Leucit
engl. Leucite
Nach dem griechischen Wort leukós („hell, weiß“) (Werner 1791)
Formel
Stoffgruppe
Farbe
Strich
Glanz
Transparenz
Härte (Mohs)
Dichte
Spaltbarkeit
Bruch

Kristallsystem
Kristallklasse
K(AlSi2O6)
Silicate
weiß, farblos, gelblich, gräulich
weiß
Glasglanz
undurchsichtig bis durchsichtig
6
2,5 g/cm³
keine
muschelig

tetragonal (unter 665 °C)
tetragonal-dipyramidal
LeucitLupe

Beschreibung

Der Leucit ist ein relativ hartes Mineral, das nur mit einer Stahlfeile ritzbar ist. Es hat mit dem „Leucitoeder“ seine eigene Kristallform erfunden. Leucit kristallisiert unter 665 °C nach dem tetragonalen System, über 665 °C nach dem kubischen. Daher bleiben beim Abkühlungsprozess während der Kristallisationsphase kubische Formen wie Würfel, Rhombendodekaeder, Ikositetraeder oder Hexakistetraeder erhalten. Auch körnige Aggregate kommen vor. Der Leucit ist in Salzsäure unter Ausfällung von Kieselsäure löslich. Er schmilzt nicht vor dem Lötrohr. An der Luft wandelt er sich allmählich nach Orthoklas um.

Aegirin
Lupe
Gelblicher Leucit aus Bischoffingen im Kaiserstuhl
Als Typlokalität gilt der Monte Somma bei Neapel, wo das Mineral erstmals entdeckt wurde. Der deutsche Mineraloge Abraham Gottlieb Werner (1749–1817) beschrieb den Leucit im Jahr 1791 als erster und benannte ihn nach dem altgriechischen Wort leukós („weiß“) in Anlehnung an die typische, weiße Farbe.

Das Mineral entsteht in basischer Lava und findet sich im Leucit-Basalt. Bekannte Fundstellen gibt es in Campanien oder am Vesuv in Italien. Im Kaiserstuhl kommt er am Kirchberg bei Niederrotweil und bei Bischoffingen vor. Leucit wurde früher als Kalidünger eingesetzt und dient heute noch als Erz zur Gewinnung von Kalium und Aluminium. In der Zahnmedizintechnik wird er als Rohstoff zur Herstellung von keramischen Zahnkronen benötigt. Der Leucit wird gerne auch zu hellen Schmucksteinen verschliffen.
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