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Brom                                               35Br
engl. bromine; griech. bromos ("Gestank")
  
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Flüssiges Brom verdampft teilweise 
schon bei Zimmertemperatur
relat. Atommasse:  
Ordnungszahl:  
Schmelzpunkt:  
Siedepunkt:  
Oxidationszahlen:  
Dichte (flüssig):  
Elektronegativität:  
Atomradius:  
Elektronenkonfig.:  
natürl. Häufigkeit:  
  
   
   
 
79,904   
35   
-7,25 °C   
58,78 °C   
7, 5, 3, 1, -1   
3,1226 g/cm³  
2,96 (Pauling)   
114,5 pm  
[Ar]3d104s24p5  
Br-79  50,69%  
Br-81  49,31%  
  
   
 
 
 
Eigenschaften:   
Brom ist bei Zimmertemperatur eine rotbraune, relativ schwere Flüssigkeit, die schon merklich verdampft. Brom bildet wie alle anderen Halogene zweiatomige Moleküle (Br2). Die Dämpfe riechen brenzlig, sie sind stark reizend, wirken erstickend und sind sehr giftig. Bromdämpfe sind fünfmal schwerer als Luft und können leicht umgegossen werden. Selbst in geringsten Verdünnungen verursachen sie gefährliche Verätzungen in den Bronchien. Flüssiges Brom erzeugt auf der Haut tiefe, schwer heilende Wunden. Bei Bromverätzungen sind die betroffenen Stellen sofort mit Wundbenzin und danach mit viel Wasser zu behandeln. Aufgrund der leichten Flüchtigkeit und der Giftigkeit wird Brom im Labor in Säurekappenflaschen aufbewahrt, deren Verschlüsse mit Paraffin eingefettet sind.  
   
  
Film: Brom verdampft bereits bei Zimmertemperatur
Copyright: Thomas Seilnacht
 
Brom verdampft bereits bei Zimmertemperatur
 
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Beim Abkühlen unter -7,25°C erstarrt flüssiges Brom zu dunkelbraunen, schwach glänzenden Kristallen, die immer farbloser werden, je weiter man abkühlt. Brom ist in Ethanol, Benzol, Chloroform und Tetrachlorkohlenstoff leicht löslich und geht mit vielen organischen Stoffen Bromverbindungen ein, z.B. mit Benzol Brombenzol, mit Methan Brommethan oder mit Aceton Tribromaceton ("Tränengas"). In Wasser ist es nur bedingt löslich, 100 g Wasser lösen bei 20°C 3,55 g Brom, wobei rotbraunes "Bromwasser" entsteht.  
   
Brom ist wie alle Halogene sehr reaktionsfreudig, es reagiert nicht so heftig wie Fluor oder Chlor, verbindet sich aber mit fast allen Elementen, außer Sauerstoff, Kohlenstoff und den Edelgasen. Mit Wasserstoff bildet sich Bromwasserstoff, mit Alkalimetallen und Erdalkalimetallen reagiert es sehr heftig, teilweise sogar explosionsartig zu den entsprechenden Bromiden, mit Zinn und Aluminium unter Feuererscheinungen.  
   
  
Film: Reaktion von Brom mit Aluminium
Copyright: Thomas Seilnacht
 
Reaktion von Aluminium und Brom
 
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Feuchtes Brom greift alle Metalle außer Platin und Tantal an. Es löst sogar Gold auf. Aufgrund seiner hohen Reaktionsfähigkeit addiert es sich an viele Verbindungen, besonders an die Doppel- und Dreifachbindungen der ungesättigten Kohlenwasserstoffe. Organische Stoffe wie Fett, Stärke, Holz oder Papier werden von Brom rasch zerstört.  
 
 
Vorkommen:   
Mit einem Massenanteil von 0,0006% steht Brom an 43. Stelle der Elementhäufigkeit in der Erdhülle und gehört damit eher zu den seltenen Elementen. Bromatome kommen in der Natur nur chemisch gebunden in Form der Bromide vor. Brom-Minerale treten häufig in Verbindung mit Silbererzen auf, z.B. als Bromargyrit (Silberbromid, AgBr). Das technisch bedeutendste Bromerz stellt der Bromcarnallit (Kalium-Magnesium-Bromid) dar, der in Salzlagerstätten auftritt. Die größten Bromreserven befinden sich jedoch im Meerwasser, das Natriumbromid und Magnesiumbromid in einer Konzentration von etwa 70g/m³ enthält. 
 
 
Geschichtliches:   
Der französische Chemiker Antoine-Jérôme Balard entdeckte das Element als erster im Jahre 1826 als er die Salze des Meerwasser untersuchte und Meeresalgen ausglühte. Balard benannte das neue Element zunächst Muride (vom lateinischen Wort muria für Sole abgeleitet). Da die Salze der Salzsäure damals Muriate genannt wurden, schlug Joseph Louis Gay-Lussac den Namen Brome (franz.) vor, das sich vom griechischen Wort bromos ("Gestank") ableitete. Die industrielle Gewinnung von Brom begann erst um 1858.   
   
 
  
Antoine-Jérôme Balard (1802-1876)
 
 
Herstellung:   
Die Herstellung von Brom erfolgt in Deutschland aus bromidhaltigen Laugen, die bei der Salz- und Düngemittelherstellung aus dem Abraumsalz Kaliumchlorid anfallen. Die Laugen enthalten geringe Mengen an Magnesiumbromid und Kaliumbromid. Man lässt sie in hohen Türmen von oben herabrieseln und bläst auf sie Chlorgas, das eine Redoxreaktion mit den Bromiden eingeht:  
  
2 KBr  +  Cl2  ----->  Br2  +  2 KCl  
MgBr2  +  Cl2  ----->  Br2  +  MgCl2  
  
Durch eine nachfolgende Destillation wird das rohe Brom von Chlorresten gereinigt und dann entwässert.   
   
In den USA und in Israel wird das Brom direkt aus Meerwasser gewonnen. Das in Salinen angereicherte bromsalzhaltige Meerwasser wird angesäuert und mit Chlor versetzt. Das entstehende rohe Brom leitet man zur Reinigung in eine Sodalösung, aus der das reine Brom mit Schwefelsäure und Wasserdampf freigesetzt werden kann. 
 
 
Verwendung:   
Brom ist ein wichtiges Element zu Herstellung von Bromiden und bromorganischen Verbindungen. Silberbromid dient als lichtempfindliche Schicht auf Filmmaterial. Organische Bromverbindungen wirken in der Medizin als Beruhigungsmittel bei Depressionen oder psychischen Krankheiten (Tranquilizer, Sedativa). Der rote Farbstoff Eosin ist eine komplizierte Bromverbindung und dient zur Herstellung von roter Tinte, Nagellack, Lippenstiften oder zum Färben von Textilien. Viele Bromverbindungen wie Bromaceton (Tränengas) oder die Weißkreuzkampfstoffe des 1. Weltkriegs wurden in der Vergangenheit als chemische Kampfstoffe eingesetzt. Feuerlöscher enthalten sogenannte Halone als Flammschutzmittel, die aus Brom-Chlor-Fluorkohlenwasserstoffe bestehen. Elementares Brom dient wie Chlor als Oxidationsmittel und zum Bleichen in der Textil- und Papierindustrie, gelegentlich auch als Desinfektionsmittel in Schwimmbädern. 
 
 
 
Weitere Informationen:
 
Experimente mit Halogenen
 
 
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