Pyromorphit
engl. Pyromorphite
Nach den griechischen Wörtern pyr („Feuer“) und morphe („Gestalt“)
Formel  
Stoffgruppe
Farbe
Strich
Glanz
Transparenz
Härte (Mohs)
Dichte
Spaltbarkeit
Bruch

Kristallsystem
Kristallklasse
Pb5(PO4)3Cl
Phosphate
grün, gelb, orange, weiß, braun, farblos
weiß
Diamantglanz, Fettglanz
durchscheinend bis durchsichtig
3,5 – 4
7,0 – 7,2 g/cm³
keine
muschelig uneben

hexagonal
hexagonal-dipyramidal
PyromorphitLupe
Eigenschaften
Varietšten
Kristallformen
Geschichte
Vorkommen
Verwendung
Beschreibung

Pyromorphit aus Andalusien
Lupe
Pyromorphit aus der Mina Resuperferolitica bei Santa Eufemia, Spanien
Blaubleierz aus Kautenbach
Lupe
Blaubleierz aus Kautenbach in Rheinland-Pfalz
Plumbogummit nach Pyromorphit
Lupe
Plumbogummit pseudomorph nach Pyromorphit aus der chinesischen Provinz Guangxi
Pyromorphit aus dem Schwarzwald
Lupe
Pyromorphit aus Rotenbach am Feldberg im Schwarzwald
Pyromorphit aus Kellog in Idaho
Lupe
Pyromorphit aus Kellog in Idaho, USA
Pyromorphit aus der Pcheloyad Mine
Lupe
Pyromorphit aus der Pcheloyad Mine in Bulgarien
Eigenschaften

Der Pyromorphit ist ein Bleimineral mit geringer Härte, aber hoher Dichte. Er tritt in verschiedenen Farben auf: Bei den Sammlern sind die grünen, gelben oder orangen Kristalle begehrt, wenn sie eine hohe Farbintensivität besitzen. Grünbleierz oder Buntbleierz sind bergmännische Bezeichnungen für das Mineral. Spuren von Chrom, Kupfer- oder Cadmium-Ionen erzeugen die hohe Farbvielfalt. Der Pyromorphit ist häufig mit Mimetesit oder mit Vanadinit durchmischt. Im chemischen Verhalten ähnelt er stark dem Mimetesit. Der Pyromorphit löst sich in Salpetersäure. Er schmilzt vor dem Lötrohr zu einem Kügelchen, auf der Kohle verbleibt ein gelber Niederschlag aus Bleioxid. Die Marsh-Probe auf Arsen verläuft beim Pyromorphit negativ.


Varietäten und Pseudomorphosen

Die Farbvarietäten werden nach der jeweiligen Farbe auch Grünbleierz oder Braunbleierz genannt. Blaubleierz ist eine Pseudomorphose Bleiglanz nach Pyromorphit, bei der der ursprüngliche Pyromorphit durch Bleiglanz ersetzt wurde. Der Plumbogummit tritt ebenfalls pseudomorph nach Pyromorphit auf. Dabei umwächst der Plumbogummit den Pyromorphit und füllt dann das „eroberte“ Mineral allmählich aus. Auch Pseudomorphosen Pyromorphit nach Cerussit sind bekannt, zum Beispiel aus Bad Ems.


Kristallformen und Wachstum

Der Pyromorphit kristallisiert nach dem hexagonalen System. Typisch für das Mineral sind grüne, tonnenförmige Kristalle mit einem kurz- oder langprismatischen Habitus. Nadelige, prismatische Kristalle in radialstrahliger Anordnung sind ebenfalls bekannt. Die Kristalle wachsen gerne in Hohlräumen, so dass eine Druse entsteht. Es kommen auch nierige, kugelige, krustige oder derbe Aggregate vor. Oft bilden sich traubige Überzüge über andere Mineralien. Begleitminerale sind unter anderem Baryt, Cerussit, Galenit, Mimetesit, Quarz oder Vanadinit.


Geschichte

Die korrekte chemische Analyse gelang dem deutschen Chemiker Martin Heinrich Klaproth (1743–1817) um 1785. Der deutsche Mineraloge Friedrich Hausmann (1782–1859) vergab den Namen im Jahr 1809. Der Name ist aus den griechischen Wörtern pyr („Feuer“) und morphe („Gestalt“) gebildet. Dies bezieht sich darauf, dass das Mineral bei der Bleiverhüttung auskristallisiert.


Vorkommen

Der Pyromorphit kommt in der Oxidationszone der Blei- oder Blei-Zink-Lagerstätten vor. Er ist weltweit verbreitet. Im Schwarzwald kommt er an vielen Fundstellen vor, zum Beispiel am Altemannfels oder bei der Sophienruhe in Badenweiler, in der Grube Clara, bei Hofsgrund am Schauinsland oder bei Rotenbach am Feldberg. In der Grube Clara bildet der Pyromorphit meist eine Mischkristallreihe mit dem Mimetesit. Auch andere Gruben in Deutschland führen das Mineral reichhaltig. Die vier Gruben bei Bad Ems lieferten schon vor 1900 Pyromorphite in Sammlerqualität. Die Stufen wurden aufgrund ihrer Tonnenform als „Emser Tönnchen“ bekannt. Die Gruben bei Mechernich in der Eifel, bei Freiberg im sächsischen Erzgebirge oder bei Ramsbeck in Nordrhein-Westfalen sind weitere Quellen für gut ausgebildeten Pyromorphit.

Sammlerstufen in allerbester Qualität stammen aus der Mina Resuperferolitica bei Santa Eufemia oder aus der Mina San Andrés bei Espiel im spanischen Andalusien. Historische Fundstellen befinden sich in verschiedenen Minen in der englischen Grafschaft Cumberland. Bekannt sind auch die chinesischen Pyromorphite aus der Provinz Guangxi. Aus dieser Gegend stammen auch die Pseudomorphosen von Plumbogummit nach Pyromorphit. Die Bunker Hill Mine im US-Bundesstaat Idaho liefert Stufen in mehreren Farben.


Verwendung

Pyromorphit ist ein bedeutendes Erz zur Gewinnung von Blei. Bei den Mineraliensammlern ist das Mineral aufgrund der leuchtenden Farben sehr begehrt.


Pyromorphit aus Breitenbenden

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