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ätzend O brandfördernd farblose oder gelbliche, an der Luft rauchende Flüssigkeit |
RS-Sätze:
R 35 S 23.2, 26, 36, 45 Entsorgung: G 4 MAK: 2 ml/m3 MG (reine HNO3): 63,013 g/mol Dichte (70%-ige Säure): 1,42 g/cm3 Schmelztemp. (reine HNO3): -41,6 °C Siedetemp. (reine HNO3): -83 °C Wasserlöslichkeit: in jedem Verhältnis mischbar |
| Eigenschaften:
Im Handel befindet sich eine 100%-ige, rote, rauchende Salpetersäure, die im absolut reinen Zustand farblos ist. Die rauchende Salpetersäure zersetzt sich schon an der Luft oder beim Sieden unter Bildung von rotbraunem Stickstoffdioxid, welches die Rotfärbung verursacht: 4 HNO3 -----> 4 NO2 + 2 H2O + O2 Rauchende Salpetersäure ist ein sehr
starkes Oxidationsmittel und kann Holz oder Stroh spontan entzünden.
Beim Erhitzen entweicht solange HNO3, bis das azeotrope Gemisch
der 70%-igen Salpetersäure entsteht. Beim weiteren Erhitzen verdampft
kein HNO3 mehr, sondern nur noch Wasser. Die handelsübliche,
konzentrierte Salpetersäure besitzt eine Konzentration von ca. 65%.
![]() Salpetersäure ist neben Salzsäure und Schwefelsäure eine der stärksten Säuren und zersetzt sogar Edelmetalle wie Silber. Nur Gold und Platin sind beständig. Da man mit ihrer Hilfe Silber aus Gold herauslösen kann, wurde sie früher auch als Scheidewasser bezeichnet. Vermischt man die Salpetersäure mit Salzsäure, entsteht Königswasser, welches Gold auflöst. Bei der Reaktion mit den Metallen entstehen die Salze der Salpetersäure, die Nitrate. Gleichzeitig wird rotbraunes Stickstoffdioxid freigesetzt: Salpetersäure + Zink -----> Zinknitrat + Stickstoffdioxid + Wasser Salpetersäure + Kupfer -----> Kupfernitrat + Stickstoffdioxid + Wasser |
| Herstellung:
Die Herstellung von Salpetersäure lässt sich bis zu dem mittelalterlichen Alchimisten Geber zurückverfolgen. In dem Werk "De inventione veritatis" (Von der Entdeckung der Wahrheit, erschienen vermutlich im 14. Jahrhundert) wird das Erhitzen einer Mischung aus Kupfervitriol (Kupfersulfat), Alaun (Kaliumaluminiumsulfat) und Salpeter (Kaliumnitrat) auf Rotglut beschrieben. Die dabei entstehenden (nach heutigem Wissen) nitrosen Gase ließen sich mit Wasser zur Salpetersäure umsetzen. Möglicherweise stellten aber die arabischen Alchimisten schon vor dem Mittelalter Salpetersäure her. Die heute im Labor noch gebräuchliche Herstellung aus Schwefelsäure und Kaliumnitrat geht auf Johann Rudolph Glauber (1604-1670) zurück: Kaliumnitrat + Schwefelsäure
-----> Salpetersäure + Kaliumhydrogensulfat
Heute wird Salpetersäure in der chemischen Industrie nach dem Ostwald-Verfahren durch die Oxidation von Ammoniak hergestellt. |
| Verwendung:
Salpetersäure ist ein wichtiges Zwischenprodukt zur Herstellung von Düngemitteln und anderen chemischen Verbindungen (z. B. Phosphorsäure, Oxalsäure, Collodium, Amine, Farbstoffe, Medikamente, u.a.). Mit Hilfe von Nitriersäure, einem Gemisch von rauchender Salpetersäure und konzentrierter Schwefelsäure, können viele Sprengstoffe hergestellt werden. Salpetersäure ist Ausgangsstoff zur Herstellung von Nitroglycerin (siehe bei Glycerin). Diese hochexplosive Flüssigkeit explodiert schon bei geringen Erschütterungen. Vermischt man Nitroglycerin mit Kieselgur, entsteht der handhabungssichere Sprengstoff Dynamit. Trinitrotoluol (TNT) wird durch die Nitrierung von Toluol hergestellt. Hexogen (RDX), einer der stärksten Sprengstoffe, ist durch die Nitrierung von Hexamethylentetramin zugänglich. Kaliumnitrat, ein Salz der Salpetersäure, ist ein Bestandteil des Schwarzpulvers. Juweliere verwenden eine Mischung aus Salpetersäure und Salzsäure ("Königswasser") bestimmter Konzentration als Prüfsäure zur Bestimmung des Goldgehaltes in Schmuck. Dabei überprüfen sie, ob sich ein Abrieb des Schmuckstückes in der Prüfsäure löst. |
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| Hinweis: Für Schülerversuche sollte höchstens die 12%ige Säure verwendet werden. |
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