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Kristallsysteme bei Mineralien
  
1. Einführung (diese Seite)   
2. Kubisches System   
3. Hexagonales System   
4. Trigonales System   
5. Tetragonales System   
6. Orthorhombisches System   
7. Monoklines System   
8. Triklines System   
9. Zwillinge   
10. Bastelbögen für Kristallmodelle 
  
Fluorit Spaltoktaeder
Einführung:
 
Viele Mineralien lassen sich anhand ihrer Kristallformen erkennen. Es ist immer wieder faszinierend zu beobachten, mit welcher Symmetrie die Kristalle gewachsen sind. Bei vielen Kristallen fallen auch die ebenen Kristallflächen auf. So erscheint ein natürlich gewachsener und gut ausgebildeter Bergkristall auf den Flächen wie angeschliffen. Die Mineralien und ihre Kristalle lassen sich aufgrund ihrer Achsen und deren zueinander stehenden Winkeln in 7 verschiedene Kristallsysteme einteilen (siehe oben). Bei der Beschreibung der Kristallsysteme sind die wichtigsten Grundformen beschrieben. Die Buchstabensymbole für die charakteristischen (grau markierten) Flächen einer Form orientieren sich an Danas "System of Mineralogy".
 
Die äußere Form eines Kristalls, bzw. die Gesamtheit aller entwickelten Formen an einem Kristall nennt man Tracht. Diese kann aus einer einzigen oder aus einer Kombination mehrerer Grundformen bestehen. Bei den folgenden Abbildungen wurde eine Tracht im kubischen Kristallsystem aus Würfel und Oktaeder beim Pyrit gebildet:
 
Pyrit
Pyrit
Pyrit
Grundform: Würfel (a)
Grundform: Oktaeder (o)
Würfel + Oktaeder
 
 
Die Größenverhältnisse der Kristallformen bilden den sogenannten Habitus eines Kristalls. Im folgenden Beispiel nimmt die oben beschriebene Tracht (in diesem Fall beim Bleiglanz) einmal einen eher hexaedrischen (würfeligen) Habitus und im zweiten Fall einen eher oktaedrischen Habitus an:
 
Bleiglanz
Bleiglanz
würfeliger Habitus
oktaedrischer Habitus
 
 
Der Habitus kann sich auch nach der Länge einer Achse richten - in unseren Beispiel im tetragonalen Kristallsystem (nach der c-Achse):
 
 
 
Sind die Kristalle nach bestimmten Gesetzmäßigkeiten verwachsen und bilden die Verwachsungen eine höhere Symmetrie spricht man von Zwillingen. Verwachsungen zwischen Kristallen ohne höhere Gesetzmäßigkeiten werden als Aggregate bezeichnet. Tracht und Habitus sind oft typisch für bestimmte Fundorte. Sie hängen im wesentlichen von den Wachstumsbedingungen (z.B. Druck, Temperatur, Verunreinigungen, etc.) der Umgebung ab.
 
 
Bild 1: Tafeliger Habitus beim Baryt 
(orthorhombisches System)
Bild 2: Nadeliger Habitus beim Krokoit
(monoklines System)
 
 
Bild 3: Drahtförmiges Aggregat beim Silber
Bild 4: Lockenförmiges Aggregat beim Chalkanthit
 
 
Bild 5: Radialstrahliges Aggregat von Pyrit
Bild 6: Stalaktitisches Aggregat beim Calcit
 
 
Kristalle mit gekrümmten Flächen entstehen durch Druck, z.B. beim Gips. Als Gwindel werden verwachsene Kristallaggregate bezeichnet, deren Flächen leicht verbogen sind. In den Hohlräumen von Kristalldrusen wachsen Kristalle ohne besondere Gesetzmäßigkeiten. Geoden sind mit Kristallen ausgekleidete Hohlräume, die im vulkanischen Gestein als ehemalige Gasblasen entstanden sind. Manche Kristalle zeigen auf ihren Flächen Streifungen oder Wachstumsanomalien, z.B. beim Pyrit. Vorübergehende Wachstumsstillstände sind in durchsichtigen Kristallen als Phantome sichtbar.
 
 
Bild 7: Gwindel beim Bergkristall
Bild 8: Phantombildung beim Calcit
 
 
Bild 9: Calcitdruse aus Marokko
Bild 10: Quarzgeode (Achat) aus Idar Oberstein
 
 
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