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Flusssäure
(wirkt sehr stark ätzend und ist äußerst giftig, unbedingt
vollständige Schutzkleidung tragen: Gesichtsvollschutz, Laborkittel,
Gummimantel, intakte Handschuhe aus Fluorkunststoff)
Nach der folgenden Vorschrift könnte
man Flusssäure vernichten: Sie wird mit Wasser verdünnt, dann
gibt man Natriumhydrogencarbonat zur Neutralisation zu und anschließend
wird mit Calciumhydroxid zu Calciumfluorid ausgefällt. Das Produkt
kann im Gefäß 4 entsorgt werden. Allerdings ist es eher empfehlenswert,
das Vernichten von Flusssäure einem Experten zu überlassen. Gelangen
Spritzer auf die Haut, besteht Lebensgefahr, auch wenn nach dem schnellen
Abwaschen vorläufig keine Symptome auftreten.
Kaliumchlorat
(altes Kaliumchlorat ist oft verunreinigt und daher stark explosionsgefährlich!)
Reste werden in Wasser gelöst, danach
mit verdünnter Salzsäure angesäuert und mit Eisen- oder
Zinkpulver zu Kaliumchlorid reduziert. Nach Umsetzung mit Natronlauge wird
die Schwermetalllösung im Gefäß 4 entsorgt.
Kaliumdichromat
und Kaliumchromat (beide krebserzeugend)
Mit Wasser anfeuchten und im Originalbehälter
einem Entsorgungsunternehmen abgeben. Chromate könnten auch mit Natriumhydrogensulfitlösung
(bei pH=2) zu den weniger gefährlichen Chrom(III)-salzen umgewandelt
werden (2 Stunden warten).
Kaliumcyanid
(sehr giftig, Gefahr der Freisetzung hochgiftiger Blausäuredämpfe!)
Lösungen der Cyanide dürfen
auf gar keinen Fall mit Säuren in Berührung kommen. Die Lösung
wird auf pH=11 eingestellt und mit Kupfersulfat als Katalysator versetzt.
Danach tropft man im Abzug tropfenweise 30%ige Wasserstoffperoxidlösung
hinzu und belässt die Lösung für mindestens zwei Stunden.
Dann erfolgt die Entsorgung im Gefäß 4. So
könnte man das Cyanid vernichten, allerdings überlässt man
die Entsorgung am besten einem Experten.
Kaliumpermanganat
(sehr giftig für Wasserorganismen!)
Anfeuchten und dicht in geschlossenem
Behälter aufbewahren. Dem Sondermüll mit der Kennzeichnung "brandfördernd"
zuführen.
altes Natrium
und Kalium (Bildung exlosionsfähiger
Gasgemische bei Kontakt mit Wasser)
Kleine Mengen in größere Portionen
Brennspiritus geben, bei Kalium Butanol verwenden, 3 Tage stehen lassen,
dann am besten einem Entsorgungsunternehmen abgeben.
Perchlorsäure
(kann im trockenen Zustand beim Erhitzen explodieren)
Anfeuchten und in einem geschlossenem
Behälter mit der Kennzeichnung "brandfördernd" dem Sondermüll
zuführen.
weißer
Phosphor (sehr giftig, dies gilt auch
für das Absperrwasser, selbstentzündlich an der Luft)
Im Absperrwasser und einem sicher schließenden
Gefäß einem Entsorgungsunternehmen abgeben; kleine Mengen können
auch mit Ethanol zusammen verbrannt werden. Geräte, die mit weißem
Phosphor in Berührung kamen, ausglühen und sorgfältig verbrennen,
Glasgeräte mit Kaliumpermanganat spülen.
Pikrinsäure
(stark explosionsgefährlich mit weniger als 23% Wasseranteil)
Mit Wasser anfeuchten und im Originalbehälter
mit Beschriftung ("Pikrinsäure angefeuchtet") einem Entsorgungsunternehmen
abgeben.
Quecksilber
(sehr giftig, vor allem die Dämpfe)
Verschüttetes Quecksilber sorgfältig
sammeln (z.B. mit Pipette oder Silberdraht mit Öse), dies gilt auch
bei zerbrochenen Quecksilberthermometern; mit Quecksilber darf nur über
einer Schale oder einem dichten Tablett gearbeitet werden; Reste von Quecksilber
oder seinen Salzen dürfen keinesfalls in den Müll oder in den
Abfluss gegeben werden, dies gilt auch für Batterien; sie müssen
gesondert gesammelt und einem Entsorgungsunternehmen abgegeben werden.
Die Zugabe eines quecksilberbindenden Mittels ist empfehlenswert!
Schwefelkohlenstoff
und Ether (sehr leicht flüchtig, bilden
mit Luft explosionsfähige Gemische)
Kleinere Reste im Abzug oder im Freien
abbrennen; kühl und in dichten Gefäßen lagern; größere
Reste einem Entsorgungsunternehmen abgeben.
Tetrachlorkohlenstoff
(sehr giftig, umweltgefährlich)
Reste im Sammelgefäß "halogenhaltige
organische Stoffe" entsorgen, braune oder lichtdichte Flasche verwenden.
| Copyright: T. Seilnacht |