Lithium Helium  
Wasserstoff                              1H 
engl. hydrogen, griech. hydor und gennáo ("Wasserbildner")
 
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Relat. Atommasse 
Intervall (Hinweis) 
Ordnungszahl 
Schmelzpunkt 
Siedepunkt 
Oxidationszahlen 
Dichte 
Elektronegativität  
Elektronenkonfig. 
Natürl. Häufigkeit  
      
  
  
1,008 
[1,00784; 1,00811] 
1 
-259,1 °C 
-252,76 °C 
+1, -1 
0,08988 g/l 
2,20 (Pauling) 
1s1 
Protium: 99,9885% 
Deuterium: 0,0115% 
      
 
 
Hinweis: Aus anschaulichen Gründen ist auf dem Foto die Düse mit der Flamme direkt neben dem Ventil. Beim Experimentieren muss der Abstand größer sein als auf dem Foto.

   
     

Film

7 sek
Ein brennender Holzspan wird an einen Luftballon gehalten, der mit reinem Wasserstoff gefüllt ist.
    
  GHS-Piktogramme  
  Gefahr
Gefahren (H-Sätze)  
  
H 220, 280 
   
 
CAS-Nummer   1333-74-0  
  
GBU  Arbeiten mit Wasserstoff
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Wasserstoff Physikalisch-chemische Eigenschaften
Der gasförmige Wasserstoff ist bei Zimmertemperatur farb- und geruchlos, er ist etwa vierzehnmal leichter als Luft. Wasserstoff ist das Element mit der geringsten Dichte. Das Gas diffundiert leicht durch viele Materialien, sogar durch Metalle wie Platin. Wasserstoff hat eine sehr tiefe Schmelz- und Siedetemperatur, er wird in dieser Eigenschaft nur vom Helium übertroffen. In Wasser löst sich Wasserstoff nur schlecht, während einige Metalle wie Palladium Wasserstoff bis zum 12000fachen ihres Volumens absorbieren können. An der Luft verbrennt Wasserstoff mit einer schwach bläulichen Flamme zu Wasser. Beim Verbrennen an einer Glasdüse erscheint die Flamme oft gelblich, da das heiße Glas die Flamme beeinflusst. Der gebräuchliche Wasserstoff kommt immer in Form von zweiatomigen Molekülen H2 vor.
  
 
Verbrennungsprodukt des Wasserstoffs sichtbar machen
 

 

Ein kalter Rundkolben wird an eine Wasserstoffflamme gehalten. Dabei bildet sich ein Beschlag. Dies ist ein erster Hinweis darauf, dass bei dieser Verbrennung Wasser entsteht.
Film erhältlich auf >DVD  
 

Gemische mit Luft oder mit reinem Sauerstoff explodieren nach der Zündung mit lautem Knall. Sie werden als Knallgasgemische bezeichnet. Die optimalen Mischungsverhältnisse kommen nach den Gasgesetzen von Gay-Lussac immer in ganzen Zahlen vor. Mit Hilfe eines Eudiometers können diese Verhältnisse bestimmt werden. Wasserstoff reagiert mit Sauerstoff im Verhältnis 2:1 und mit Chlor im Verhältnis 1:1.  
 
2 H2  +  O2 reagiert zu  2 H2O     ΔHR = -572 kJ/mol 

Wasserstoff lässt sich geregelt in Chlor verbrennen. Gemische mit Chlor explodieren bei Zündung, sie können sogar durch Lichteinwirkung gezündet werden. Bei der Reaktion entsteht gasförmiger Chlorwasserstoff, der beim Einleiten in Wasser Salzsäure bildet.
 
H2  +  Cl2    2 HCl      ΔHR = -184 kJ/mol   
  
 
Wasserstoff reagiert mit Chlor


 
Wasserstoff verbrennt in Chlor mit einer weißlichen Flamme. Ein stöchiometrisches Gemisch aus Wasserstoff und Chlor reagiert explosiv nach der Aktivierung durch ein Elektronenblitzgerät.
Filme erhältlich auf >DVD  
 

Mit Stickstoff reagiert Wasserstoff bei hoher Temperatur, unter Druck und unter Verwendung von Katalysatoren zu Ammoniak (siehe Haber-Bosch-Verfahren):  
  
2 NH3 im Gleichgewicht zu   N2  +  3 H2     
ΔHR = +92 kJ/mol 
  
Für eine Reaktion mit den anderen Elementen ist ebenfalls hohe Temperatur und Druck notwendig, beispielsweise bei der Reaktion von Schwefel mit Wasserstoff zu Schwefelwasserstoff:  
  
S  +  H2 reagiert zu   H2S     
ΔHR = -21 kJ/mol 
  
Wasserstoff wirkt auf viele Metalloxide beim Erhitzen als Reduktionsmittel, so auch bei der Reduktion von Kupfer(II)-oxid:  
  
CuO  +  H2 reagiert zu   Cu  +  H2O     
ΔHR = -129 kJ/mol  
  
Mit Alkali- oder Erdalkalimetallen bilden sich Hydride. Auch sämtliche Säuren enthalten Atome des Wasserstoffs. Wasserstoffatome sind Bestandteil zahlreicher organischer Verbindungen, zum Beispiel bei den Kohlenwasserstoffen (Methan, Ethan, Benzol), bei den Alkoholen (Methanol, Ethanol), den Aldehyden, den Alkansäuren, den Fetten, den Kohlenhydraten und den Proteinen.  
  
