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  Methan   CH4 
    
   
Farbloses Gas  

Vorkommen 
Erdgas, Grubengas, bei Fäulnisprozessen (Sumpfgas, Darmgas), Reisfelder

Molmasse  16,043 g/mol   
AGW  keine Angaben    
Dichte  0,7175 g/l (Gas, 0 °C, 1013 hPa)  
(Methan : Luft = 0,56)   
Schmelzpunkt  -182,47 °C   
Siedepunkt  -161,48 °C   
Wasserlöslichkeit 
Konz. bei 25 °C 0,0277g/l  
Explosionsgrenzen  4,4 - 17 Vol.-% (Luft) 
Zündpunkt  +595 °C
Piktogramme  
GHS 02   
GHS 04   
Gefahr 
Gefahrenklassen + Kategorie   
  
Entzündbare Gase 1   
Gase unter Druck, verdicht. Gas 
HP-Sätze (siehe Hinweis)     
H 220, 280   
P 210, 377, 280.3, 381, 410+403   
Entsorgung  besondere Hinweise 
  Dt. Bezeichnung Engl. Bezeichnung
CAS  74-82-8 Methan Methane
     
Bemerkung für Schulen: Im Laborhandel sind Druckgasdosen mit dem reinen Gas erhältlich. Bei einem Erdgasanschluss kann das Gas unter Beachtung der Sicherheitsvorkehrungen entnommen werden. Dieses Gas ist jedoch mit Ethan und anderen Komponenten verunreinigt.
    
 
Eigenschaften 
  
Methan ist der einfachste Vertreter der Kohlenwasserstoffe und der erste Vertreter in der homologen Reihe der Alkane. Es ist in Aceton und Wasser nur wenig löslich, in Benzol, Diethylether und Ethylalkohol ist es gut löslich. Das farb- und geruchlose Gas verbrennt unter geringer Rußbildung zu Kohlenstoffdioxid und Wasser.   
   
CH4  +  2 O2  ----->  CO2  +  2 H2DHR = -802 kJ/mol  
    
 
 
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Methan verbrennt mit einer fast rußlosen Flamme.
  
Film erhältlich auf >DVD
  
 
Methan-Luft-Gemische sind explosiv. Derartige Gemische verursachen in Steinkohlebergwerken zusammen mit dem Kohlestaub oft die sogenannten "schlagenden Wetter". In höheren Konzentrationen wirkt Methangas betäubend und erstickend.  
  
  
Weiterführende Infos zum Molekülbau 

Hybridorbitalmodell beim Methan nach Linus Pauling

   
  
Herstellung 
  
Im Labor ist Methan aus Aluminiumcarbid und Wasser zugänglich:  
   
Al4C +  12 H2O  ----->  4 Al(OH)3  +  3 CH4  
   
Oder man erhält es durch starkes Erhitzen eines Gemisches von Natriumacetat und Natriumhydroxid:  
   
CH3-COONa  +  NaOH ----->  Na2CO3  +  CH4  
   
In der Technik kann es durch eine Reinigung von Erdgas gewonnen werden (Methananteil bis zu 90%). Es entsteht aber auch in großen Mengen bei der Erdöldestillation und bei der Fischer-Tropsch-Synthese:  
   
CO  +  3 H2  ----->  CH4  +  H2O   DHR = -206 kJ/mol  
   
Hierbei wird Synthesegas (ein Gemisch aus Kohlenstoffmonooxid und Wasserstoff) in einem Kontaktofen mit einem Cobaltkatalysator zu Erdölfraktionen umgesetzt, woraus das Methan abdestilliert werden kann.   
   
Bei der bakteriellen Zersetzung organischer Stoffe wie Gras, Stalldung, Jauche und Klärschlamm entsteht vorwiegend Methan. Methanbakterien bauen die Abfallstoffe in einer biochemischen Reaktion zu Methan (60%), Kohlenstoffdioxid (35%), Stickstoff, Wasserstoff und Schwefelwasserstoff um. Eine Kuh produziert pro Tag etwa 10 - 20 kg Mist, daraus können 1-2 Kubikmeter Biogas hergestellt werden. Die Biomasse, die eine Kuh in einem Jahr erzeugt, entspricht der Energie von 300 Liter Heizöl. Biogas lässt sich auch aus Pflanzenabfällen gewinnen. Der so gewonnene Biogas-Treibstoff ist umweltfreundlich, es werden bei der Verbrennung nur die Mengen an Treibhausgasen erzeugt, die sonst ebenfalls beim Verrotten der Pflanzen entstehen würden.  
 
 
Fermenter einer Biogasanlage
 
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Im Fermenter wird Methangas und Kohlenstoffdioxid
durch Vergärung aus Bioabfall produziert.
Biogas-Tankstelle
 
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Nach einer Aufbereitung erhält man ein brennbares Gasgemisch mit einem Methangehalt von mehr als 97%.
 
   
Verwendung 
  
Methan dient zum Heizen und als Treibstoff zum Betrieb von Gasmotoren. Es ist ein wichtiger Rohstoff für Synthesen in der chemischen Industrie:   
  • zur Synthesegaserzeugung (CH4 + H2O ---900 °C/Kat.---> CO + 3 H2), das Synthesegas wird für die Ammoniaksynthese oder zur Herstellung von Methanol benötigt
  • zur Herstellung von Ethin (Pyrolyse bei 1400 °C im Lichtbogen): 

  • 2 CH4 ---1400 °C/H2O-Dampf---> C2H2 + 3 H2   
  • zur Herstellung von Halogenalkanen, z.B. Dichlormethan (CH2Cl2) in einer Chlorierung:

  • H4 + Cl2 ---> CH2Cl2 + 2 HCl   
  • zur Gewinnung von Blausäure (HCN): 

  • 2CH4 + 2NH3 + Luft (3O2) ---Pt.-Kat.---> 2 HCN + 6 H2  
  • zur Herstellung von Schwefelkohlenstoff (CS2): 

  • CH4 + 4 S ---700 °C/Al2O3---> CS2 + 2 H2S
    
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