsonit oder Sphalerit nach Magnetit bekannt. Titanomagnetit ist eine Varietät, die aus dem Mischmineral Magnetit und Ulvit (Fe2TiO4) besteht.


Kristallformen und Wachstum

Der Magnetit bildet die typischen Kristalle des kubischen Systems: Oktaeder sind häufig, Rhombendodekaeder, Würfel (Hexaeder) oder die Kombinationen der Formen untereinander sind seltener. Der Magnetit zählt aufgrund seiner Kristallstruktur zu den Mineralien der Spinell-Gruppe. Die Kristalle kommen auch als Einkristalle und als Schwimmer vor. Durchdringungszwillinge bei den Oktaedern erkennt man an den typischen Streifungen. Ein Beispiel dafür ist auf dem Titelfoto ganz oben zu sehen. Als Erz wird der Magnetit in derben, dichten oder körnigen Aggregaten abgebaut. Magnetit tritt zusammen mit Apatit, Chalkopyrit, Chromit, Hämatit, Ilmenit, Pentlandit, Pyrit, Pyrrhotin, Rutil, Sphalerit oder Ulvit auf.


Geschichte

Nach der griechischen Sage soll der Hirte Magnes als erster einen natürlichen Stein mit magnetischen Eigenschaften gefunden haben. Eine andere Herkunftsmöglichkeit des Namens bezieht sich auf die griechische Landschaft Magnesia. Georgius Agricola (1494–1555) verwendete den Begriff „Magnetstein" 1550 in seinem bekannten Werk De Re Metallica als Zutat für die Glasherstellung. Der Mineralname Magnetit wurde 1845 von Wilhelm Karl Ritter von Haidinger (1795–1871) geprägt.


Vorkommen

Magnetit findet man vereinzelt in alpinen Klüften, zum Beispiel im Schweizer Binntal oder am Felskinn in Saas Fee. In den Alpen kommt das Mineral eingesprengt in Gesteinen wie Chloritschiefer, Serpentinit, Talkschiefer oder Amphibolit vor. Auch in der Vulkaneifel in Deutschland ist der Magnetit in zahlreichen Ausprägungsformen zu finden. Aus Khogyani in der afghanischen Provinz Nangarhar stammt oktaedrischer Magnetit, der verzwillingt ist. Die Magnetitkristalle bilden einen fantastischen Kontrast zum „Kristallrasen“ aus gelbem Vesuvianit, auf dem auch grüner Epidot oder Titanit sitzen können.

Darüber hinaus ist das Mineral Magnetit in verschiedenen magmatischen und metamorphen Gesteinen vorhanden. In Fluss-Sedimenten oder an Sandstränden bildet es den schwarzen Magnetitsand. Abbauwürdige Erzvorkommen finden sich im schwedischen Kiruna, im Ural, in New Jersey oder in Labrador.


Verwendung

Magnetit ist ein bedeutendes Eisenerz und wird in der Elektroindustrie benötigt. Das Vorkommen magnetischer Erze in Gesteinen wie Magnetit oder Ulvit ermöglicht geologische Untersuchungen über die Orientierung des Erdmagnetfeldes.
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