Diethylether C2H5OC2H5
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Klare, farblose und leicht
bewegliche Flüssigkeit |
Molmasse
74,121 g/mol
AGW
400 ml/m3 (TRGS 900)
Dichte 0,7138
g/cm3
Schmelzpunkt -116,2
°C
Siedepunkt +34,5
°C
Wasserlöslk.
Konz. bei
20 °C 69 g/l
Explosionsgrz.
1,7 - 36 Vol.-% (Luft)
Flammpunkt
- 20 °C
Zündpunkt
+175 °C |
Piktogramme
GHS 02
GHS 07
Gefahr |
Gefahrenklassen
+ Kategorie
Entzündbare Flüssigkeiten
1
Akute Toxizität oral
4
Spez. Zielorgan-Toxizität
e. ZNS 3 |
HP-Sätze
(siehe auch Hinweis)
H 224,
302, 336,
EUH 019, 066
P 210,
241, 243,
301+312, 304+340,
403+233
Entsorgung
besondere Hinweise |
| Etikett
drucken |
Dt. Bezeichnung
Synonyme (deutsch) |
Engl. Bezeichnung
Synonyme (engl.) |
| CAS
60-29-7 |
Diethylether
Ethoxyethan |
Diethyl ether
Ethoxyethane |
| Bemerkung
für Schulen: Von Schülerversuchen mit Diethylether ist abzuraten.
Bei Laborpraktika in höheren Schulen sind die Teilnehmer ausführlich
über die Gefahren zu informieren. Es bilden sich beim Umfüllen
oder Öffnen der Flasche sehr schnell explosive Ether-Luft-Gemische.
Es darf nur peroxidfreier Diethylether unter Lichtschutz in einem feuersicheren
Schrank unter Verschluss aufbewahrt werden. Bei einer Aufbewahrung im Kühlschrank
muss dieser explosionsgeschützt sein. |
| Wirkung auf den menschlichen Körper
Etherdämpfe wirken
stark narkotisierend. Diethylether wurde ab 1846 als Narkotikum verwendet.
Enthält die Atemluft 4-5-Vol% Diethylether und werden etwa 15 Gramm
eingeatmet tritt tiefe Narkose ein. Während der Narkose wird das Zentralnervensystem
gelähmt, Bewusstsein und Schmerzempfindlichkeit schwinden. Die Atmung
und der Blutkreislauf wird dagegen nicht wesentlich gehemmt. Allerdings
ist die Narkose mit Ether nicht ohne Risiko, daher werden heute andere
Narkosemittel eingesetzt.
Eigenschaften
Die zu den Ethern
gehörende, süßlich riechende Flüssigkeit verdunstet
aufgrund ihres niedrigen Siedepunktes bei Zimmertemperatur sehr rasch.
Diethylether ist ein sehr gutes Lösungsmittel und eignet sich daher
im Labor als Extraktionsmittel. Er löst sich in Alkohol, Benzol,
Chloroform, Salzsäure und mischt sich auch mit Schwefel, Phospor,
Iod, sowie mit Ölen und Fetten.
Die Wasserlöslichkeit ist nicht besonders gut, da das Ethermolekül
im Gegensatz zu Ethanol nur wenig polar
ist.
Mit Luft bilden Etherdämpfe
hochexplosive Gemische, die sich bereits beim sehr niedrigen Zündpunkt
von +175 °C entzünden. Etherdämpfe sind schwerer als Luft,
sie sammeln sich daher in Bodennähe. Füllt man Ether in eine
schräg nach unten verlaufende Rinne, so laufen die Dämpfe darin
nach unten. Gibt man 2-3ml Diethylether auf einen Wattebausch und legt
diesen in eine Apparatur mit Trichter und Schlauch, dann kriechen die Etherdämpfe
rasch durch den Schlauch nach unten und können an einer Kerze bei
der Schlauchöffnung entzündet werden. Derartige Versuche sind
relativ riskant, da sich hierbei schon gefährliche Ether-Luft-Gemische
bilden können. Man darf nur mit geringsten Mengen arbeiten, der getränkte
Wattebausch wird in einem verschlossenen Becherglas transportiert, die
Vorratsflasche befindet sich gut verschlossen in einem Abzug.
Die hinunter kriechenden
Etherdämpfe entzünden sich und
eine blaue Flamme saust
durch den Schlauch nach oben.
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Die Flamme erreicht
den noch feuchten
Wattebausch und entzündet
diesen.
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Diese
Demonstration darf nur von erfahrenen Fachkräften durchgeführt
werden. Film erhältlich auf >DVD
Beim Schütteln lädt
sich Diethylether elektrostatisch auf, daher dürfen größere
Mengen nur unter elektrischer Erdung umgefüllt werden. Bei längerem
Aufenthalt an Luft und Licht oxidiert Diethylether allmählich von
selbst zu hochexplosiven Peroxiden, die sich zu Acetaldehyd, Essigsäure
und Estern zersetzen. Daher muss er
gut verschlossen in braunen Flaschen aufbewahrt werden. Vor der Destillation
von Diethylether ist unbedingt auf das Vorhandensein von Peroxiden zu überprüfen,
z.B. mit einer Kaliumiodid-Lösung erfolgt
dann Iodabscheidung. Die Peroxide können durch Zugabe von Eisen(II)-salzen
oder durch Triphenylphosphin zerstört werden. |
Herstellung
Erhitzt man Ethanol
im Überschuss mit Schwefelsäure auf
etwa 130 °C, entsteht nach der sogenannten "Meerweinreaktion" Diethylether
und Wasser:
Eine weitere Möglichkeit
ist die Dehydratisierung von Ethanol am Aluminiumoxid-Kontakt bei ca. 300
°C. Die Reaktionsgleichung dafür entspricht der Meerwein-Reaktion.
Dieses Verfahren ist zwar technisch einfacher durchführbar, es liefert
aber eine geringere Ausbeute. Wasserreste können mit Natrium
entfernt werden. |
Verwendung
In der Medizin (früher)
für die Narkose; gutes Lösungs- und Extraktionsmittel für
Öle, Fette, Harze, Riechstoffe und Farben; mit Ethanol
zum Gelatinieren von Schießbaumwolle (zur Herstellung von Pulver
für Gewehrpatronen). |
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