Silber Zink  Quecksilber Indium
 
 Cadmium                                      48Cd
 engl. cadmium; griech. kadmia ("Galmei" = Zinkcarbonat)
 
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Relat. Atommasse   
Ordnungszahl    
Schmelzpunkt    
Siedepunkt    
Oxidationszahlen     
Dichte    
Härte (Mohs)     
Elektronegativität    
Elektronenkonfig.   
Natürl. Häufigkeit  
  
  
  
  
  
  
 
112,411    
48    
320,9 °C    
767 °C    
2, 1    
8,65 g/cm³   
   
1,69 (Pauling)     
[Kr]4d105s2   
Cd-106: 1,25%   
Cd-108: 0,89%   
Cd-110: 12,49%   
Cd-111: 12,80%   
Cd-112: 24,13%   
Cd-113: 12,22%   
Cd-114: 28,73%   
Cd-116: 7,49%
 
 
      
 
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Beim Erhitzen von Cadmium entsteht rotbraunes, giftiges Cadmium(II)-oxid.
    
GHS-Piktogramme  
   Gefahr
Gefahren (H-Sätze) 
H 330, 341, 350, 361fd, 
372, 410 

(Pulver stabilisiert)

CAS-Nummer 
7440-43-9 
 
  
 
 
 
Physikalisch-chemische Eigenschaften
Cadmium ist ein silberweiß glänzendes und relativ weiches  Schwermetall, das mit dem Messer angeschnitten und zu dünnen Blechen und Drähten gewalzt werden kann. Es hat relativ niedrige Schmelz- und Siedetemperaturen und ist ein guter Leiter für Wärme und elektrischer Strom. Unterhalb von -272,633°C ist das Metall supraleitend. Unter normalen Umständen ist Cadmium an der Luft beständig, es verliert aber nach einigen Tagen seinen Glanz, da es mit Kohlenstoffdioxid eine dünne, grauweiße Schicht bildet. Beim Verbrennen von Cadmiumpulver bildet sich bei roter Flamme ein brauner Rauch aus giftigem Cadmium(II)-oxid. Diese Reaktion findet auch statt, wenn das kompakte Metall erhitzt wird und die entstehenden Dämpfe mit dem Luftsauerstoff reagieren. 
  
2 Cd  +  O2   2 CdO       DHR = -517 kJ/mol 
  
 
 Erhitzen von Cadmium
 
 
 
 
 Beim Erhitzen von Cadmium reagieren bereits die Dämpfe
mit dem Luftsauerstoff zu rotbraunem, giftigem Cadmium(II)-oxid.
 
 
In Salzsäure und Schwefelsäure löst es sich nur ganz langsam, in Salpetersäure dagegen schnell unter Bildung von Cadmiumnitrat auf. Im Gegensatz zum Zink wird es von Laugen nicht angegriffen. Mit Halogenen reagiert es unter Hitze zu den entsprechenden Halogeniden:  
  
Cd  +  Cl2   CdCl2       DHR = -391 kJ/mol 
   
Toxikologie 
Cadmium gehört zu den problematischsten Schwermetallen. Aber auch fast alle Cadmiumverbindungen sind stark toxisch und umweltgefährlich. Eine Ausnahme bildet das wasserunlösliche Cadmiumsulfoselenid, das als gelbes Pigment verwendet wird und erst beim Erhitzen giftige Reaktionsprodukte freisetzt. Kompaktes Cadmium ist an der Luft beständig, solange es nicht erhitzt wird. Daher gehen vom kompakten Metall nicht so große Gefahren aus, wie bei der akuten Exposition von Stäuben oder bei der chronischen Aufnahme über die Nahrung. Belastet sind oft Leber, Pilze, Muscheln, Meeresfrüchte, Wurzelgemüse, Weizen oder bestimmte Fischsorten. Das Schwermetall gelangt bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe in Kraftwerken und über Müllverbrennungsanlagen in die Atmosphäre oder es fällt als Abfallprodukt bei der metallverarbeitenden Industrie an. Es findet sich auch im Klärschlamm der Kläranlagen.  
  
Eine akute Vergiftung äußert sich in erhöhtem Speichelfluss, Übelkeit, Erbrechen und Krämpfen. Das Einatmen cadmiumhaltiger Stäube führt zu Kopfschmerzen und zu Degenerationen an den Schleimhäuten. Bei höheren Konzentrationen besteht akute Lebensgefahr. Bei regelmäßiger Aufnahme kleinerer Mengen durch die Nahrung reichern sich die Cadmiumionen in den inneren Organen wie Leber oder Niere an und schädigen diese. Bei den 1946 bei der Bevölkerung in Japan diagnostizierten Cadmiumvergiftungen traten schwere Skelettdeformationen und Eisenmangelerscheinungen auf. Cadmium konkurriert in der Knochensubstanz mit den Calciumionen und wirkt dadurch knochenschädigend. Cadmium und die meisten Verbindungen gelten auch als erbgutschädigend und krebserzeugend. Sie beeinträchtigen die Fruchtbarkeit und schädigen das Kind im Mutterleib.
  
