Iridium Palladium  Darmstadtium Gold
 
 Platin                                              78Pt
 engl. platinum; span. platina ("kleines Silber")
 
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Relat. Atommasse   
Ordnungszahl    
Schmelzpunkt    
Siedepunkt    
Oxidationszahlen     
Dichte    
Härte (Mohs)     
Elektronegativität    
Elektronenkonfig.   
Natürl. Häufigkeit  
  
  
  
  
 
195,084    
78    
1768 °C    
3825 °C    
6, 5, 4, 2, 0    
21,45 g/cm³   
4,3    
2,28 (Pauling)      
[Xe]4f145d96s1   
Pt-190: 0,014%   
Pt-192: 0,782%   
Pt-194: 32,967%   
Pt-195: 33,832%   
Pt-196: 25,242%   
Pt-198: 7,163%
 
 
      
 
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Dieser Versuch zeigt die katalytische Wirkung eines Platindrahtes, der auf dem Docht einer Lampe sitzt.
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Kann die Schmelzperle aus Platin der heißen Salpetersäure widerstehen?
    
  GHS-Piktogramme  
  Gefahr
Gefahren (H-Sätze)  
H 228 
Diese Kennzeichnung gilt für Pulver. 
Das kompakte Metall ist nicht 
kennzeichnungspflichtig.
CAS-Nummer 
7440-06-4 
  
 
 
 
 
Physikalisch-chemische Eigenschaften
Platin ist ein silbrig glänzendes, sehr zähes und relativ weiches Schwermetall. Im Vergleich zum Palladium ist es edler und beständiger. Vergleicht man Schmelzperlen aus Palladium und Platin, die längere Zeit an der Luft liegen, dann erhält das Palladium eine deutlichen Gelbschimmer. Platin ist auch stabiler als Gold und wird daher für Fassungen von teuren Edelsteinen verwendet. Es lässt sich gut zu feinen Drähten und Folien verarbeiten. Aus 30g Platin kann ein 3,2km langer Draht hergestellt werden.  
  
 
 Platin im Vergleich zu Osmium und Palladium
 
 
 
 
 Nur das Platin erscheint einheitlich grau ohne Farbschimmer.
 
 
Nach Osmium und Iridium besitzt Platin die drittgrößte Dichte aller Elemente. Das Metall kann große Mengen an Wasserstoff und auch Sauerstoff absorbieren. Da diese Elemente dabei aktiviert werden, besitzt das Platin eine bedeutende Rolle als Katalysator. In fein verteilter Form glüht Platin in Wasserstoffgas oder Methanoldampf auf und vermag diese zu entzünden.  
 
 
 Platinbeschichtete Kugel im Wasserstoffstrom
 
 
 
 
 Die Kugel glüht auf und zündet den Wasserstoff.
 
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Das Edelmetall ist an der Luft gegen Wasser und nichtoxidierende Säuren beständig. Bei starkem Erhitzen bilden sich geringe Mengen an Platinoxid  PtO2, das sich verflüchtigt. Mit Salzsäure, rauchender Salpetersäure, Flusssäure und Perchlorsäure reagiert es ab 100°C, mit Schwefelsäure ab 300°C und mit Natriumhydroxid, Kaliumhydroxid und Natriumcyanid ab 400°C. In Königswasser löst es sich unter Bildung von Hexachloroplatin(IV)-säure, die aus einer wässrigen Lösung in Form von gelben Kristallen auskristallisiert.   
 
Von Fluor und Brom wird Platin bereits bei Zimmertemperatur und von Chlor ab 250°C angegriffen, wobei die entsprechenden Salze entstehen. Bei höheren Temperaturen kann es mit anderen Metallen legiert werden.  
 
 
 Platin in Königswasser
 
 
 
 
 In heißer Salpetersäure löst sich Platin nicht (links), gibt man noch
konzentrierte Salzsäure hinzu (rechts), dann beginnt sich das Metall
unter Wasserstoffentwicklung ganz langsam aufzulösen.
 
