Natriumhydroxid
NaOH
CAS 1310-73-2
Natriumhydroxid
Sodium hydroxide
39,997 g/mol

2 mg/m3 (MAK)
2,13 g/cm3
+323 °C
+1388 °C
100 g H2O lösen bei 20 °C 109 g (L)
Weiße, hygroskopische Körner oder Plätzchen

Kunststoffstopfen verwenden


Flasche
Gefahrenklassen + Kategorie

Ätz-/Reizwirkung auf die Haut 1A
Korrosiv gegenüber Metallen 1
Piktogramme

GHS 05
Gefahr
Seite oben Spezielle Bemerkungen für Schulen
Natriumhydroxid darf nicht in die Augen und auf die Haut gelangen, weil sich mit den Körperflüssigkeiten sofort Natronlauge bildet. Das Tragen von Schutzbrille, Schutzkittel und geeigneten Schutzhandschuhen ist vorgeschrieben. Die Plätzchen sind relativ sicher zu handhaben, sie dürfen aber nicht angefasst werden. Die Gefahr besteht vor allem darin, dass man versehentlich mit den Fingern im Auge reibt. Nach jeder Arbeit und beim versehentlichen Berühren müssen unbedingt die Hände gewaschen werden.

Gefährdungsbeurteilung Deutschland (auch EU)
GBU  Arbeiten mit Natriumhydroxid und Natronlauge

Sicherheitsbetrachtung Schweiz
SB  Arbeiten mit Natriumhydroxid und Natronlauge
Seite oben Eigenschaften
Wirkung auf den menschlichen Körper

Natriumhydroxid verätzt bei Berührung die Haut, da es mit der Hautfeuchtigkeit zu Natronlauge reagiert. Dadurch besteht auch eine hohe Gefahr für die Augen. Ein Augenkontakt kann schwere Augenschäden bis zur Erblindung verursachen.

Chemische Eigenschaften

Natriumhydroxid ist noch unter der veralteten Bezeichnung „Ätznatron“ bekannt. Im Chemikalienhandel sind weiße Plätzchen erhältlich, die relativ sicher handzuhaben sind. Flaschen müssen gut verschlossen werden, da Natriumhydroxid aufgrund seiner hygroskopischen Wirkung Wasserdampf aus der Luft anzieht.

Natriumhydroxid Plätzchen

Natriumhydroxid löst sich unter starker Wärmeentwicklung sehr leicht in Wasser, wobei sich Natronlauge bildet. An der Luft wandelt es sich mit Kohlenstoffdioxid in einem langsamen Prozess zu Natriumcarbonat um:

2 NaOH  +  CO2 reagiert zu  Na2CO3  +  H2
 
Flasche mit Ätznatron

Alte Flasche mit umgewandeltem Ätznatron am Deckel.


Natriumhydroxid löst sich auch in Ethanol oder Glycerin. Im Labor kann man durch die Reaktion von Natriumhydroxid mit Ammoniumchlorid das Gas Ammoniak darstellen. Alternativ kann als Ausgangsstoff auch Calciumhydroxid genommen werden.

NaOH  +  NH4Cl reagiert zu   NH3  +  NaCl  +  H2O
Seite oben Herstellung
Früher wurde Natriumhydroxid nach dem Kalk-Soda-Verfahren aus Natriumcarbonat und Calciumhydroxid hergestellt. Im Labor lässt es sich auf diesem Weg leicht darstellen, wenn man die beiden Salze in wässriger Lösung zusammengibt. Sie reagieren unter Wärmeentwicklung, wobei wasserunlösliches Calciumcarbonat ausfällt:

Na2CO3  +  Ca(OH)2 reagiert zu   CaCO3  +  2 NaOH  

Das Calciumcarbonat wird abfiltriert, es bleibt im Rückstand zurück. Durch Abdampfen des Wassers aus dem Filtrat erhält man das Natriumhydroxid. Heute gewinnt man Natriumhydroxid industriell bei der Chlor-Alkali-Elektrolyse. Ausgangsstoffe sind Natriumchlorid und Wasser, als Produkte fallen Natronlauge, Wasserstoff und Chlor an.
Seite oben Verwendung
In Abflussreinigern ist oft Natriumhydroxid in fester Form enthalten. In Tauchgeräten oder in Narkosegeräten bindet das Natriumhydroxid zusammen mit Calciumhydroxid den ausgeatmeten Anteil Kohlenstoffdioxid. Dieser „Atemkalk“ findet auch in der Raumfahrt Anwendung. Beim Auflösen von Natriumhydroxid in Wasser erhält man Natronlauge, die ein bedeutender Grundstoff in der chemischen Industrie darstellt.

Natronlauge herstellen

Natronlauge aus Natriumhydroxid-Plätzchen herstellen.

Weitere Infos und Medien

Der Laugen- und Basenbegriff
Experimente zur Ätzwirkung der Stoffe
Arbeiten mit Abflussreinigern im Haushalt (inklusive Videos)
Experiment: Exotherme und endotherme Reaktionen (Salzsäure und Natriumhydroxid)
Experiment: Bestimmen von Lösungswärmen (Kaliumnitrat und Natriumhydroxid)
Experiment: Herstellen von Kernseife nach dem Heißverfahren
Experiment: Seifenherstellung nach dem Kaltverfahren
Digitale Folien: Säuren, Laugen, Salze
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