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  Silber(I)-nitrat (Höllenstein)   AgNO3 
 
 
 
 
 
Weißes, kristallines  
Pulver
Molmasse  169,873 g/mol   
   
AGW  0,01 mg/m3 E (TRGS 900) 
Dichte  4,35 g/cm3   
Schmelzpunkt  +210 °C   
Zersetzung  +440 °C 
Wasserlöslichkeit 
100g H2O lösen bei 25 °C 234 g
Piktogramm  
GHS 03 
GHS 05   
GHS 09  
Gefahr
Gefahrenklass. + Kategorie   
Oxidierende Feststoffe 2 
Ätz-/Reizwirkung auf die Haut 1B  
Gewässergefährd. akut/chron. 1 
 
HP-Sätze (siehe auch Hinweis)      
H 272, 314, 400, 410   P 221, 264.1, 273, 280.1+3, 303+361+353, 305+351+338, 390  
Entsorgung  besondere Hinweise 
Etikett drucken Deutscher Name Englischer Name
CAS 7761-88-8 Silber(I)-nitrat Silver(I) nitrate
    
Bemerkung für Schulen: Mit Silber(I)-nitratlösung benetzte Haut, Kleidung oder Arbeitsflächen müssen gut mit Wasser gereinigt werden, da sich sonst unter Lichteinwirkung schwarz-violette Silberüberzüge bilden, die nur schwer zu säubern sind. Lösliche Silberverbindungen haben ein sehr hohes umweltgefährliches Potential (vgl. letale Konzentration). Reste müssen sorgfältig gesammelt und sachgemäß entsorgt werden. 
  
 
Eigenschaften 
  
Das bitter metallisch schmeckende Silbersalz wirkt stark ätzend und bakterientötend. In Wasser ist es außerordentlich gut löslich. Silber(I)-nitrat wird durch organische Stoffe wie Glycerin, aber auch durch Staubteilchen, besonders im Licht zu fein verteiltem, schwarzem Silber reduziert. Daher muss es unter Lichtabschluss aufbewahrt werden.   
   
  
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Silbernitratlösung tropfte auf das Papier und den Finger.
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So sehen sie nach einigen Minuten am Licht aus.
 
  
Die Flecken können mit Kaliumiodid entfernt werden. Gibt man zu einer Silber(I)-nitratlösung Kaliumchlorid, flockt lichtempfindliches und im Wasser nicht mehr lösliches Silberchlorid aus:   
   
AgNO3 +  KCl   AgCl  +  KNO3   
   
Auf diese Art und Weise lassen sich viele Silbersalze herstellen: Mit Natriumhydroxid erhält man Silber(I)-oxid (Ag2O), mit Natriumcarbonat Silber(I)-carbonat und mit Kaliumchromat kann man Silberchromat herstellen. Vermischt man eine Silber(I)-nitratlösung mit Ethanol lässt sich das in den Knallerbsen vorhandene Silberfulminat (Knallsilber, Formel: CNOAg) auskristallisieren (>rechtlicher Hinweis). Dieses ist noch viel berührungsempfindlicher als der Initialsprengstoff Knallquecksilber. 
   
  
Herstellung 
  
Durch das Auflösen von Silber in konzentrierter Salpetersäure erhält man Silber(I)-nitrat, wobei sich Stickstoffmonooxid bildet: 
  
3 Ag  +  4 HNO3   3 AgNO3  +  2 H2O  +  NO    
  
Das Stickstoffmonooxid (NO) geht bei der Berührung mit der Luft in rotbraunes Stickstoffdioxid  NO über. Dieser Versuch darf nur in einem gut gelüfteten Abzug durchgeführt werden, da die Stickoxide sehr toxisch sind.
   
  
Verwendung  

Die chemische Industrie benötigt Silbernitrat zur Herstellung anderer Silberverbindungen wie Silberchlorid oder Silberiodid. Diese waren lange Zeit Bestandteil der lichtempfindlichen Fläche von Filmen für die analoge Fotografie. In der Galvanotechnik lassen sich mit Silbernitrat galvanische Versilberungen durchführen. Früher diente Silbernitrat als Ätzmittel gegen Warzen ("Höllenstein"), zum Schwarzfärben von Haaren und zur Herstellung unauslöschbarer Tinten. Im Labor ist die wässrige Lösung eine wichtige Reagenz zum analytischen Nachweis der Halogenide. 

   
  
Analytik 
  
Chloride (sowie Salzsäure) bilden mit Silber(I)-nitrat schwer lösliches Silber(I)-chlorid (AgCl), das als weißer Niederschlag aus der Flüssigkeit ausfällt. Bei der Reaktion von Natriumchlorid mit Silber(I)-nitrat erhält man Silber(I)-chlorid und Natriumnitrat.  
  
AgNO3 +  NaCl   AgCl  +  NaNO3   
  
  
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Reagenzien-Set zum Chloridnachweis
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Zugabe von Silber(I)-nitrat in eine Chloridlösung
 
   
  
Herstellung einer 0,1 molaren Silber(I)-nitratlösung 
  
1,7g Silber(I)-nitrat in 50ml Wasser lösen und mit Wasser auf 100ml auffüllen.
   
  
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