   
Toxikologie 
Fein verteilte Platinstäube gelangen zusammen mit Palladiumstäuben aus dem Autokatalysator in die Umwelt. Durch die Einführung des Katalysators hat die messbare Platinstaubkonzentration erheblich zugenommen. In wie weit die Metallstäube als Allergen oder Umweltgift in Frage kommen, ist noch nicht abschließend geklärt.
  
Vorkommen 
Mit einem sehr geringen Anteil von 5 x 10-7 % steht Platin nach Gold an 76. Stelle der Elementhäufigkeit. Platin findet sich in der Natur als Gemisch fünf stabiler Isotope und einem sehr langlebigen radioaktiven Isotop: Pt-190 (0,01%), Pt-192 (0,79%), Pt-194 (32,9%), Pt-195 (33,8%), Pt-196 (25,3%) und Pt-198 (7,2%). Natürliches Platin kommt meist zusammen mit anderen Platinmetallen als gediegen Platin vor (mit Palladium, Rhodium, Iridium, Osmium, Ruthenium). Reines Platin kristallisiert nach dem kubischen Kristallsystem 
   
 
 Platinwürfel aus Konder/Sibirien
 
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 Natürliches Platin kristallisiert nach dem kubischen System.
 
Es existieren einige Platinminerale wie Sperrylith (Platinarsenid) oder Geversit (Platinsulfid), die für die Platingewinnung von Bedeutung sind. Die wichtigsten Vorkommen für gediegen Platin finden sich im Merensky Reef in der Republik Südafrika, sowie in Sudbury/Kanada, im Ural und in Stilwater/USA. Im Ural wurde 1843 ein 12kg schwerer Platinnugget gefunden.   
  
  
 Sperrylith aus Norilsk in Ostsibirien
 
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Der Sperrylith ist ein Platinerz, das aus Platinarsenid aufgebaut ist.
 
 
Geschichte 
Das Metall wurde im 1.-3. Jahrhundert nach Christus von den südamerikanischen Indianern der Mayavölker zur Herstellung von Plastiken verwendet. Vermutlich hielten sie das silberglänzende Metall jedoch für Silber. Die Spanier konnten zuerst mit dem Metall nichts anfangen. Beim Goldwaschen setzten sich zusammen mit Gold sehr kleine Körnchen eines grauweißen Metalls ab. Sie nannten die Kügelchen "platina" ( = abwertende Verkleinerungsform mit der Bedeutung "kleines Silber"). Die spanischen Goldsucher warfen die Kügelchen zurück in die Flüsse. Zuerst wurde der Export von Platin nach Spanien verboten, da Fälscher Münzen aus Platin herstellten und sie mit Gold überzogen.   
   
Als eigenständiges Metall wurde es 1557 von dem italienischen Gelehrten Giulio Cesare Scaliger benannt. Zur Feststellung seiner chemischen Eigenschaften versuchten verschiedene Chemiker, das Metall zu schmelzen. Zuerst verwendeten sie einen Schmelzofen, der zur Herstellung von Porzellan diente. Der französische Chemiker Antoine Lavoisier nahm ein Brennglas mit einer Brennweite von 3 Metern und einer Linse von 1,2 Metern Durchmesser. Die Schmelzversuche schlugen fehl, obwohl Lavoisiers Brennglas eine Temperatur von 1540°C erreichte. Es gelang ihm erst nach jahrelangen Versuchen mit Hilfe von Sauerstoff, ein Platinkügelchen zu schmelzen. Um 1783 entwickelte der Franzose Guyton de Morveau eine industriell verwertbare Schmelzmethode. Danach interessierten sich erstmals Juweliere für das Metall.   
 
 
 Antoine Lavoisiers Schmelzversuch
 
 Lavoisiers versuchte mit einem Brennglas Platin zu schmelzen.
 
