Stickstoff  Schwefel Fluor
 
 Sauerstoff                                           8O
 engl. oxygen, lat. oxygenium ("Säurebildner")
 
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Relat. Atommasse   
Intervall (Hinweis) 
Ordnungszahl     
Schmelzpunkt     
Siedepunkt     
Oxidationszahlen      
Dichte          
Elektronegativität     
Elektronenkonfig.    
Natürl. Häufigkeit   
   
 
15,999 
[15,99903; 15,99977] 
    
-218,80°C     
-182,962°C     
 -2, -1     
1,42895 g/l     
3,44 (Pauling)       
[He]2s22p4    
O-16: 99,757%   
O-17: 0,038%   
O-18: 0,205%
 
 
      
 
Film
14 sek
Ein brennendes Büschel Eisenwolle wird mit reinem Sauerstoff in Kontakt gebracht.
Film
16 sek
Brennender, roter Phosphor wird in ein Gefäß mit reinem Sauerstoff getaucht.
Film
14 sek
Brennender Schwefel wird in ein Gefäß mit reinem Sauerstoff gehalten.
    
GHS-Piktogramm  
  Gefahr
Gefahren (H-Sätze)  
  
H 270, 280 

 

CAS-Nummer  
  
7782-44-7 
 
 
 
 
Physikalisch-chemische Eigenschaften
Sauerstoff ist bei Zimmertemperatur ein farb- und geruchloses Gas, das schwerer als Luft ist. Sauerstoff gehört zur Familie der Chalkogene und bildet normalerweise zweiatomige Moleküle (O2). Die Fähigkeit zur Molekülbildung zwischen gleichartigen Atomen kommt auch bei den anderen Chalkogenen vor. Bei -182,97°C kondensiert Sauerstoff zu einer hellblauen Flüssigkeit.  

 

Demonstrationsexperiment: Herstellen von flüssigem Sauerstoff
 
 
 
 
 Durch eine mit flüssigem Stickstoff gekühlte Kühlfalle wird gasförmiger Sauerstoff geleitet.
Nach einer Weile bildet sich flüssiger Sauerstoff, der an der hellblauen Farbe erkennbar ist.
Tränkt man eine Zigarette damit, erhält man nach dem Anzünden einen kleinen Schweißbrenner.
 
Dieser Versuch ist für die Schule nicht geeignet. Film erhältlich auf >DVD

   
In Wasser und in Ethanol ist Sauerstoff schwach löslich. Die Wasserlöslichkeit nimmt mit zunehmender Temperatur ab. Dies erklärt, warum Fische schon bei einer geringfügigen Erwärmung der Wassertemperatur ersticken können.   
 
 

 Löslichkeit von Sauerstoff in Wasser
 
 
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 Die Löslichkeit hängt von der Wassertemperatur ab.
 
 
Sauerstoff ist im Gegensatz zu Stickstoff sehr reaktionsfreudig und verstärkt Verbrennungen. Er verbrennt mit den meisten Elementen unter Feuer- und Lichterscheinung zu den entsprechenden Oxiden. Beispiele:  
  
3 Fe  +  2 O2   Fe3O4        DHR = -1118 kJ/mol 
S  +  O2   SO2        DHR = -297 kJ/mol 
Ce  +  O2   CeO2        DHR = -975 kJ/mol    
  
 
 Cer-Eisen reagiert mit Sauerstoff
 
 
 
 
 Hält man einen glühenden Zündstein in reinen Sauerstoff, erfolgt eine sehr heftige Reaktion.
 
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Eine sehr heftige Reaktionen erfolgt mit Cer-Eisen. Dabei entstehen Temperaturen von bis zu 4000°C. Die höchste erreichbare Temperatur erhält man bei der Verbrennung von Zirconiumpulver oder -wolle in reinem Sauerstoff (4660°C):   
  
Zr  +  O2   ZrO2        DHR = -1101 kJ/mol 
  
Derartige Reaktionen werden als Oxidationen bezeichnet. Zu den Oxidationen zählen die Verbrennungen, aber auch der Rostvorgang oder die Atmung. Je höher die Sauerstoffkonzentration ist, umso heftiger verlaufen die Verbrennungen. Sie laufen in der Regel erst unter Zufuhr von Aktivierungsenergie an. Besonders heftig verläuft die Reaktion bei der Zündung eines Wasserstoff-Sauerstoff-Gemisches im Verhältnis 2 : 1 (Knallgasgemisch). Hierbei entsteht als Reaktionsprodukt Wasserdampf.   
  