Im Labor erfolgt der Nachweis von Wasserstoff mit der Knallgasprobe. Diese Probe dient auch zur Überprüfung, ob in einem Gas ein Knallgasgemisch vorliegt. Ertönt ein lauter pfeifender Knall, handelt es sich um Knallgas, bei einem harmlosen, dumpfen Geräusch ist nur reiner Wasserstoff im Reagenzglas.  
 
 
Durchführung der Knallgasprobe


 
Bei der Knallgasprobe wird ein Reagenzglas mit Wasserstoff gefüllt und mit dem Daumen verschlossen. Dann dreht man es in die leuchtende Brennerflamme.
Film erhältlich auf >DVD  


In einer Gasentladungsröhre leuchtet der Wasserstoff blauviolett. Ein Glasröhrchen ist mit Wasserstoff unter geringem Druck gefüllt. Beim Anlegen einer Spannung entstehen im Gas frei bewegliche Ladungsträger, die je nach ihrer Polarität Richtung Anode oder Kathode beschleunigt werden. Treffen sie auf ein Atom, werden weitere Ladungsträger freigesetzt. Bei jedem Aufprall wird Strahlung  frei. Trifft ein beschleunigtes Elektron oder ein Ion auf ein Atom, absorbiert dieses einen bestimmten Energiebetrag. Hierbei geht die äußere Elektronenhülle auf ein nächst höheres Energieniveau über. Das so angeregte Atom kann diesen Zustand aber nicht halten und sendet die Energie in Form eines Strahlungsquants wieder aus. Die Frequenz der Strahlung hängt vom jeweiligen Gas ab. 
   
 
Wasserstoff in einer Gasentladungsröhre
  
Wasserstoff leuchtet bei der Gasentladung blauviolett.
   
 
Wasserstoff Physiologie 
Wasserstoff-Atome sind in den Lebewesen und im menschlichen Körper sehr häufig vertreten. Sie sind an vielen wichtigen Stoffwechselprozessen beteiligt. Ein Teil der Atome ist im Wasser chemisch gebunden. Dieser Stoff kann als "Schlüsselelement" für das Funktionieren des Lebens angesehen werden. Der Mensch besteht zu 60 bis 70 Prozent aus Wasser. Täglich muss ein Mitteleuropäer je nach Bedarf zwei bis vier Liter Wasser trinken. Das Wasser ist im Körper das bedeutendste Transportmittel für Stoffe, es spielt aber auch bei zahlreichen Stoffwechselkreisläufen wie bei der Atmung, dem Citronensäurezyklus oder dem Harnstoffzyklus eine große Rolle. Das Ausschwitzen von Wasser dient der Temperaturregulierung. 
 
 
 Bioelemente im menschlichen Körper
 

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Ein anderer Teil der Wasserstoff-Atome bildet zusammen mit Kohlenstoff-, Sauerstoff-, Stickstoff- und Schwefel-Atomen die organischen Moleküle, aus denen die meisten in den Lebewesen enthaltenen Stoffe aufgebaut sind. Bei der pflanzlichen Zellatmung in den Mitochondrien gewährleistet die Übertragung von Protonen die Energiegewinnung und damit den Aufbau energiereicher Kohlenstoff-Verbindungen. 
   
Wasserstoff Vorkommen 
Häufigkeit   häufig

Wasserstoff-Atome sind von allen Atomsorten im Weltall mit rund 90% Anteil vor Helium-Atomen am häufigsten vertreten. Die Sonne erzeugt ihre Energie durch Kernverschmelzungen von Wasserstoff-Atomen. Aus vier Wasserstoff-Atomkernen entsteht ein Helium-Kern, dabei wird sehr viel Energie frei.
 
  
 
Sonne mit Sonnenfleck
Sonne
Die Sonne besteht überwiegend aus Wasserstoff.

 
Die großen Planeten unseres Sonnensystems, Jupiter und Saturn, sind Gasplaneten und bestehen wie die meisten Fixsterne und Galaxien überwiegend aus Wasserstoff. Die Elementhäufigkeit von Wasserstoff in der Erdhülle beträgt etwa 0,9 Prozent, damit steht er an neunter Stelle. Das Isotop Deuterium macht im natürlichen Wasserstoff einen geringen Anteil von etwa 0,015 Prozent aus. Wasserstoff-Atome kommen in gebundener Form in zahlreichen Verbindungen vor, beispielsweise im Wasser, aber auch in Eiweißen, Kohlenwasserstoffen, Kohlenhydraten oder Säuren. Es existieren drei natürliche Isotope:  
  • Ein normales Wasserstoff-Atom, das Protium, besteht aus einem Proton und einem Elektron. 
  • Dagegen besitzt schwerer Wasserstoff, das Isotop Deuterium, zusätzlich ein Neutron. 
  • Überschwerer Wasserstoff, das radioaktive Isotop Tritium, besitzt zwei Neutronen. 
  