  
Pierre Francois Chabaneau stellte Anfang des 18. Jahrhunderts in Spanien einen Würfel mit 10cm Kantenlänge her. Sein Freund konnte den 23kg schweren Würfel nicht heben und glaubte, er sei am Tisch befestigt.   
   
Im Jahre 1800 erwarben zwei Londoner Metallurgen 163kg Platin, das aus Südamerika herausgeschmuggelt worden war. Sie untersuchten den schwarzen Rückstand beim Lösen in Königswasser. Bei der Zugabe von Quecksilbercyanid erhielten sie eine gelbe Ausfällung, die nach dem Erhitzen ein neues, silbrig glänzendes Metall hervorbrachte. Es erhielt den Namen Palladium, in Anlehnung an den Planetoiden Pallas, der im selben Jahr entdeckt worden war. In den folgenden Jahren gelang es verschiedenen Chemikern, vier weitere Platinmetalle im Rückstand zu isolieren: Rhodium (nach der griechischen Bezeichnung für "Rose"), das harte Iridium, das giftige Osmium und das Ruthenium, das von dem russischen Chemiker Karl Ernst Klaus in Russland entdeckt worden war und nach einer alten Bezeichnung für Russland benannt wurde.   
   
Im Jahre 1828 erschien die erste Platinmünze zu Ehren des Zars Nikolaus I.. 1837 wurde das Edelmetall erstmals als Schaltkontakt in Telegraphengeräten eingesetzt und 1863 nahm der Erfinder Edison Platin als Glühfaden für Glühlampen. Ab 1901 diente Platin als Katalysator beim Ostwaldverfahren zur Herstellung von Salpetersäure 
  
Seit 1889 gilt das in Paris aufbewahrte Urkilogramm als Referenz für die Maßeinheit Kilogramm. Es besteht aus einem Zylinder mit einer Legierung aus 90% Platin und 10% Iridium. Der Zylinder ist 39mm hoch und besitzt den gleichen Durchmesser. In zahlreichen Ländern befinden sich Kopien des Urkilogramms, so auch am Bundesamt für Metrologie METAS in Bern. Dieses Urkilogramm ist das Referenzgewicht für alle Eichgewichte innerhalb der Schweiz. Bis 2010/2011 gilt das Urkilogramm noch als internationale Referenz, danach tritt eine Neudefinition des Kilogramms in Kraft. 
 
 
 Eidgenössisches Urkilogramm
 
 
 
 
 Urkilogramm des Bundesamtes für Metrologie METAS in Bern, 
bestehend aus 90% Platin und 10% Iridium
 
  
Herstellung     
Nach dem Abbau unter Tag wird das Gestein, das die verschiedenen Platinmetalle führt, einer langwierigen Behandlung unterzogen. Nach einer Anreicherung durch Flotation wird das Konzentrat im Lichtbogen geschmolzen. Durch das Einblasen von Sauerstoff in die Schmelze entsteht aus den enthaltenen Sulfiden Schwefeldioxid, das zu Gewinnung von Schwefelsäure verwendet werden kann. Nach dem Abkühlen erhält man durch eine magnetische Abtrennung Nickel, in dem sich auch das Kupfer befindet.  

Nach dem klassischen Prozess - der heute nicht mehr so verbreitet ist - erfolgt die Trennung der Platinmetalle durch eine Reihe von Schmelz- und Auflösungsprozessen (vgl. Binder [4]). Die Platinmetalle werden nach einem anfänglichen Reinigungsprozess mit Königswasser versetzt. Dabei gehen Platin, Palladium und Gold in Lösung, während die anderen Platinmetalle im Rückstand verbleiben. Das Gold wird mit Eisenchlorid  FeCl und das Palladium mit Ammoniumchlorid (NH4Cl) abgetrennt. Das dabei entstehende Ammoniumhexachloroplatinat wandelt sich durch Glühen und Raffination in reines, 99,9%iges Platin um. Ein Teil des Platins wird auch aus Abfällen und Altmaterialien wiedergewonnen.   
 
