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Silber(I)-nitrat (Höllenstein)                                 AgNO3
 
C  
ätzend 
N 
umweltgefährlich 
  
Hautresorption möglich 
  
 
weißes, kristallines 
Pulver
RS-Sätze:  
R 34, 50/53  S 26, 45, 60, 61 
Entsorgung: G 4 
MAK: 0,01 mg/m3 
  
MG: 169,873 g/mol  
Dichte: 4,35 g/cm3  
Schmelztemperatur: 210 °C  
Wasserlöslichkeit (leicht sauer):  
bei 20°C 2150g/l, bei 100°C 8800g/l 
 
Eigenschaften:  
Das bitter metallisch schmeckende Silbersalz wirkt stark ätzend und bakterientötend. Es wird durch organische Stoffe, z.B. durch Glycerin, aber auch durch Staubteilchen, besonders im Licht zu fein verteiltem, schwarzem Silber reduziert. Daher muss es unter Lichtabschluss aufbewahrt werden. Mit Silber(I)-nitratlösung benetzte Haut, Kleidung oder Arbeitsflächen müssen gut mit Wasser gereinigt werden, da sich sonst unter Lichteinwirkung schwarz-violette Silberüberzüge bilden, die nur schwer zu säubern sind.  
 
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Finger und Papier nach 5 Minuten Belichtung
  
Die Flecken können mit Kaliumiodid entfernt werden. Gibt man zu einer Silber(I)-nitratlösung Kaliumchlorid, flockt lichtempfindliches und im Wasser nicht mehr lösliches Silberchlorid aus:  
  
AgNO3 +  KCl  ----->  AgCl  +  KNO3 
  
Auf diese Art und Weise lassen sich viele Silbersalze herstellen: Mit Natriumhydroxid erhält man Silber(I)-oxid (Ag2O), mit Natriumcarbonat Silber(I)-carbonat und mit Kaliumchromat kann man Silberchromat herstellen. Vermischt man eine Silber(I)-nitratlösung mit Ethanol lässt sich das in den Knallerbsen vorhandene Silberfulminat (Knallsilber, Formel: CNOAg) auskristallisieren. Dieses ist noch viel berührungsempfindlicher als der Initialsprengstoff Knallquecksilber. 
 
Herstellung:  
Durch das Auflösen von Silber in konzentrierter Salpetersäure 
 
3Ag  +  4HNO3  ----->  3AgNO3  +  2H2O  +  NO  
 
Das dabei entstehende Stickstoffoxid (NO) geht bei der Berührung mit der Luft in rotbraunes, giftiges und stechend riechendes Stickstoffdioxid (NO2) über. Dieser Versuch darf nur in einem gut gelüfteten Abzug durchgeführt werden.
 
Verwendung:  
Zur Herstellung anderer Silberverbindungen (s.o.); für galvanische Versilberungen; als Ätzmittel gegen Warzen ("Höllenstein"); in der analytischen Chemie zum Nachweis der Halogenide; früher in der Fotografie zur Herstellung von Fotopapieren; zum Schwarzfärben von Haaren und zur Herstellung unauslöschbarer Tinten.
 
Analytik: 
Chloride (und auch Salzsäure) bilden mit Silber(I)-nitrat schwer lösliches Silber(I)-chlorid (AgCl), das als weißer Niederschlag aus der Flüssigkeit ausfällt. Bei der Reaktion von Natriumchlorid mit Silber(I)-nitrat erhält man Silber(I)-chlorid und Natriumnitrat. 
 
AgNO3 +  NaCl  ----->  AgCl  +  NaNO3 
 
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Bei der Zugabe von Silber(I)-nitrat in eine Chloridlösung fällt unlösliches Silberchlorid aus
 
Herstellung einer 0,1 molaren Silber(I)-nitratlösung:  
1,7g Silber(I)-nitrat in 50ml Wasser lösen und mit Wasser auf 100ml auffüllen.
 
 
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englischer
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Silber(I)-nitrat
Silver(I) nitrate
7761-88-8
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