Titanit, Sphen
engl. Titanite
Nach dem Element Titan und den Titanen der griechischen Sagen
Formel
Stoffgruppe
Farbe

Strich
Glanz
Transparenz
Härte (Mohs)
Dichte
Spaltbarkeit
Bruch

Kristallsystem
Kristallklasse
CaTiSiO5
Silicate
gelb, grün, braun, rötlich, schwarz, rosa, oft grüne Chloritüberzüge
weiß
Glas-, Diamant- oder Harzglanz
durchsichtig bis undurchsichtig
2 – 5,5
2,4 – 3,6 g/cm³
wenig deutlich
muschelig

monoklin
monoklin-prismatisch
Titanit aus dem Tormiqtal in PakistanLupe
Eigenschaften
Modifikationen
Kristallformen
Geschichte
Vorkommen
Verwendung
Beschreibung

Eigenschaften

Titanit ist ein Titanmineral, das den Sammlern vor allem aus den alpinen Klüften bekannt ist. Der reine Titanit wäre farblos. Durch Fremdbeimengungen kann er aber viele Farben annehmen. Radioaktive Isotope können dazu führen, dass der Titanit leicht radioaktiv ist. Das Mineral wird von heißer Schwefelsäure und von heißen Laugen zersetzt, auch Wärme kann einen Titanit beschädigen. Er schmilzt nur schwer vor dem Lötrohr, an den Kristallkanten bildet sich ein dunkles Glas.


Titanit
Lupe
Titanit-Zwilling aus dem Turaigtal in Gilgit, Pakistan
Titanit
Lupe
Zweifarbiger Titanit vom Leiterkogel im Habachtal
Titanit
Lupe
Titanit vom Blausee aus dem Binntal im Wallis
Titanit
Lupe
Rutil in Titanit aus dem Kriegalptal im Binntal
Varietäten

Der braune Lederit ist eine Varietät, die besonders gut spaltbar ist. Der Grothit enthält Aluminium- und Fluor-Ionen. Je nach Fremdbeimengung entwickeln sich farbige Varietäten, die dann als Chromtitanit oder Yttrotitanit bezeichnet werden. Der Greenovit ist ein Varietät, deren rote Farbe durch Mn2+-Ionen erzeugt wird.


Kristallformen und Wachstum

Der Titanit kristallisiert nach dem monoklinen System. Die Kristalle sind flächenreich, manchmal auch keilförmig zugespitzt. Es kommen Berührungszwillinge und Durchdringungszwillinge vor. Seltener sind nadelige Kristalle. Man findet auch derbe, schalige oder körnige Aggregate. In den alpinen Klüften sucht der Titanit unter anderem die Gesellschaft von Albit, Quarz, Chlorit, Calcit oder Periklin.


Geschichte

Erstmals gefunden wurde der Titanit am Ende des 18. Jahrhunderts in den Graphitgruben bei Hauzenberg in Bayern. Der deutsche Chemiker Martin Heinrich Klaproth (1743–1817) benannte das Mineral 1795 nach dem Element Titan. Dieses wiederum erhielt seinen Namen nach den Titanen der griechischen Sage. Der Name Sphen geht auf das griechische Wort sphén („Keil“) zurück, es bezieht sich auf die typischen Kristallformen des Minerals.


Verwendung

Der Titanit wäre zwar als Erz zur Gewinnung von Titan geeignet, die abbauwürdigen Vorkommen sind aber zu selten. Gelbgrüne und klare Kristalle werden zu Schmucksteinen verschliffen. Geschliffene Steine der besten Qualität besitzen eine sehr hohe Lichtbrechung, so dass sie eine diamantähnliche Brillanz aufweisen. Bei Sammlern sind honiggelbe oder grünliche Kristalle aus den alpinen Klüften begehrt.


Vorkommen

Der Titanit ist ein typisches Mineral der alpinen Klüfte. In der Schweiz findet man ihn zum Beispiel am Blausee im Binntal, am Gotthardmassiv oder in Tujetsch in Graubünden. Die Titanite vom Leiterkogel im österreichischen Habachtal bilden gelbgrüne Kristallgruppen mit roten Spitzen. Auch im Zillertal kommt Titanit vor. Weitere Fundstellen für gute Sammlerstufen sind das Turaig- und das Tormiqtal im pakistanischen Distrikt Gilgit, die Region Imilchil im Atlasgebirge in Marokko, die Provinz Ontario in Kanada oder Minas Gerais in Brasilien.

In der Vulkaneifel findet man kleine, orangerote Titanitkristalle, die dort zusammen mit Amphibolen vorkommen, zum Beispiel bei Mendig am Laacher See oder am Bellerberg bei Ettringen. Die vier abgebildeten Titanite kommen alle vom Fundort „Aus den Dellen“ bei Mendig:


TitanitLupe
TitanitLupe
TitanitLupe
TitanitLupe
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