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Palladium
ist ein silberweiß glänzendes Metall, das etwas härter
als Platin ist, sich aber sehr gut schmieden
und wie Gold zu dünnen Folien auswalzen lässt.
Palladium kann sehr große Mengen Wasserstoff absorbieren. Bei Raumtemperatur
vermag kompaktes Palladium bis zum 380fachen seines Volumens an Wasserstoff
aufnehmen, Palladiumschwamm bis zum 850fachen und fein verteiltes, schwarzes
Palladiumpulver (auch Palladiummohr genannt) das 1200fache. Letzteres kann
in wässriger Suspension sogar das 12000fache Volumen an Wasserstoff
absorbieren. Die dabei entstehenden Metallhydride eignen sich in besonderem
Maße zur Herstellung von Wasserstoffspeichern z.B. in Wasserstoffautos.
Beim Erwärmen auf 40-50°C entweicht der Wasserstoff und liegt
dann in einer besonders reaktionsfähigen Form vor. Erhitzte Palladiumbleche
sind für Wasserstoff durchlässig und dienen daher auch zur Reinigung
von Wasserstoff.
Von allen Platinmetallen ist Palladium das unedelste und reaktionsfähigste Metall. Salzsäure und Schwefelsäure greifen das Metall nicht an, wohl aber heiße, konzentrierte Salpetersäure. Dabei bildet sich gelbbraunes Palladiumnitrat. Beim Erhitzen bildet sich schwarzes Palladium(II)-oxid: 2 Pd + O2 Diese Reaktion kann auch schon langsam an der Luft stattfinden (siehe Bild oben). Mit Chlor reagiert es bei 500°C zu Palladium(II)-chlorid: Pd + Cl2 Eine Reaktion findet auch mit Schwefel, Phosphor, Selen, Tellur, Arsen, und anderen Nichtmetallen unter Bildung der entsprechenden Salze statt. Legiert man Palladium mit Silber, wird das Anlaufen des Silbers durch sulfidhaltige Luft verhindert.
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| Palladiummetall kann bei Personen, die eine Nickelallergie haben, ähnliche Symptome auslösen. Allergische Reaktionen wie Zahnfleischentzündungen treten vereinzelt nach Zahnsanierungen mit Palladium-Dentallegierungen auf. Feinste Palladiumstäube werden auch aus dem Autokatalysator in die Umwelt freigesetzt. Für diese Stäube wird ein ähnliches toxisch Potential vermutet wie für feinverteiltes Platin. |
Palladium
ist ein sehr seltenes Element und steht in der Elementhäufigkeit
mit einem Anteil von 1,1 x 10-6%
an 72. Stelle. Es ist damit noch etwas häufiger als Gold
und Platin. Das Element tritt in der Natur fast
immer zusammen mit Platin auf, allerdings nur
in geringen Mengen (Näheres siehe unter Platin).
Gelegentlich kommt es auch in gediegener Form zusammen mit den Platinerzen
vor.
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Im
Jahre 1803 entdeckte der englische Arzt und Chemiker William Hyde Wollaston
(1766-1828) das Element in der Lösung, in der er Platin
mit Königswasser löste. Nach Abtrennung des Platinanteils als
Ammonium-Hexachloroplatinat(IV) gelang ihm die Herstellung des reinen Metalls
aus dem Rest der Lösung. Er benannte das neue Element nach dem kurz
zuvor entdeckten Planetoiden Pallas, der nach der griechischen Göttin
Pallas Athene benannt worden war. Das chemische Symbol Pd schlug J.J.
Berzelius im Jahre 1814 vor.
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| Palladium
fällt zusammen mit den anderen Platinmetallen
bei der klassischen Platinherstellung an. Nach der Behandlung des Rohplatins
mit Königswasser
gehen Gold, Platin
und Palladium in Lösung während die
anderen Platinmetalle im unlöslichen Rückstand verbleiben. Durch
Zugabe von Ammoniumchlorid zu der Lösung fällt der Platinanteil
als Ammonium-Hexachloroplatinat(IV) aus. Die übrig bleibende Hexachloropalladium(II)-säure
H2[PdCl4] wird mit Ammoniumhydroxid versetzt,
dann mit Salzsäure als Amminkomplex
gefällt und schließlich durch Glühen im Wasserstoffstrom
zu reinem Palladium umgesetzt.
Am effizientesten ist heute aber das Verfahren mit Hilfe der Solvent-Extraktion (Beschreibung der Verfahren siehe Herstellung von Platin). Erhebliche Mengen an Palladium fallen auch bei der Kupfer-Raffination im Anodenschlamm an. |
Palladium
ist in fein verteilter Form, aufgeschichtet auf Aktivkohle, Kieselsäure
oder einem anderen Trägermaterial, ein wichtiger Katalysator
für chemische Reaktionen, so auch auch beim Autokatalysator. Weißgold
ist eine Gold-Palladium-Legierung mit einem Goldanteil
von ca. 60-80%. Die Legierung wird gerne in Ringen und Schmuckstücken
verwendet. Palladium wird auch in Brennstoffzellen als Elektrodenmaterial
verwendet und dient im zukünftigen Wasserstoffauto als Speichermaterial
für Wasserstoff.
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| Copyright: Thomas Seilnacht |