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  Schwefelsäure   H2SO4 . aq 
  
  
  
 
Farblose, ölige 
Flüssigkeit   
   
Vorkommen   
Saurer Regen,  
Solfatare
Molmasse (100%)  98,079 g/mol   
  
  
AGW  1 ml/m3 (MAK) 
Dichte (98%)  1,8361 g/cm3 (96%)   
Schmelzpunkt (98%)  +3 °C 
Siedepunkt (98%)  +338 °C 
Wasserlöslichkeit   
in jedem Verhältnis mischbar 
Piktogramme 
  
GHS 05 
Gefahr
Gefahrenklassen + Kategorie  
   
Ätz-/Reizwirkung auf die Haut 1A  
(Abstufung bei Verdünnungen)
HP-Sätze (siehe auch Hinweis)  
H 314   P 260, 280.1-3+7, 301+330+331, 303+361+353, 305+351+338, 310   Entsorgung
Etikett drucken Deutscher Name Englischer Name
CAS  7664-93-9 Schwefelsäure Sulfuric acid
  
Bemerkungen für Schulen: Konzentrierte Schwefelsäure kann schwere Augen- und Hautverletzungen verursachen. Beim Arbeiten ist daher unbedingt eine Schutzbrille und entsprechende Schutzkleidung zu tragen. Spritzer und Säurereste auf Labortischen sollten direkt nach der Arbeit entfernt werden. Konzentrierte Schwefelsäure ist die häufigste Ursache für zerfressene Alltagskleidung. Für Schülerversuche wird höchstens die 10%ige Säure empfohlen.
  
Eigenschaften 
  
Konzentrierte Schwefelsäure ist stark hygroskopisch, sie zieht Feuchtigkeit aus der Luft an. Beim Vermischen mit Wasser, was unter starker Wärmeentwicklung vor sich geht, darf sie nur in das Wasser eingegossen werden („Niemals Wasser auf die Säure, sonst geschieht das Ungeheure!“). Gibt man Wasser auf konzentrierte Schwefelsäure, dann kann sich das Gemisch so stark erwärmen, dass es zu Sieden beginnt und die Schwefelsäure aus dem Gefäß spritzt. 
  
 
Demonstration einer verbotenen Reaktion
 
 
"Gibt man Wasser auf die Säure, dann geschieht das Ungeheure". Genauso darf man es nicht machen. 
Schwefelsäure reagiert mit Zucker
 
 
Verrührt man konzentrierte Schwefelsäure mit Zucker,
steigt nach einer Weile eine schwarze Masse nach oben.  
  
 Diese Demonstrationen dürfen nur im Abzug/in einer Kapelle durchgeführt werden. Filme erhältlich auf >DVD
 

Die konzentrierte Säure zerstört organische Stoffe wie Zucker, Baumwollgewebe oder Haut unter Bildung von schwarzem Kohlenstoff. Gibt man in einem Becherglas konzentrierte Schwefelsäure auf Traubenzucker, entzieht sie dem Kohlenhydrat Wasserstoff und Sauerstoff, so dass nur noch das Kohlenstoffgerüst des Zuckers zurückbleibt. Säure auf der Haut sollte mit einem trockenen Lappen abgewischt und dann mit viel Wasser nachbehandelt werden. 
    
Im Magen verursacht sie lebensgefährliche Verätzungen. Erbrechen darf nicht ausgelöst werden. Gegenmaßnahmen sind das Trinken von Wasser oder die Neutralisation der Säure mit einer Mischung aus Wasser und Magnesiumoxid:  

MgO  +  H2SO ----->  MgSO+  H2O  
   
Die Dichte variiert bei den unterschiedlichen Konzentrationen erheblich. Die handelsübliche, 96%ige Schwefelsäure ist eine schwere, ölige Flüssigkeit. 
 
Konzentration Bezeichnung Dichte
96% konzentriert 1,8355 g/cm3
38% Batteriesäure 1,2855 g/cm3
10% verdünnt 1,0661 g/cm3
    
  
Beim Destillieren von verdünnten Lösungen dampft zunächst das Wasser ab, und man erhält eine Schwefelsäure mit einer Konzentration von maximal 98,3%. Diese so konzentrierte Schwefelsäure bildet ein azeotropes Gemisch, das bei +338 °C konstant siedet. Erhitzt man weiter, geht nur noch dieses Gemisch in das Destillat über. 
  
Konzentrierte Schwefelsäure leitet den elektrischen Strom nur schwach, da sie nur wenig dissoziiert. Mit zunehmender Verdünnung spaltet die Säure zunächst ein Proton (H+) ab, bei stärkerer Verdünnung dissoziiert auch das zweite Proton und die Leitfähigkeit nimmt zu. Im ersten Schritt bildet sich ein Hydrogensulfat-Ion (HSO4-), im zweiten Schritt ein Sulfat-Ion (SO42-):  
 
1. Schritt H2SO4  +   H2O      HSO4-  +   H3O+ 
2. Schritt  HSO4-   +   H2O      SO42-  +   H3O+ 
Gesamtreaktion H2SO4  +   2 H2O      SO42-  +   2 H3O+ 
   
 
Verdünnte Schwefelsäure reagiert mit unedlen Metallen unter Bildung von Wasserstoff und den entsprechenden Metallsalzen. Dabei entstehen die Sulfate, die Salze der Schwefelsäure:   
  
Mg  +  H2SO4 (aq)  ----->  MgSO4  +  H2 
Zn  +  H2SO4 (aq)  ----->  ZnSO4  +  H2 

  

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Magnesium und Zink reagieren mit 10%iger Schwefelsäure
unter Wasserstoffentwicklung, Kupfer dagegen nicht.  
  
