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brandfördernd farblose Kristalle oder weißes Pulver Vorkommen:
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RS-Sätze: R 8
S 16, 41
Entsorgung: G 4 MG: 101,103 g/mol
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| Eigenschaften:
Kaliumnitrat löst sich unter Abkühlung im Wasser, wobei Wärme von der Umgebung aufgenommen wird. In warmem Wasser löst sich Kaliumnitrat wesentlich besser (siehe Diagramm). Beim Erhitzen über die Schmelztemperatur wird Sauerstoff unter Bildung von Kaliumnitrit abgegeben; eine heiße Kaliumnitratschmelze reagiert explosionsartig mit organischen Verbindungen, ebenso mit Kohle und Schwefel. ![]() |
| Herstellung:
Früher gewann man Kaliumnitrat aus Kalisalpeter (Lagerstätten in Indien, China, Deutschland, Ungarn, u.a.); später aus Chilesalpeter (Natriumnitrat) und nachfolgender Umsetzung einer heißen Lösung von Natriumnitrat (NaNO3) in Wasser mit Kaliumchlorid: NaNO3 + KCl -----> NaCl + KNO3 Heute erhält man es vorwiegend aus
Salpetersäure und Kaliumcarbonat
(Pottasche):
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| Verwendung:
Als Oxidationsmittel zur Herstellung von Schwarzpulver und Zündschnüren; in Feuerwerkskörpern und Leuchtsätzen; in Kältemischungen: eine Mischung mit 3 Teilen Wasser + 1 Teil Ammoniumchlorid + 1 Teil Kaliumnitrat ergibt eine Temperatursenkung von ca. 20 °C; als Lebensmittelzusatzstoff (E 252) zum Pökeln von Fleisch- oder Wurstwaren oder in Käse: Salpeter verhindert eine Zersetzung des roten Farbstoffes, so dass das Fleisch seine rote Farbe behält; aufgrund seines Stickstoffgehalts als wertvolles Düngemittel; als Schweiß- und Härtesalz in der Metallverarbeitung. |
| Geschichte:
Obwohl die Babylonier 1700 vor Christus den Salpeter bereits kannten, gibt es bei den Griechen und den Römern und auch bei den Arabern keinen Hinweis mehr darauf, dass der Stoff verwendet wurde. Im 13. Jahrhundert wird der Salpeter wieder von Roger Bacon (ca. 1214-1292) bei der Beschreibung des Schwarzpulvers erwähnt. Der Alchimist hatte das Rezept vermutlich von chinesischen Mönchen erhalten. In China wurden bereits im Jahre 1288 Handbüchsen gefertigt. Diese hatten einen Kaliber von 30mm und eine Länge von 45cm. Dem Mönch Bertholt Schwarz ist daher wohl nicht die Erfindung des Schwarzpulvers zuzuschreiben. Er benutzte das aus dem Mittelalter stammende "Feuerwerkbuch", dessen Herkunft heute nicht mehr genau geklärt werden kann. Schwarz war in Freiburg/Breisgau als Büchsenmacher tätig. Er war der Erfinder der Steinbüchse, einem kurzläufigen Geschütz, in dem eine aus Stein gefertigte Kugel mit Holzkeilen festgemacht und die durch die Explosion des dahinter liegenden Pulverraums abgeschossen wurde. Bertholt Schwarz verbesserte die Zusammensetzung des Schwarzpulvers und erfand die ersten Geschütze. Schwarz wurde im Jahr 1389 auf den Befehl des Kaisers Wenzel hingerichtet. Im 13. Jahrhundert erwähnte Marcus Graecus im Buch "Liber ignium" (Buch des Feuers) den Salpeter zur Herstellung leicht entzündlicher Mischungen. Bis zur Erfindung der Schießbaumwolle im 19. Jahrhundert war das Schwarzpulver der einzige verfügbare Explosivstoff zur Herstellung von Feuerwaffen. Salpeter wurde systematisch aus einer "nitrosen Erde" gewonnen, die man in Viehställen und Schlachthäusern sammelte. Aus dem tierischen Urin bildete sich der chemisch gebundene Stickstoff mit Hilfe von Bakterien zu Nitrat um. Durch das Kochen der nitrosen Erde mit heißem Wasser löste sich das Nitrat, beim Eindampfen erhielt man einen braunen Rückstand, den "roten Mauersalpeter". Dieser bestand im wesentlichen aus Calciumnitrat, das danach mit Pottasche zu Kalisalpeter umgewandelt wurde: Ca(NO3)2 + K2CO3 -----> 2KNO3 + CaCO3 Nach einer Filtration der Lösung und einer schrittweisen Kristallisation erhielt man den Salpeter in reiner, kristalliner Form. Zur Verbesserung der Ausbeute legt man ab dem 17. Jahrhundert Salpetergärten an. Diese bestanden aus langgestreckten Erdhaufen, die aus tierischem Dung, Kalk und Urin hergestellt wurden und vor Regen geschützt waren. Auch Menschenleichen soll man auf diese Erdhaufen geworfen haben. Nach zwei Jahren hatte sich soviel Salpeter gebildet, dass man aus 6kg Erde 1kg Salpeter gewinnen konnte. Eine weitere Quelle war bis dahin der Mauersalpeter, der sich in den Viehställen an den Wänden gebildet hatte. Neben der Verwendung zur Herstellung von Schießpulver diente der Salpeter schon ab dem Jahre 1300 zur Herstellung von Salpetersäure und wenig später auch als Oxidationsmittel zur Reinigung von Metallen. Mitte des 19. Jahrhunderts begann der Import von Chilesalpeter nach Europa. Man fand ihn in der nordchilenischen Atacama-Wüste in mächtigen, 1-2 Meter dicken und bis zu 600km langen Lagerstätten. Der chilenische Salpeter enthielt vor allem Natriumnitrat, das man leicht in Kaliumnitrat umwandeln konnte. Chile führte gegen Peru und Bolivien in den Jahren 1879-1884 um die Lagerstätten in der Region Atacama einen Krieg. Der "Salpeterkrieg" forderte 14000 Tote und sicherte Chile als Sieger die umfangreichen Salpetervorkommen. |
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