Sauerstoffatome kommen auch in zahlreichen anderen chemische Verbindungen vor, zum Beispiel in anorganischen Mineralsäuren wie Phosphorsäure, Salpetersäure oder Schwefelsäure und deren jeweiligen Salzen, in Laugen, in Alkoholen wie Methanol oder Ethanol, in Aldehyden wie Formaldehyd, in Ketonen wie Aceton und organischen Säuren wie Methansäure oder Ethansäure.  
  
Im Labor weist der Chemiker gasförmigen Sauerstoff mit der Glimmspanprobe nach. Dazu entzündet er einen Holzspan, lässt ihn eine Weile glühen und bläst dann die Flamme wieder aus. Hält man den glühenden Span in ein Gefäß mit reinem Sauerstoff, entzündet sich der Span wieder.  
   
Physiologie - Toxikologie 
Für die Lebewesen ist Sauerstoff von großer Bedeutung: Die Pflanzen stellen bei der Fotosynthese aus Kohlenstoffdioxid (und Wasser) mit Hilfe von Sonnenlicht Sauerstoff und Kohlenhydrate her. Den Sauerstoff benötigen die Tiere zum Atmen. Über die Atmungsorgane gelangt er in die Blutbahnen und von dort zur Muskulatur und den Organen. Beim Atmungsprozess in den Zellen werden die Kohlenhydrate zur Energiegewinnung mit Hilfe des Sauerstoffs wieder zu Kohlenstoffdioxid oxidiert. Beim Menschen wird vom gesamten Grundumsatz an Sauerstoff bei den einzelnen Organen mit 19% am meisten im Gehirn verbraucht, es folgen Muskulatur (18%) und Herz (14%). Pro Minute setzt der Mensch 230ml Sauerstoff um. Lit[13 Oxidationen und Reduktionen unter Beteiligung von Sauerstoff finden im menschlichen Körper auch bei zahlreichen anderen biochemischen Vorgängen statt. 
   
 
 Photosynthese und Atmung
 
 
 
 
 
 
 Sauerstoff und Kohlenstoffdioxid bilden in der Natur einen Kreislauf.
 
 
Sauerstoff ist das bedeutendste Bioelement im menschlichen Körper. Die meisten Sauerstoffatome sind beim Menschen im Wasser chemisch gebunden. Da die relative Atommasse von einem Sauerstoffatom etwa 16 mal höher ist wie bei einem Wasserstoffatom, fällt der Sauerstoff mehr ins Gewicht, obwohl im Wassermolekül H2O zwei Wasserstoffatome mit einem Sauerstoffatom verbunden sind.  
 
 
Bioelemente im menschlichen Körper
  
 
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Das Einatmen von Luftsauerstoff über Luft mit normaler Zusammensetzung ist unschädlich. Ist der Sauerstoffgehalt jedoch höher oder wird reiner Sauerstoff eingeatmet, kann es nach einem bestimmten Zeitraum zu einer Lungenschädigung kommen. Die Lungenbläschen schwellen an, der Gasaustausch in der Lunge wird gestört. Die Symptome entsprechen dem Effekt, wenn ein Taucher längere Zeit einem hohen Wasserdruck ausgesetzt ist. 
  
Ozon O3 ist ein Gas, das die Gesundheit akut und chronisch gefährdet. Das Einatmen von Luft mit erhöhten Ozonwerten im Sommer kann zu Kopfschmerzen, Schleimhautreizungen und zu einer erhöhten Anfälligkeit für Atemwegserkrankungen führen. Ozon steht im Verdacht, Krebs auslösen zu können.  
   