Vorkommen 
Cadmium steht mit einem Anteil von 3 x 10-5% an 63. Stelle der Elementhäufigkeit in der Erdkruste und gehört damit zu den eher seltenen Elementen. Es ist aber noch häufiger als Silber. In elementarer Form kommt es in der Natur nie vor. Der Greenockit oder die Cadmiumblende (Cadmiumsulfid, CdS) ist ein Cadmiummineral, das für die technische Gewinnung von Cadmium keine Bedeutung besitzt, da es sehr selten ist. 
  
 
 Greenockit (Cadmiumblende)
 
 
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 Der Greenockit ist ein natürlich vorkommendes Cadmiumsulfid.
 
  
Die Gewinnung von Cadmium erfolgt aus Nebenprodukten bei der Zinkverhüttung. Die Zinkblende enthält bis zu 0,5% Cadmium, der Zinkspat sogar bis zu 5% Anteil. Die wichtigsten Vorkommen der Zinkerze liegen in den USA, in Kanada, in Australien und in den GUS-Staaten.  
 
 
 Smithsonit aus Tsumeb/Namibia
 
 
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 Die Zinkerze (hier Zinkspat) enthalten meist geringe Cadmium-Beimengungen.
 
 
Geschichte 
Das Element wurde im Jahre 1817 fast gleichzeitig von dem deutschen Apotheker Carl Samuel Hermann (1765-1846) in Schönebeck bei einer Analyse des Zinkoxids und von dem deutschen Chemiker Friedrich Strohmeyer (1776-1835) im Zinkcarbonat entdeckt. Nachdem das Element zunächst verschiedene Namen wie Melinum, Klaprothium oder Junonium erhielt, setzte sich der von Strohmeyer vorgeschlagene Name Cadmium nach dem griechischen Wort kadmia (Galmei, Zinkspat) mit dem Symbol Cd durch.  
  
Herstellung     
Cadmium fällt als Nebenprodukt bei der Zinkverhüttung beim Rösten der Zinkblende in den  cadmiumreichen Flugstäuben an. Die Stäube werden angereichert und mit Schwefelsäure versetzt. Nach einer Ausfällung der anderen Metalle rührt man Zinkstaub ein, wobei durch eine Zementation Cadmiumzement ausfällt. Aus diesem kann das Cadmium durch Destillation bei ca. 400°C abgetrennt werden. Aufgrund des niedrigen Schmelzpunktes von Cadmium kann man diese Eigenschaft direkt beim Rösten ausnutzen: Das Cadmium verflüchtigt sich zuerst und wird zu Cadmiumoxid verbrannt. Durch eine nachfolgende Reduktion mit Koks erhält man ein Gemisch aus Zink und Cadmium, aus dem das reine Cadmium durch eine erneute Destillation abgetrennt werden kann.  
   
Beim nassen Verfahren zur Zinkherstellung gibt man in die wässrige Zinksulfat-Lösung Zinkstaub, wobei das edlere Cadmium ausfällt. Der so erhaltene Cadmiumschwamm wird zu Cadmiumoxid oxidiert und danach mit Schwefelsäure versetzt:  
  
2 Cd  +  O2   2 CdO   
CdO  +  H2SO4   CdSO4  + H2O   
  
Durch eine Elektrolyse der Cadmiumsulfat-Lösung scheidet sich reines, 99,97%iges Cadmium an den Aluminiumkathoden ab. Durch ein Zonenschmelzverfahren lässt sich sogar 99,9999%iges Cadmium herstellen. Zunehmend wird Cadmium heute auch durch Recycling aus Industrieabfällen gewonnen. 
  
Verwendung 
Ein großer Anteil des Cadmiums dient zum Galvanisieren oder Bedampfen von Eisen als wirksamer Rostschutz. Ein weiterer Anteil wird für Elektroden in Akkumulator-Batterien eingesetzt, zum Beispiel in Ni-Cd- oder Ag-Cd-Akkumulatoren. Cadmiumhaltige Akkus sind heute in Europa - mit Ausnahme von bestimmten Spezialanwendungen - verboten. So setzte Deutschland im Jahr 2009 ein Batteriegesetz um, das Beschränkungen für den Einsatz von Cadmium und Quecksilber in Batterien festsetzt.  
  
 
Querschnitt und Aufbau eines Nickel-Cadmium-Akkus
 
Zoom!
 
Die in Schichten angeordneten Elektroden werden durch Separatoren getrennt, als Elektrolyt dient
Kaliumhydroxid. Das Cadmium bildet die negative Elektrode, Nickel(III)-oxidhydroxid die positive.
 
  
Cadmium-Legierungen mit Kupfer, Nickel und Silber sind wichtige Lagermetalle, Legierungen mit Zinn, Blei und Bismut werden für niedrig schmelzende Lote eingesetzt ("Woodsches Metall"). Cadmiumsulfoselenid Cd(S,Se) oder Cadmium-Zinksulfid (Cd,Zn)S sind aufgrund ihrer guten chemischen Beständigkeit und ihrer Lichtechtheit gelbe oder rote Pigmente. Vermischt man Cadmiumgelb mit Chromoxidhydratgrün, entsteht eine grüne Farbe, die sich für Tarnanstriche eignet, da sie auf Luftaufnahmen nicht vom grünen Gras unterscheidbar ist. Cadmiumseifen, die Cadmiumsalze von Fettsäuren, dienen als Stabilisatoren für Kunststoffe, zum Beispiel für PVC.  
 
Copyright: Thomas Seilnacht