 
Heiße, konzentrierte Schwefelsäure reagiert mit Kupfer nicht unter Wasserstoffentwicklung, sondern bildet Kupfersulfat, Schwefeldioxid und Wasser:   
  
Cu  +  2 H2SO4  ----->  CuSO4  +  SO2  +  2 H2O 
 
Diese Art von Reaktion findet auch bei bei Silber und Quecksilber statt. Die Edelmetalle Gold und Platin werden durch konzentrierte Schwefelsäure nicht angegriffen. Eisen und Blei widerstehen ebenfalls der konzentrierten Schwefelsäure. Eisen wird passiviert und das Blei bildet einen unlöslichen Überzug aus Bleisulfat. Daher kann sie unbedenklich in Bleigefäßen aufbewahrt oder in Eisenrohren transportiert werden.  
  
Die reine, 100%ige Schwefelsäure löst das Gas Schwefeltrioxid (SO3) unter Bildung von Rauchender Schwefelsäure. Diese wurde bei den Alchimisten auch "Oleum" oder "Vitriolöl" genannt. In dieser Säure tritt ständig Schwefeltrioxid aus, das mit der Luftfeuchtigkeit reagiert und dabei den Nebel bildet (vgl. Schwefelsäuresynthese).
   
  
Herstellung 
  
Die Herstellung von Schwefelsäure durch die Alchimisten geht vermutlich bis in das 13. Jahrhundert zurück. Beim Glühen von "Vitriolen" also von Eisen- oder Kupfersulfat, erhielten sie das "Oleum vitrioli" (Rauchende Schwefelsäure) und beim Verbrennen von Schwefel mit Salpeter (Kaliumnitrat) das "Oleum sulphuris" (verdünnte Schwefelsäure). Beide Herstellungsmöglichkeiten wurden von Andreas Libavius (geb. um 1540) in seinem 1597 erschienenen Werk "Alchemia" beschrieben. Das Herstellungsverfahren aus Vitriolen wurde bis in das 19. Jahrhundert hinein angewandt. Der Vorteil bestand darin, dass man eine sehr konzentrierte Säure erhielt.   
   
Mit der Erfindung des Bleikammerverfahrens durch Roebuck und Garbett in Birmingham konnte man die Schwefelsäure ab 1774 im großtechnischen Maßstab produzieren. Ein Gemisch aus Schwefeldioxid, Luft und Stickoxiden wurde in einem mit Schamottziegeln ausgekleideten Reaktionsturm auf ca. 400°C erhitzt. Das entstehende Gasgemisch kam dann in mehrere mit Blei ausgekleidete, hintereinandergeschaltete Behälter, wo es mit Wasser berieselt wurde und dabei zur einer 60-70%igen Schwefelsäure reagierte. Man verwendete eine Bleiauskleidung, da dies zu jener Zeit das einzige billige Metall war, das von konzentrierter Schwefelsäure nicht angegriffen wird. In der Folgezeit wurde das Bleikammerverfahren verbessert.  
 
Eine weitere Möglichkeit ist die Herstellung aus Metallsulfaten nach dem Müller-Kühne-Verfahren. Hierbei wird Gips oder Anhydrit im Gemisch mit Ton, Sand und Kohle in Drehrohröfen zu Schwefeldioxid und Calciumoxid aufgespalten, gleichzeitig entsteht Kohlenstoffdioxid: 
  
 2CaSO4  +  C  ----->  2CaO + 2SO2  +  CO2 
  
Heute erfolgt die Herstellung der Schwefelsäure hauptsächlich nach dem >Kontaktverfahren.  Hierbei wird Schwefeltrioxid in Wasser oder in konzentrierte Schwefelsäure geleitet (Näheres siehe dort). 
 
 
Erzeugung von Schwefeltrioxid aus Pyrit 
 
 
Beim ersten Brenner (links) wird Pyrit zu Schwefeldioxid
geröstet. Am Vanadium(V)-oxid-Katalysator (2. Brenner)
oxidiert das Schwefeldioxid zu Schwefeltrioxid. 
Schwefelsäuresynthese im Modellversuch
 
 
Das Schwefeltrioxid wird durch die Apparatur gesaugt; es löst
sich im Wasser des Reagenzglases links nur wenig, in der
konzentrierten Schwefelsäure im Reagenzglas rechts gut.
  
 Diese Demonstration darf nur im Abzug/in einer Kapelle durchgeführt werden. Film erhältlich auf >DVD
   
  
Verwendung 
   
Schwefelsäure dient zur Herstellung von Sulfaten und Düngemitteln, im Gemisch mit Salpetersäure als Nitriersäure zur Herstellung von Explosivstoffen. Im Bleiakku ist sie als Elektrolyt vorhanden (37-38%-ige Säure besitzt die beste Leitfähigkeit für elektrischen Strom). Schwefelsäure ist ein wichtiger Katalysator im Labor und bei chemischen Synthesen. Ihre Bedeutung als Rohstoff zur Waschmittel- und Farbstoffherstellung (Sulfonierung und Sulfatierung) ist von großem Nutzen. Sie wird auch zum Aufschluss von Titanmineralien bei der Herstellung des Weißpigments Titandioxid eingesetzt. Im chemischen Labor ist sie eine sehr wichtige Säure zum Trocknen von anderen Substanzen.  
     
  
Batteriesäure für Autobatterien
 
 
Batteriesäure enthält 38%ige Schwefelsäure.  
 
   
Copyright: T. Seilnacht