Bei den Sauerstoffradikalen haben die Atome oder Moleküle mindestens ein ungepaartes Elektron (Beispiel: O=O- ). Freie Radikale entstehen grundsätzlich bei Oxidationen und vielen Stoffwechselprozessen im menschlichen Organismus. Ihre Hauptaufgabe ist die Abwehr von Infekten. Sie sind außergewöhnlich reaktionsfähig und können daher aber auch das Entstehen von Krebstumoren oder von allergischen Erkrankungen begünstigen. Die Antioxidanzien als Gegenspieler werden vom menschlichen Körper selbst gebildet, sie sind als Radikalfänger in der Lage, Radikale zu neutralisieren. Bestimmte Spurenelemente wie Zink oder Selen, aber auch die Vitamine C oder E sind als Antioxidanzien wirksam. Mit fortschreitendem Alter wird das Radikal-Antioxidanz-Gleichgewicht gestört,  dadurch können zahlreiche Krankheiten verursacht werden. 
  
Vorkommen 
Elementarer Sauerstoff tritt in der Natur in verschiedenen Formen auf: "Gewöhnlicher" Sauerstoff in Form zweiatomiger Moleküle (O2), als Ozon in Form dreiatomiger Moleküle (O3) und in Form von freien Radikalen Sauerstoffatome kommen nach den Wasserstoff- und Heliumatomen am dritthäufigsten im Universum vor. Viele Mineralien in der Erdkruste wie Eisenoxid oder Kalkstein enthalten Sauerstoffatome. Sie stellen mit über 50% Gewichtsanteil die häufigste Atomsorte in der Erdhülle dar. Der Sauerstoffanteil der Luft beträgt 21 Volumenprozent. Sauerstoffatome machen im Wasser den Hauptanteil der Masse aus.  
   
 
 Zusammensetzung der Luft im 21. Jahrhundert
 
 
 
  
 
Geschichte 
Der elementare Stoff wurde im Jahre 1771/1772 von dem schwedischen Chemiker Carl Wilhelm Scheele erstmals durch das Erhitzen von Braunstein (Mangandioxid) mit konzentrierter Schwefelsäure hergestellt. Da das entstandene Gas Verbrennungen förderte, nannte es Scheele zuerst "Feuerluft". Völlig unabhängig davon entdeckte der englische Chemiker Joseph Priestley, dass sich beim Erhitzen von Quecksilberoxid ein Gas bildete, das er "dephlogistisierte Luft" nannte. Die Mitwirkung des Sauerstoffs bei Oxidationen und bei Atmungsvorgängen wurde von dem französischen Chemiker Antoine Lavoisier aber erst im Jahre 1775 genau erklärt. Von ihm stammt auch der französische Name Oxygéne, da er irrtümlich angenommen hatte, dass Sauerstoff Bestandteil aller Säuren ist.   
 
 
 Lavoisiers Apparatur zur Zerlegung von rotem Quecksilberoxid
 
 
 
 
 In der Retorte (A) befand sich Quecksilber, das durch den Ofen (N) erhitzt wurde.
Sobald sich rote Schuppen bildeten, nahm das Luftvolumen (L) in der Glocke (N) ab.
 
