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Salpetersäure konzentriert 65%               HNO3 . aq
 
C  
ätzend 
O  
brandfördernd 
  
 
  
farblose oder gelbliche,  
an der Luft rauchende Flüssigkeit
RS-Sätze:  
R 35  S 23.2, 26, 36, 45  
Entsorgung: G 4   
MAK: 2 ml/m3    
MG (reine HNO3): 63,013 g/mol  
Dichte (70%-ige Säure): 1,42 g/cm3  
Schmelztemp. (reine HNO3): -41,6 °C 
Siedetemp. (reine HNO3): -83 °C  
Wasserlöslichkeit:  
in jedem Verhältnis mischbar
 
Eigenschaften:  
Die handelsübliche, konzentrierte Salpetersäure besitzt eine Konzentration von ca. 65%.  Die 100%-ige, rote, rauchende Salpetersäure ist im absolut reinen Zustand farblos, wenn sie unter Luftabschluss gekühlt aufbewahrt wird.  
  
 
Rauchende Salpetersäure setzt Stickstoffdioxid frei
  
Die rauchende Salpetersäure zersetzt sich schon an der Luft oder beim Sieden unter Bildung von rotbraunem Stickstoffdioxid, welches die Rotfärbung verursacht:  
 
4 HNO3  ----->  4 NO2  +  2 H2O  +  O2  
 
Rauchende Salpetersäure ist ein sehr starkes Oxidationsmittel und kann Holz oder Stroh spontan entzünden. Beim Erhitzen entweicht solange HNO3, bis das azeotrope Gemisch der 70%-igen Salpetersäure entsteht. Diese Mischung lässt sich durch eine einfache Destillation nicht mehr trennen.  
  
Die konzentrierte Säure wirkt auf Haut, Augen und Schleimhäute stark ätzend. Das Einatmen der Dämpfe führt zu Bronchialkatarrh, Lungenentzündung und Verätzung der Lungenbläschen. Bei Hautkontakt erfolgt eine Gelbfärbung in einer Xanthoprotein-Reaktion. Dabei bildet sich ein gelber Nitrofarbstoff.  
 
 
Xanthoproteinreaktion am Daumen des Webmasters
 
  
Die Salpetersäure ist eine relativ starke Säure, sie ist in wässriger Lösung fast vollständig dissoziiert: 
  
Salpetersäure  +  Wasser    Nitrat-Ion  +   Hydronium-Ion  
      HNO3        +    H2O          NO3    +        H3O+  
  
Bei der Reaktion mit den Metallen entstehen die Salze der Salpetersäure, die Nitrate. Gleichzeitig wird rotbraunes Stickstoffdioxid freigesetzt:  
 
Salpetersäure  +   Zink      ----->   Zinknitrat     +  Stickstoffdioxid  +  Wasser  
Salpetersäure  +   Kupfer  ----->   Kupfernitrat  +  Stickstoffdioxid  +  Wasser  
 
 
 
Reaktionen von konzentrierter Salpetersäure mit Metallen
 

Scheidewasser und Königswasser: 
Salpetersäure ist neben Salzsäure und Schwefelsäure eine der stärksten Säuren und zersetzt sogar Edelmetalle wie Silber. Nur Gold und Platin sind beständig. Da man mit einer 50%igen Salpetersäure Silber aus Gold herauslösen kann, wurde diese Lösung früher auch als Scheidewasser bezeichnet. Vermischt man ein Volumenteil konzentrierte Salpetersäure mit drei Volumenteilen konzentrierter Salzsäure, entsteht Königswasser. Diese Mischung löst Gold auf (siehe Foto oben rechts). Dabei bildet sich die Goldverbindung Tetrachlorogold(III)-säure (Summenformel: HAuCl4). Diesen Stoff kann man auskristallisieren lassen, wobei lange, gelbe Nadeln entstehen, die an der Luft zerfließen und sich in Wasser und Alkohol sehr gut lösen. Bei der Zugabe von Zinn(II)-chlorid entsteht kolloidales Gold, das purpurrot oder violett gefärbt ist. Das Pigment wird auch als Cassius'scher Goldpurpur bezeichnet (1663 von dem Arzt Cassius entdeckt): 
  

 
Cassius'scher Goldpurpur (kolloidales Gold)
  
Die Tetrachlorogold(III)-säure dient als Ausgangsstoff zur Herstellung anderer Goldverbindungen wie Gold(III)-chlorid oder Gold(III)-oxid. Gold(III)-chlorid und gold-organische Verbindungen eignen sich als Katalysator für organische Synthesen. Mit Gold(III)-oxid lassen sich Gläser färben. 
 
