Startseite >>> Lexika >>> Chemikaliendatenbank >>> Anorganische Salze >>> Calciumcarbid 
Calciumcarbid                                                     CaC2
 
F  
leicht entzündlich  
   
 
  
farblose durchsichtige Kristalle, im Handel auch als braune (verunreinigte) Brocken
RS-Sätze: R 15 S 8, 43.6 
Entsorgung: besondere Hinweise   
  
MG: 64,099 g/mol  
Dichte: 2,22 g/cm3  
Schmelztemperatur: 2300 °C  
Wasserlöslichkeit:  
unlöslich, zersetzt sich lebhaft
 
Eigenschaften:  
Reines Calciumcarbid bildet farblose, durchsichtige Kristalle. Im Handel ist es jedoch meist in braunen oder grauschwarzen Brocken erhältlich, die Verunreinigungen aus Calciumoxid, Calciumphosphid, Kohlenstoff und anderen Stoffen enthalten.  
  
  
Mit Wasser reagiert Calciumcarbid lebhaft unter Bildung von Ethin und Calciumhydroxid. Ein Kilogramm Calciumcarbid liefert etwa 300 Liter Ethin. 

CaC2  +  2H2O  ----->  C2H2  +  Ca(OH)2 
    

Film: Reaktion von Carbid und Wasser
Copyright und Kamera: Thomas Seilnacht
 
Film starten!
 
 Klicken Sie zum Abspielen des Filmes auf das Bild
  
Der dabei auftretende unangenehme und typische "Carbidgeruch" wird nicht durch das Gas Ethin verursacht, sondern durch die Bildung des stark giftigen Gases Phosphin (PH3) aus Calciumphosphid (Ca3P2): 
  
Ca3P2  +  6H2O  ----->  3Ca(OH)3  +  2PH3 

Der unangenehme Geruch des Phosphins geht auch von den verunreinigten Brocken aus, da diese bereist mit der Luftfeuchtigkeit reagieren. 
  
Mit Stickstoff setzt sich das Calciumcarbid bei 1000°C zu Kalkstickstoff um: 
  
CaC2  +  N2  ----->  CaCN2  +  C 
  
Kalkstickstoff ist ein wichtiges Düngemittel, das im Boden unter der Einwirkung von Wasser und Bakterien Ammoniak freisetzt.

 
Herstellung:  
In der Technik gewinnt man Calciumcarbid durch die Reaktion von Calciumoxid und Koks im elektrischen Lichtbogen bei Temperaturen von 1800-2100°C: 
  
CaO  +  3C  ----->  CaC2  +  CO    DHR = 464 kJ/mol 
 
Das dabei entstehende flüssige Calciumcarbid wird am Boden des Ofens durch einen Abstich entnommen. Zur Herstellung von einer Tonne Calciumcarbid werden um die 3 MWh an Energie benötigt.
 
Verwendung:  
Früher in Carbidlampen, in denen es mit Wasser versetzt wurde und dabei das brennbare Gas Ethin (Acetylen) erzeugte; beim "Carbidböllern" zu Silvester wurde in eine große Büchse oder in einen Eimer ein Carbidstück hineingelegt. Durch die Zugabe von Wasser entstand das Ethin, das mit dem Luftsauerstoff ein explosives Gas-Luft-Gemisch bildete. Mit einem mindestens 3 Meter langen, am Ende brennenden Stab, wurde das explosive Gemisch gezündet. Der Knall war so laut, dass man ihn weithin hören konnte.  
 
 
Heute dient das Carbid teilweise noch zur Herstellung von Ethin als wichtiges Schweißgas (allerdings wird Ethin heute hauptsächlich durch die Pyrolyse von Methan hergestellt); ferner zur Produktion des Düngemittels Kalkstickstoff (s.o.) und zur Entschwefelung in der Eisen- und Stahlindustrie.
 
 
deutscher
Name
englischer
Name
CAS-
Nummer
Etikett
drucken
Calciumcarbid
Calcium carbide
75-20-7
pdf
 
 
Copyright: T. Seilnacht