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  Ethylen   C2H4 
 
    
     
Farbloses Gas 
  
Vorkommen    
pflanzliches Hormon
Molmasse  28,053 g/mol   
AGW  keine Angaben
Dichte 1,2611 g/l (Gas, 0° C, 1013 hPa) 
(Ethylen : Luft = 0,98)  
Schmelzpunkt  -169,15 °C   
Siedepunkt  -103,77 °C   
Wasserlöslichkeit 
Konz. bei 25 °C 0,134 g/l  
Explosionsgr.  2,4 - 32,6 Vol.-% (Luft) 
Zündpunkt  440° C
Piktogramme 
GHS 02 
GHS 04 
GHS 07 
Gefahr 
Gefahrenklassen + Kategorie 
  
Entzündbare Gase 1 
Gase unter Druck, verdicht. Gas 
Spez. Zielorgantox. (e. ZNS) 3
HP-Sätze (siehe Hinweis)   
H 220, 280, 336 
P 210, 261, 280.3, 377, 304+340 
410+403 
Entsorgung  besondere Hinweise 
  Dt. Bezeichnung 
Synonyme (deutsch) 
Engl. Bezeichnung 
Synonyme (engl.) 
 CAS  74-85-1 Ethylen 
Ethen 
Ethylene 
Ethene 
  
Bemerkung: Für Schulen sind im Laborhandel Druckgasdosen mit dem reinen Gas erhältlich.
  
 
Eigenschaften 
  
Das farblose Gas riecht schwach süßlich und ist wenig giftig, wirkt aber in höheren Konzentrationen narkotisierend und erstickend. Ethylen löst sich nur wenig in Wasser, es ist etwas besser löslich in Aceton, Ethylalkohol und Benzol und gut löslich in Diethylether. Es brennt mit rußender, leuchtender Flamme und bildet mit Luft explosionsfähige Gemische.   
   
  
Druckgasdose mit Ethylen
 
 
 
  
Ethylen ist ein ungesättigter Kohlenwasserstoff, daher addiert es aufgrund seiner Doppelbindung gerne Wasserstoff oder Halogene an sein Molekül. Diese Reaktion kann auch als Nachweisreaktion für das Vorhandensein von ungesättigten Verbindungen, von Doppel- und Dreifachbindungen in organischen Stoffen herangezogen werden (Versuchsbeschreibung). 
    
 
Entfärbung von Brom durch Ethylen
 
 
Beim Einleiten von Ethylen in Brom wird dieses entfärbt.
 
Die Durchführung dieser Demonstration an Schulen ist problematisch. Film erhältlich auf >DVD
 
  
 Durch eine Polymerisationsreaktion lässt sich der Kunststoff Polyethylen (PE) herstellen, wozu als "Starterstoff" Dibenzoylperoxid notwendig ist:   
  
CH2=CH2 + CH2=CH2 ---Polymerisation---> -CH2-CH2-CH2-CH2-u.s.w.  
    
  
Weiterführende Infos zum Molekülbau 
  
Hybridorbitalmodell beim Ethylen nach Linus Pauling
    
  
Herstellung   
  
Im Labor ist Ethylen durch Erhitzen von Ethanol mit konzentrierter Schwefelsäure (oder Phosphorsäure) oder durch eine Eliminierungsreaktion von Dichlorethan und Zink zugänglich. In der Technik gewinnt man es durch thermisches Cracken von Ethan, bzw. von Kohlenwasserstoffgemischen:   
   
H3C-CH ----->  H2C=CH2  +  H2  
   
Mit Hilfe dieses Verfahrens kann aus Rohbenzin Ethen, aber auch Propen gewonnen werden.
   
  
Verwendung   
  
Ethylen ist eines der wichtigsten Zwischenprodukte der Erdölchemie beispielsweise zur Herstellung von Ethanol (Hydratisierung unter Hitze, hohem Druck und mit Phosphorsäure):  
   
C2H4  +  H2O  ----->  C2H5OH  
   
Außerdem dient es zur Herstellung der Kunststoffe Polyethylen (s.o.), Polyvinylchlorid (PVC) und Polystyrol, zur Ethylenoxidgewinnung, das ein wichtiger Grundstoff zur Herstellung von Schädlingsbekämpfungsmitteln, aber auch chemischer Waffen (Senfgas) darstellt. Ethylen wird zur Synthese von Acetaldeyhd benötigt (Oxidation des Ethens zu Acetaldehyd) und zur Synthese von Propanal und Propanol (Oxosynthese).
   
   
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