Herstellung:  
Die Herstellung von Salpetersäure kommt schon bei den mittelalterlichen Alchimisten wie Geber vor. In dem Werk "De inventione veritatis" (Von der Entdeckung der Wahrheit, erschienen vermutlich im 14. Jahrhundert) wird das Erhitzen einer Mischung aus Kupfervitriol (Kupfersulfat), Alaun (Kaliumaluminiumsulfat) und Salpeter (Kaliumnitrat) auf Rotglut beschrieben. Die dabei entstehenden (nach heutigem Wissen) nitrosen Gase ließen sich mit Wasser zur Salpetersäure umsetzen. Möglicherweise stellten aber die arabischen Alchimisten schon vor dem Mittelalter Salpetersäure her. Die Herstellung von Königswasser aus Salpetersäure und Ammoniumchlorid geht vermutlich bis in die Zeit vor dem Mittelalter, bis zu den arabischen Alchimisten im 7. oder 8. Jahrhundert zurück. In den Raimundus Lullus untergeschobenenen pseudo-lullischen Schriften wird um 1332 die Wirkung der Salpetersäure auf Metalle, die Herstellung von Scheidewasser ("aqua fortis acuta") und von Königswasser beschrieben. 
 
Die heute im Labor noch gebräuchliche Herstellung aus Schwefelsäure und Kaliumnitrat geht auf Johann Rudolph Glauber (1604-1670) zurück: 

Kaliumnitrat  +  Schwefelsäure  ----->  Salpetersäure  +  Kaliumhydrogensulfat 
  
Glauber entwickelte auch als erster ein Verfahren zur Darstellung von Königswasser ("Aqua regis") aus Kochsalz und Salpetersäure.  
  
Im Jahre 1903 entwickelten der norwegische Physiker Kristian Olaf Bernhard Birkeland (1867-1917) und der norwegische Ingenieur Sam Eyde (1866-1940) ein Verfahren, bei dem sie Luftstickstoff mit Luftsauerstoff im Lichtbogen zur Reaktion brachten. Legt man zwischen zwei Elektroden in einer Reaktionskugel eine Hochspannung an, entsteht ein Lichtbogen. Dabei reagiert der Luftstickstoff mit dem Luftsauerstoff zu Stickstoffmonooxid (NO). Dieses reagiert mit noch vorhandenem Sauerstoff weiter zu Stickstoffdioxid (NO2), das orangebraun gefärbt ist: 
  
N2  +  O2  ----->  2 NO 
2 NO  +  O2    2 NO2  
  

Reaktionskugel mit Hochspannungstrafo
Bildung von NO, bzw. NO2 im Lichtbogen
  
Wenn das entstehende Stickstoffdioxid in Wasser geleitet wird, dann bildet sich Salpetersäure und erneut Stickstoffmonooxid: 
  
3 NO2  +  H2O  ----->  2 HNO3  +  NO 
  
Dieses Verfahren zur Herstellung von Salpetersäure wird selten angewandt. Es konnte sich einige Zeit lang nur in Skandinavien behaupten, also in Ländern, wo die Elektrizität durch Wasserkraft preiswert zur Verfügung steht. 
 
Heute wird Salpetersäure in der chemischen Industrie hauptsächlich nach dem Ostwald-Verfahren durch die Oxidation von Ammoniak hergestellt. 

> Ostwald-Verfahren zur Salpetersäureherstellung 
> Geschichte zur Entwicklung des Ostwald-Verfahrens

 
Verwendung:  
Salpetersäure ist ein wichtiges Zwischenprodukt zur Herstellung von Düngemitteln und anderen chemischen Verbindungen (z. B. Phosphorsäure, Oxalsäure, Collodium, Amine, Farbstoffe, Medikamente, u.a.). Sie ist auch ein Ausgangsstoff zur Herstellung von Sprengstoffen wie Nitroglycerin (beim Aufsaugen auf Kieselgur erhält man mit diesem Dynamit), Trinitrotoluol (TNT) oder Hexogen (RDX), siehe auch >rechtlicher Hinweis. Kaliumnitrat, ein Salz der Salpetersäure, ist ein Bestandteil des Schwarzpulvers. Juweliere verwenden eine Mischung aus Salpetersäure und Salzsäure ("Königswasser") bestimmter Konzentration als Prüfsäure zur Bestimmung des Goldgehaltes in Schmuck. Dabei überprüfen sie, ob sich ein Abrieb des Schmuckstückes in der Prüfsäure löst. 
   
 
Die Prüfsäure enthält Salpetersäure und Salzsäure
 
 
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CAS-
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Salpetersäure
Nitric acid
7697-37-2
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Hinweis: Für Schülerversuche sollte höchstens die 12%ige Säure verwendet werden.
 
Hinweis zu den Explosivstoffen: 
Das private Herstellen (und Besitzen) von Explosivstoffen ist gesetzlich verboten und lebensgefährlich. Die Arbeitsverfahren sind mit erheblichen Risiken verbunden (vorzeitige Explosion, sehr giftige Produkte, etc.). Die auf dieser Seite vorhandenen Darstellungen sind nur allgemeiner Art wie sie in den gängigen Chemielehrbüchern vorhanden sind. Für eine wirkliche Synthese sind spezielle und detaillierte Arbeitsanleitungen, gut ausgestattete Labors mit den entsprechenden Sicherheitsanlagen und teilweise auch andere Ausgangsstoffe oder zusätzliche Stoffe notwendig. Weitere Hinweise zum Umgang mit Chemikalien finden sich unter Chemikalienrecht
 
 
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