 
In eine durch einen Kohleofen geheizte Retorte (A) gab Lavoisier eine bestimmte Menge Quecksilber. Das flache Gefäß auf dem Tisch (L) war ebenfalls mit Quecksilber gefüllt. Das Ende der Retorte tauchte in die schwimmende Glocke (E), die mit einer abgemessenen Menge an Luft gefüllt war. Das Quecksilber in der Retorte wurde 12 Tage lang fast bis zum Siedepunkt erhitzt. Mit der Zeit bildeten sich auf dem Quecksilber in der Retorte Schuppen von rotem Quecksilberoxid. Gleichzeitig begann das Quecksilber in der Glocke zu steigen. Nach dem Verbrauch von einem Fünftel der Luft kam die Reaktion zum Stillstand. Das gebildete, rote Quecksilberoxid wurde gesammelt und in einer neuen Retorte erhitzt. Dabei entstand genau die selbe Menge an Sauerstoff, die beim vorigen Versuch verbraucht worden war. Durch diesen Versuch widerlegte Lavoisier die "Phlogistontheorie", nach deren Vorstellung in allen brennbaren Stoffen ein "Brennstoff", bzw. ein "Phlogiston" enthalten sei, das bei der Verbrennung entweiche. Dieses mische sich mit der Luft und mache sie dadurch ungeeignet, weitere Verbrennungen zu unterhalten ("phlogistisierte Luft"). Obwohl zu dieser Zeit schon bekannt war, dass Metalle bei ihrer "Verkalkung" (Oxidation) an Gewicht zulegten, hielten die Chemiker jener Zeit an der Phlogistontheorie eine Weile fest. Lavoisier bewies mit dem beschriebenen Versuch aber, dass der Sauerstoff alleine für die Oxidationen und Verbrennungen verantwortlich war.   
  
Herstellung     
Im Labor erhält man Sauerstoff (neben Wasserstoff) durch die elektrolytische Zersetzung von Wasser im Hofmannschen Wasserzersetzungsapparat oder in einem U-Rohr mit Elektroden am Pluspol. Dabei entsteht Wasserstoff und Sauerstoff im Verhältnis 2 : 1. Dieses Prinzip ist auch bei der Wasserstofftechnologie von Bedeutung.   
 
Wasser   Wasserstoff  +  Sauerstoff      DHR = +572kJ/mol 
  2 H2        2 H2         +        O2   
 
 
Prinzip der Wasserstofftechnologie
 
 
 
 
Der in Solarzellen erzeugte elektrische Strom zerlegt in einer Elektroylse
Wasser zu Wasserstoff und Sauerstoff. 
 
 
Eine andere Möglichkeit ist die thermische Zersetzung sauerstoffreicher chemischer Verbindungen wie Kaliumchlorat oder Kaliumpermanganat oder Silberoxid. In der Industrie erfolgt die Gewinnung von Sauerstoff für technische Anwendungen nach dem Lindeverfahren und einer anschließenden, fraktionierten Destillation.
  
Verwendung 
In der Technik wird Sauerstoff überall dort verwendet, wo Verbrennungsvorgänge unter hohen Temperaturen durchgeführt werden sollen: beim Schweißen, im Hochofen, bei der Stahlerzeugung nach dem Sauerstoffblasverfahren, als Raketentreibstoff. Das Space Shuttle verwendet flüssigen Sauerstoff als Oxidationsmittel und Wasserstoff als Brennstoff. Außerdem benötigt man Sauerstoff zur Herstellung zahlreicher chemischer Verbindungen. Beispiele: Die Oxidation von Ammoniak führt zur Salpetersäure (Ostwald-Verfahren); durch die Oxidation von Schwefel und Schwefeldioxid erhält man Schwefelsäure (Doppelkontaktverfahren). Das technische Gas ist im Handel in blauen oder grauen Stahlflaschen mit weißer Schulter erhältlich.   
   
  
 Schweißen mit Acetylen und Sauerstoff
 
 
Zoom!
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 Beim Autogenschweißen wird in einem Schweißbrenner ein Brenngas mit Sauerstoff gemischt.
 
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Experimente - Medien  
Demonstrationen mit Sauerstoff 
Demonstrationen zur Brandbekämpfung 
Die Oxidationstheorie von Antoine Lavoisier 
Oxidationen 
Reduktion 
Einführung in die Schweißtechnik 
Digitale Folien zum Thema Oxidation
 
 
Sauerstoffverbindungen im Portrait
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 Kohlenstoffdioxid
Kohlenstoffmonooxid
Lachgas
Schwefeldioxid
Stickstoffdioxid
 
 
 
 
 
 
 
Sauerstoff befindet sich in vielen anderen chemischen Verbindungen, 
so auch in vielen Säuren und Basen oder in organischen Stoffen.
 
Copyright: Thomas Seilnacht