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T+ sehr giftig
F+ hochentzündlich N umweltgefährlich Hautresorption möglich farblose Flüssigkeit von bittermandelartigem Geruch Vorkommen: Bittermandelkerne |
RS-Sätze:
R 12, 26, 50/53 S 1/2, 7/9, 16, 36/37, 38, 45, 60, 61 Entsorgung: besondere Hinweise MAK: 10 ml/m3 MG: 27,026 g/mol Dichte: 0,687 g/cm3 Schmelzpunkt: -13,3°C Siedepunkt: 25,7°C Wasserlöslichkeit: in jedem Verhältnis mischbar |
| Eigenschaften:
Blausäure ist in reinem Zustand eine farblose, nach Bittermandeln oder marzipanartig riechende Flüssigkeit. Sie ist auch unter dem Namen Cyanwasserstoff und im Handel als "Zyklon B" bekannt. Der Name geht auf die ursprüngliche Gewinnung aus dem blauen Pigment Berliner Blau zurück. In der Natur kommt die Blausäure in bitteren Mandeln oder in einigen Pflanzen wie die Akelei in geringen Mengen vor. Daher wird die Akelei von Weidvieh gemieden. Da die Flüssigkeit bereits bei Zimmertemperatur verdunstet, werden die Dämpfe leicht eingeatmet oder durch die Haut aufgenommen. Blausäure blockiert in den Zellen die Zellatmung. Bei einer Vergiftung können die Zellen den lebensnotwendigen Sauerstoff nicht mehr verwerten. Dabei verfärbt sich die Haut hellrot. Der Verlauf der Vergiftung entspricht dem Kaliumcyanid. Manche Menschen können den typischen Geruch der Blausäure nicht wahrnehmen. Die tödliche Dosis für den Menschen liegt etwa bei 1mg pro kg Körpergewicht. Als Gegenmaßnahmen bei Vergiftungen wird die intravenöse Zufuhr von Natriumnitrit und Natriumthiosulfat empfohlen. Das Nitrit bildet Methämoglobin, das mit dem Cyanid im Gewebe reagiert und es unschädlich macht. Das Natriumthiosulfat liefert Schwefel, der für den natürlichen Abbau von Cyanid im Körper durch Enzyme benötigt wird. Die Säure ist mit Wasser und Ethanol beliebig mischbar. Die reine Säure ist gut brennbar, mit Luft bilden sich explosive Gemische (5,4 - 46,6 Volumenprozent). Blausäure ist eine sehr schwache Säure. Die Eigenschaft als Säure wird durch das Wasserstoffatom verursacht, welches ein Proton abgeben kann: Blausäure + Wasser HCN + H2O Dabei entstehen die Salze der Blausäure, die Cyanide, zu denen beispielsweise das bekannte Kaliumcyanid gehört. Die Blausäure stellt einen Grenzfall zwischen der anorganischen und der organischen Chemie dar. Fasst man sie als Nitril der Ameisensäure auf, dann wäre sie ein organischer Stoff. Die Nitrilgruppe (als funktionelle) Gruppe enthält ein Kohlenstoffatom, das mit einem Stickstoffatom eine Dreifachbindung eingeht. Ist die Nitrilgruppe mit einem organischen Rest (R) verbunden, erhält man die Stoffgruppe der organischen Nitrile. |
| Herstellung:
Der schwedische Chemiker Carl Wilhelm Scheele (1742-1786) entdeckte die Blausäure im Jahr 1782 bei der Reaktion von Kaliumhexacyanoferrat(II) mit verdünnter Schwefelsäure. Im Labor lässt sich Blausäure durch Auftropfen von 50%iger Schwefelsäure auf Kaliumcyanid herstellen. Das entweichende HCN-Gas wird danach mit Hilfe einer Tockeneis-Kühlung verflüssigt. Von einer derartigen Herstellung ist jedoch dringend abzuraten, wenn nicht geeignete Schutzmaßnahmen vorliegen. Beim Rauchen von Tabak und beim Verbrennen von Kunststoffen werden ebenfalls geringe Mengen an Blausäure frei. In der industriellen Technik wird Blausäure vorwiegend nach dem Andrussow-Verfahren hergestellt. Ein Gemisch aus Methan und Ammoniak wird mit Luftsauerstoff unter Zuhilfenahme von Platin-Rhodium-Katalysatoren partiell oxidiert: 2CH4 + 2NH3 + 3O2 -----> 2HCN + 6H2O DHR = +480 kJ/mol |
| Verwendung:
Die Blausäure wurde früher oft in Schiffen, Mühlen und Vorratsspeichern als Begasungsmittel gegen Ungeziefer eingesetzt. In der Vergangenheit hat es zahlreiche Unfälle mit Blausäure gegeben. Im Jahr 1947 explodierte ein Haus in Los Angeles, das bei der Bekämpfung von Termiten mit Blausäuregas gefüllt wurde. Im Urlaubsort Lovran in Kroatien versuchte man im Jahr 1995 ein Kirche von Holzwürmern zu befreien. Da das Gebäude nicht sachgemäß versiegelt war, traten Blausäuredämpfe aus, und der gesamte Ort musste evakuiert werden. Das schlimmste Kapitel schrieb der tödliche Stoff aber wohl in den nationalsozialistischen Vernichtungslagern. Im Holocaust wurden Millionen von Juden durch das Gas "Zyklon B" vergiftet. In einigen Staaten der USA wird Blausäure noch heute in den Gaskammern zur Vollstreckung der Todesstrafe eingesetzt. Dabei erzeugt man die Blausäure durch die Reaktion eines Cyanidsalzes mit einer Säure. Blausäure ist heute in der chemischen Industrie ein wichtiges Zwischenprodukt zur Herstellung von anderen Stoffen, z.B. in der Farbstoff- oder der Düngemittelindustrie. Im Bergbau lässt sich Gold mit Hilfe der Cyanidlaugerei aus dem Ganggestein herauslaugen: 4Au + 8HCN + O2 + 4OH- -----> 4[Au(CN)2]- + 6H2O Die entstehende Goldlösung kann mit Zink reduziert werden. Da eine Verwendung von Blausäure zu gefährlich wäre, setzt man bei diesem Vorgang Cyanide wie das Kaliumcyanid ein. Aufgrund der umweltgefährlichen Wirkung der Blausäure und der Cyanide führt diese Art der Goldgewinnung in den Ländern der Dritten Welt oft zu katastrophalen Gewässervergiftungen. |
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| Hinweis: Blausäure darf aufgrund des sehr hohen toxischen Potentials nicht im Schullabor verwendet werden, daher wird kein Etikett angeboten. Von Herstellungsversuchen ist dringend abzuraten. Der Stoff wirkt in sehr geringen Mengen tödlich. |
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