Kaliumcyanid (Cyankali) KCN
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In dunkler Flasche
unter Verschluss aufbewahren
Weiße
Kristalle |
Molmasse
65,116 g/mol
AGW
2 mg/m3 (TRGS 900)
Dichte 1,55
g/cm3
Schmelzpunkt
+622 °C
Wasserlöslichkeit
100g
H2O lösen bei 20 °C 69,9 g |
Piktogramme
GHS 06
GHS 09
Gefahr
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Gefahrenklassen
+ Kategorie
Akute Toxizität oral
2
Akute Toxizität dermal
1
Akute Toxizität inhalativ
2
Gewässergefährdend
akut/chron. 1 |
HP-Sätze
(siehe Hinweis)
H 300,
310, 330,
410, EUH032
P 260,
262, 264.1,
273, P280.1-3+6+7,
P301+310, 302+350,
Entsorgung
besondere Hinweise |
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Deutscher Name |
Englischer Name |
| CAS
151-50-8 |
Kaliumcyanid |
Potassium cyanide |
| Bemerkung
für Schulen: Kaliumcyanid darf aufgrund des sehr hohen toxischen Potentials
nicht im Schullabor verwendet werden, daher wird kein Etikett angeboten.
Bei der Aufbewahrung kann Blausäure entstehen. Außerdem wirkt
der Stoff in sehr geringen Mengen tödlich, schon die Berührung
mit der Haut ist lebensgefährlich. |
Wirkung auf den menschlichen Körper
Kaliumcyanid ist auch
unter dem Namen "Cyankali" bekannt. Es wirkt akut toxisch. Die Aufnahme
in den Körper erfolgt vor allem über Schleimhäute und Wunden,
aber auch die Berührung mit der Haut ist bereits sehr gefährlich,
da die Säure auf der Haut sofort Blausäure bildet. Über
die tödliche Dosis gibt es unterschiedliche Angaben. Die niedrigste
tödliche Dosis bei einem Menschen (LDLo oral) wird
mit 2,857 mg/kg angegeben (Quelle: Internet >ChemIDplus).
Umgerechnet auf 50kg Körpergewicht wären das etwa 142 mg. Je
nach Alter und Körpergewicht kann dieser Wert aber auch deutlich höher
angesetzt werden.
Kaliumcyanid auf einer
kleinen Uhrglasschale.
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Als niedrigste tödliche
Dosis werden 142 mg angegeben.
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Die sofort einsetzende,
lebensbedrohliche Giftwirkung beruht auf einer augenblicklichen Blockierung
des Atmungsenzymes Eisen(III)-cytochromoxidase durch die Cyanidionen, so
dass ein sofortiger Atemstillstand eingeleitet wird. Die Giftwirkung von
Kaliumcyanid ist nicht ganz so hoch wie die Wirkung von Blausäure.
Eigenschaften
Die leicht zerfließende
Kristallmasse ist in Wasser gut, in Alkohol nur wenig löslich. Die
wässrige Lösung riecht bittermandelähnlich nach Blausäure,
da eine Hydrolyse erfolgt:
KCN + H2O
HCN + KOH
Kaliumcyanid entwickelt
mit den meisten Säuren Blausäure (Cyanwasserstoff), z.B. mit
Salzsäure:
KCN + HCl
-----> KCl + HCN (Blausäure)
An der Luft geht Kaliumcyanid
unter Kohlenstoffdioxideinwirkung allmählich in Pottasche
über, wobei ebenfalls die sehr giftige Blausäure
entsteht:
2 KCN + H2CO3
-----> K2CO3 + 2 HCN
Infolge der möglichen
Blausäureentwicklung muss Kaliumcyanid trocken und gut verschlossen
aufbewahrt werden. |
Herstellung
Früher wurde Kaliumcyanid
durch das Einwirken von Kohlenstoffmonooxid und
Ammoniak auf Pottasche
bei ca. 600°C unter Verwendung eines Katalysators (Eisen) hergestellt:
K2CO3
+ 2 NH3 + 3 CO -----> 2 KCN
+ 2 H2O + H2 + 2 CO2
Die technische Herstellung
erfolgt heute aus Blausäure und Kalilauge:
KOH + HCN
KCN + H2O
Andere Herstellungsmöglichkeiten
ergeben sich beim Glühen von Pottasche
mit Blut und Horn oder durch das Erhitzen von Kaliumhexacyanoferrat(II). |
Verwendung
Bei der Cyanidlaugerei
wird fein zermahlenes, goldhaltiges Gestein mit Kaliumcyanidlösung
unter Zufuhr von Luftsauerstoff versetzt. Das Gold
geht dabei eine komplexe Cyanidverbindung ein, aus der es durch Reduktion
mit Zinkspänen rein gewonnen werden kann. Das Gold setzt sich am Boden
als Schwamm ab. In der Galvanotechnik dient das Kaliumcyanid beim Vergolden,
Versilbern oder Vernickeln zum Auflösen von Salzen. |
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