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  Calciumcarbid  CaC2 
 
 
 
 
Farblose durchsichtige Kristalle,  
im Handel auch als  
braune (verunreinigte) Brocken
Molmasse  64,099 g/mol   
   
AGW  keine Angaben   
Dichte  2,22 g/cm3   
Schmelzpunkt   +2300 °C   
Wasserlöslichkeit   
unlöslich, zersetzt sich lebhaft
Piktogramm  
GHS 02  
Gefahr
Gefahrenklassen + Kategorie  
Stoffe, die bei Berührung mit Wasser  
entzündbare Gase abgegeben 1
HP-Sätze (siehe auch Hinweis)      
H 260  P 223, 370+378.1, 402+404  
Entsorgung  besondere Hinweise   
Etikett drucken Deutscher Name Englischer Name
CAS  75-20-7 Calciumcarbid Calcium carbide
    
   
Eigenschaften 
  
Reines Calciumcarbid bildet farblose, durchsichtige Kristalle. Im Handel ist es jedoch meist in braunen oder grauschwarzen Brocken erhältlich, die Verunreinigungen aus Calciumoxid, Calciumphosphid, Kohlenstoff und anderen Stoffen enthalten.   
    
  
  
Die handelsüblichen Carbid-Brocken sind verunreinigt.

  
Mit Wasser reagiert Calciumcarbid lebhaft unter Bildung von Ethin und Calciumhydroxid. Ein Kilogramm Calciumcarbid in technischer Qualität liefert etwa 300 Liter Ethin.  

CaC2  +  2H2O  ----->  C2H2  +  Ca(OH)2  
      

 
 
  Reaktion von Carbid und Wasser
 
 Film erhältlich auf >DVD
    
   
Der dabei auftretende unangenehme und typische "Carbidgeruch" wird nicht durch das Gas Ethin verursacht, sondern durch die Bildung des stark giftigen Gases Phosphin (PH3) aus Calciumphosphid (Ca3P2):  
   
Ca3P2  +  6H2O  ----->  3Ca(OH)3  +  2PH3  

Der unangenehme Geruch des Phosphins geht auch von den verunreinigten Brocken aus, da diese bereist mit der Luftfeuchtigkeit reagieren.  
   
Mit Stickstoff setzt sich das Calciumcarbid bei 1000°C zu Kalkstickstoff um:  
   
CaC2  +  N2  ----->  CaCN2  +  C  
   
Kalkstickstoff ist ein wichtiges Düngemittel, das im Boden unter der Einwirkung von Wasser und Bakterien Ammoniak freisetzt.

   
  
Herstellung 
  
In der Technik gewinnt man Calciumcarbid durch die Reaktion von Calciumoxid und Koks im elektrischen Lichtbogen bei Temperaturen von 1800-2100°C:  
   
CaO  +  3C  ----->  CaC2  +  CO    DHR = 464 kJ/mol  
  
Das dabei entstehende flüssige Calciumcarbid wird am Boden des Ofens durch einen Abstich entnommen. Zur Herstellung von einer Tonne Calciumcarbid werden um die 3 MWh an Energie benötigt.
   
  
Verwendung 
  
Calciumcarbid kam früher in Carbidlampen zum Einsatz. Beim Versetzen mit Wasser entstand das brennbare Gas Acetylen. Heute sind vereinzelt noch Acetylenentwickler zur Herstellung des Brenngases aus Carbid für das Schweißen erhältlich. Die chemische Industrie benötigt Calciumcarbid zur Produktion des Düngemittels Kalkstickstoff, die Eisen- und Stahlindustrie zur Entschwefelung von schwefelhaltigen Erzen und Rohprodukten. 
  
Vor allem in ländlichen Bereichen war das "Carbidböllern" zu Silvester beliebt: In eine große Büchse oder in einen Eimer legte man ein Carbidstück. Durch die Zugabe von Wasser entstand Acetylen, das mit dem Luftsauerstoff ein explosives Gas-Luft-Gemisch bildete. Mit einem mindestens 3 Meter langen, am Ende brennenden Stab, wurde das explosive Gemisch gezündet. Der Knall war so laut, dass man ihn noch im nächsten Dorf hören konnte.   
    
   
 
Handelsübliche Büchse mit Carbid
   
  
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