Nephelin
engl. Nepheline
Nach dem griechischen Wort nephele („Wolke“) (Haüy 1801)
Formel  
Stoffgruppe
Farbe
Strich
Glanz
Transparenz
Härte (Mohs)
Dichte
Spaltbarkeit
Bruch

Kristallsystem
Kristallklasse
Na3K(AlSiO4)4
Silicate
farblos, weiß, gelblich, grünlich
weiß

Glasglanz, Fettglanz (Bruch)
durchsichtig bis durchscheinend
5,5 – 6
2,6 – 2,7 g/cm³
unvollkommen
muschelig

hexagonal
hexagonal-pyramidal
Nephelin vom Rothenberg in der EifelLupe
Eigenschaften
Kristallformen
Geschichte
Vorkommen
Verwendung
Beschreibung

Eigenschaften


Nephelin ist ein sprödes und relativ hartes Mineral, das in reiner Form farblos ist und durchsichtige Kristalle bildet. Es ist mit einer Mohshärte von 5,5 bis 6 nicht ganz so hart wie Quarz, dafür aber härter als Apatit. Die klaren Kristalle zeigen Glasglanz, die frischen Bruchflächen Fettglanz. Nephelin löst sich in Salzsäure und bildet dabei einen wolkenartigen Niederschlag, Quarz löst sich in Salzsäure nicht. Das Mineral schmilzt leicht vor dem Lötrohr, Quarz und Feldspat schmelzen dagegen nicht.


Kristallformen und Wachstum

Nephelin kristallisiert nach dem hexagonalen System. Der bevorzugte Habitus der säuligen und im Querschnitt sechseckigen Kristalle ist kurzprismatisch. Die Kristalle sind oft eingewachsen, oder sie bilden Kristallrasen in Hohlräumen. Häufig tritt Nephelin körnig auf, oder er ist mikrokristallin im Gestein enthalten. Begleitminerale sind zum Beispiel Alkalifeldspate (Sanidin), Klinopyroxene (Augit), Foide (Leucit, Haüyn), Olivin, Apatit sowie oxidische Begleitminerale (Magnetit, Perowskit, Hämatit). Von Quarz wird Nephelin dagegen nie begleitet.


Nephelin
Lupe
Nephelin, Steinbruch Wannenköpfe, Eifel
Nephelin
Lupe
Nephelin mit Apatit, Teichelberg, Fichtelgebirge
Geschichte

Das Mineral wurde erstmals am Monte Somma beim Vesuv in Italien gefunden. René-Just Haüy (1743–1822) benannte es im Jahr 1801 nach dem griechischen Wort nephele („Wolke“), da sich bei der Zugabe von Salzsäure ein Niederschlag aus wolkenartiger Kieselsäure bildet. Der Nephelin war auch unter dem Namen Eläolith bekannt. Dieser Name ist vom griechischen Wort elaion („Öl“) abgeleitet, er bezieht sich auf den fettigen (bis öligen) Glanz der frischen Bruchflächen.


Vorkommen

Nephelin kommt als gesteinsbildendes Mineral in kieselsäurearmen, alkalireichen magmatischen Gesteinen vor, zum Beispiel im Nephelinsyenit, in bestimmten alkalischen Basalten und im Phonolith, in dem er aber nur mikrokristallin vorhanden ist. In quarzhaltigen Gesteinen fehlt er. Gut ausgebildete Kristalle sind eher selten. An den bei den Sammlern bekannten Fundstellen in der Vulkaneifel und am Teichelberg im Fichtelgebirge ist er im Basalt weit verbreitet. Man findet das Mineral neben seiner Typlokalität am Monte Somma auch im Ilmengebirge im südlichen Ural oder am Davis Hill bei Bancroft in Kanada, wo sogar Riesenkristalle auftreten.


Verwendung

Das Mineral ist ein Aluminiumerz, und es wird zur Herstellung von Soda abgebaut. Die zahlreichen Vorkommen in der Vulkaneifel werden von Micromount-Sammlern aufgesucht. In den basaltischen Hohlräumen bildet Nephelin zusammen mit anderen Mineralen – zum Beispiel mit nadeligem Apatit – oft schöne Kristallaggregate für das Stereomikroskop.
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