 

 Fließschema: Herstellung der Platinmetalle nach dem klassischen Verfahren
 
 
 
 
 Literaturquelle: nach Binder [4]
  

Das modernere Verfahren mit Hilfe der Solvent-Extraktion arbeitet viel effizienter (vgl. Trueb [7]), es ist aber viel schwieriger zu verstehen. Daher soll nur das Prinzip beschrieben werden: Nach dem Abtrennen von Kupfer und Nickel wird der Metall-Filterkuchen in kochender, konzentrierter Salzsäure unter Einblasen von Chlorgas aufgelöst. Beim Abkühlen der Lösung fällt der Silberanteil als unlösliches Silberchlorid aus. Nach dem Filtrieren ist neben den Platinmetallen noch Gold enthalten. Durch die Zugabe von Oxidationsmitteln oxidieren Ruthenium und Osmium zu den jeweiligen Oxiden. Diese werden separat aufgefangen und in Salzsäure aufgelöst. Ein spezifisches Oxidationsmittel oxidiert danach nur das Osmiumchlorid zu Osmiumtetroxid, das aufgrund seines niedrigeren Siedepunktes abdestilliert werden kann. Die Abtrennung des Goldes erfolgt durch die Zugabe von Diethylen-dibuthylether. Das Gold geht in Lösung und kann mit Hilfe von Oxalsäure ausgefällt werden. Dioctylsulfid ist ein selektives Extraktionsmittel für Palladium. Durch verschiedene weitere Exktrationen und chemische Prozesse erhält man das reine Palladium.  
  
Platin lässt sich aus der wässrigen Lösung durch die Zugabe von Tributylphosphat in Kerosin und Alkohol extrahieren. Aus der organischen Phase wird das Platin zuerst mit Wasser und dann mit Salzsäure  extrahiert. Das entstehende Platinsalz lässt man als Ammonium-Hexachloroplatinat ausfällen. Durch einfaches Erhitzen dieses Produkts entsteht schließlich relativ reines Platin. Die übrig bleibende Lösung enthält noch die seltenen Platinmetalle Iridium und Rhodium. Durch weitere Fällungsreaktionen, durch Umkristallisieren und Ionenaustauscherverfahren lassen sich auch diese voneinander trennen. Der Vorteil der Solvent-Extraktion ist, dass man die Metalle in sehr hoher Reinheit erhält.

  
Verwendung 
Feinmaschige Platinnetze, "Platinschwamm" oder feinverteiltes Pulver dienen im Labor und in der chemischen Industrie zur Herstellung von Katalysatoren. Diese ermöglichen die Salpetersäureherstellung, die Ammoniaksynthese und zahlreiche andere Prozesse. Beim Dreiwegekatalysator ist Platin ein wichtiger Bestandteil zur Umwandlung der Autoabgase. Auch in den Brennstoffzellen wird das Platin als Elektrodenmaterial eingesetzt. Platin wird zur Herstellung von elektrischen Schaltkontakten, Heizleitern oder Thermoelementen verarbeitet. Aufgrund seiner hohen Schmelztemperatur und Korrosionsbeständigkeit wird es zum Bau von medizinischen und technischen Geräten wie Schalen, Tiegel, Drähte oder Bleche verwendet. Schmuckplatin ist eine Legierung aus 96% Platin und 4% Kupfer, vereinzelt auch 90% Platin und 10% Palladium. 
  
  
 Nahaufnahme einer Brennstoffzelle
 
 
 
 
 In den Brennstoffzellen wird Platin als Elektrodenmaterial eingesetzt.
 
  
 
Experimente - Medien  
Grundbegriff: Katalyse 
Experimente mit Katalysatoren 
Digitale Folien zu den Elementen
 
 
 
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