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  Kaliumpermanganat   KMnO4 
  
   
  
 
  
Dunkelviolett glänzende   
Kristalle
Molmasse  158,034 g/mol   
   
 
AGW  0,5 mg/m3 (MAK) 
Zersetzung  +240 °C 
Dichte  2,703 g/cm3   
Wasserlöslichkeit 
100g H2O lösen bei 25 °C 7,60 g
Piktogramm  
GHS 03   
GHS 07  
GHS 09  
Gefahr
Gefahrenklassen + Kategorie   
  
Oxidierende Feststoffe 2  
Akute Toxizität oral 4  
Gewässergefährdend akut/chron. 1
HP-Sätze (siehe auch Hinweis)      
H 272, 302, 410  
P 210, 221, 262, 273, 280.1-3, 301+312  
   
Entsorgung siehe Hinweise 
Etikett drucken Deutscher Name Englischer Name
CAS 7722-64-7 Kaliumpermanganat Potassium permanganate
   
Bemerkung: Kaliumpermanganat oxidiert Haut und Kleidung, daher muss sauber und möglichst mit Schutzhandschuhen und Schutzbrille gearbeitet werden. Die braunen Flecken auf der Haut sind nach 2 Tagen verschwunden, Kleidung wäre aber zerstört. Kaliumpermanganat ist kein Explosivstoff, kann aber zur Herstellung derartiger Stoffe verwendet werden (rechtlicher Hinweis).
   
  
Eigenschaften 
 
Die Lösung färbt aufgrund ihrer oxidierenden Wirkung Haut und Textilien braun. Dabei entstehen braune Flecken von Braunstein (Mangan(IV)-oxid). Beim Verschlucken können Vergiftungserscheinungen oder Verätzungen der Schleimhäute auftreten. Mit brennbaren oder stark reduzierend wirkenden Stoffen entstehen explosionsgefährliche Mischungen oder es kann eine Selbstzündung eintreten. Kaliumpermanganat zerstört auch Geruchsstoffe und wirkt bakterientötend.    

Kaliumpermanganat löst sich nur mäßig im Wasser, es bildet aber eine tief violette Lösung. Die kräftige, violette Farbe wird durch das Permanganat-Anion verursacht, das in der Oxidationsstufe +VII vorliegt.  Legt man ein paar Kristalle Kaliumpermanganat an den Grund einer Lösung durchfärbt sich die Lösung nach und nach, ohne dass dabei die Flüssigkeit bewegt wird. Dieses Phänomen der selbständigen Durchmischung verschiedener Stoffe nennt man Diffusion: 
   
 

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Phänomen der Diffusion in einer Kaliumpermanganatlösung 
   
   
Oberhalb von 240°C erfolgt Zersetzung unter Sauerstoffabspaltung. Man erhält Kaliummanganat, Manganit und Sauerstoff. Führt man diese Reaktion in einem Reagenzglas durch, lässt sich der Sauerstoff mit Hilfe der Spanprobe nachweisen. 

10 KMnO4   3 K2MnO4  +  2 K2O . 7 MnO2  +  6 O2   
   
Mit Salzsäure reagiert Kaliumpermanganat unter Chlorgasentwicklung:  
   
2 KMnO4  +  16 HCl   5 Cl2  +  8 H2O  +  2 MnCl2  +  2 KCl   
    
Mit Glycerin, Ethylenglykol, Mannit, Acetaldehyd erfolgt Selbstzündung (siehe Glycerin). Mischungen mit Magnesium- oder Aluminiumpulver reagieren explosionsartig unter grellem Lichtblitz.  

   
 
Herstellung 
   
Kaliumpermanganat ist in einem mehrstufigen Prozess aus Braunstein und Kaliumhydroxid zugänglich:   
  
Braunstein  +  Kaliumhydroxid  +  Sauerstoff   Kaliummanganat(VI)  +  Wasser  
   
Das so erhaltene Kaliummanganat(VI) wird anschließend in wässriger Kalilauge gelöst und elektrochemisch an Nickelanoden zu Kaliumpermanganat oxidiert.
   
 
Verwendung 
 
Im Chemieunterricht wird Kaliumpermanganat für zahlreiche und unersetzliche Versuche benötigt, beispielsweise:    
Osmose: Ein Dialyseschlauch ist für die Wassermoleküle und die Kaliumpermanganat-Ionen durchlässig. Er ist semipermeabel, größere Moleküle wie die von Zucker kommen nicht durch. Bei der Reaktion einer mit Schwefelsäure angesäuerten Kaliumpermanganatlösung mit 30%iger Wasserstoffperoxidlösung werden die  Mn(VII)-Ionen zu (farblosen) Mn(II)-Ionen reduziert.
  
Kaliumpermanganat wird bei organischen Reaktionen und Synthesen als Oxidationsmittel häufig benötigt.  Bei der Wasseraufbereitung dient es zur Entfernung von Mangan. Bei der Maßanalyse dient es zur Bestimmung von zahlreichen Substanzen. In der Medizin wird es als Desinfektionsmittel und als Gegengift bei Vergiftungen mit Cyanid, Blausäure, Opium, Morphium, Phosphor und bei Schlangenbissen eingesetzt. Es eignet sich auch als Fungizid und Bakterizid für Obstbäume oder Olivenbäume. Früher stellte man aus Kaliumpermanganat und Magnesiumpulver eine explosive Mischung her, die mit einem grellen Lichtblitz abbrannte. Dieses Blitzlichtpulver war der Vorläufer des modernen Elektronenblitzes für die Fotografie. 
 
  
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