Wasserstoff Geschichte 
Das Element wurde von Paracelsus im 16. Jahrhundert durch Umsetzung von Eisen mit Säuren erstmals hergestellt und 1766 durch Henry Cavendish als Element erkannt. Der französische Chemiker Antoine Lavoisier (1743-1794) stellte 1783 erstmals 45 Gramm "künstliches" Wasser aus Wasserstoff und Sauerstoff her. Außerdem führte er Versuche zur Zerlegung von Wasser durch. Lavoisier war es auch, der den französischen Namen hydrogène vorschlug. Dieser Name leitete sich von den griechischen Wörtern hydor ("Wasser") und gennáo ("erzeugen") ab.
    
 
Lavoisiers Versuch zur Zerlegung von Wasser
    
  
 
Lavoisier ließ einen mit Nägeln gefüllten eisernen Flintenlauf (F) in ein Kohlebecken einmauern und erhitzte diesen bis zur Rotglut. Dann leitete er Wasserdampf durch die Apparatur. Den entstehenden Wasserstoff fing er auf (H), die Eisennägel wog er nach der Reaktion und stellte eine deutliche Gewichtszunahme fest. 
 
  
Die Isotope Deuterium und Tritium wurden erst in den 1930iger Jahren entdeckt. Bei der nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelten Wasserstoffbombe reagieren Deuterium- und Tritium-Atome in einer Kernverschmelzung zu Helium-Atomen. Eine Atombombe als Zünder leitet diese Reaktion ein. Die bei Kernfusionen freigesetzte Energie könnte in einer kontrolliert laufenden Einrichtung auch zur zukünftigen Energiegewinnung dienen. Entsprechende Kernfusionsreaktoren befinden sich aber noch im experimentellen Stadium. 
 
Den ersten Versuch zur Verwendung von Wasserstoff als Transportmittel unternahm der französische Physiker Jacques Charles (1746-1823) am 27. August 1783 in Paris. Er startete einen Ballon aus Seide mit vier Metern Durchmesser, der mit Wasserstoff gefüllt war. Das Fluggerät erhob sich rund einen Kilometer hoch und flog in einem dreiviertelstündigen Flug vom Marsfeld in Paris in das benachbarte Dorf Gonesse. Das Fluggerät konnte eine Last von neun Kilogramm tragen. Den ersten bemannten Flug führte er am 1. Dezember des gleichen Jahres durch. Der Flug dauerte zwei Stunden, er erreichte dabei eine Höhe von bis zu drei Kilometern und flog 36 Kilometer weit. Den Wettstreit mit den Brüdern Montgolfier hatte er aber verloren, denn deren Heißluftballon war nur zehn Tage zuvor mit zwei menschlichen Luftfahrern gestartet. 
  
 
Erster bemannter Flug mit einem Wasserstoffballon


 
Am 1. Dezember 1783 startete Jacques Charles zusammen mit seinem Bruder Robert in Paris in einem mit Wasserstoff gefüllten Ballon.
 
 
In der Folgezeit entstanden Pläne von verschiedenen Konstrukteuren zum Bau eines Luftschiffs. Aber erst der französische Ingenieur Henri Griffard (1825-1882) setzte die Pläne auch um. Am 24. September 1852 startete sein Luftschiff in Paris zu einem 27 Kilometer langen Flug. Griffards motorisierter Langballon war mit einer etwa zwei Kilowatt starken Dampfmaschine angetrieben. Fahrer, Gondel und Motor waren hängend unter dem 44 Meter langen Ballon auf einem Balken angebracht. Nach diesem ersten Versuch wurden verschiedene Antriebstechniken entwickelt, es gab später zahlreiche Versuche mit Verbrennungs- und Elektromotoren, und sogar Geräte, die mit Muskelkraft betrieben wurden, kamen zum Test. Die Revolution brachten aber dann Luftschiffe, die mit einem starren Aluminiumgerüst versehen waren. Ferdinand Graf von Zeppelin (1838-1917) präsentierte im Jahr 1900 den Prototypen LZ 1 (Luftschiff Zeppelin 1). Das 128 Meter lange Gefährt wurde von zwei Benzinmotoren der Firma Daimler mit einer Leistung von jeweils 10,4 Kilowatt angetrieben. Ab 1909 beförderten die Luftschiffe regelmäßig Passagiere. Im Ersten Weltkrieg kamen sie als Aufklärungsfluggeräte und zum Abwurf von Bomben zum Einsatz. In den 1930er-Jahren verkehrte eine regelmäßige Fluglinie von Friedrichshafen am Bodensee in die USA und nach Brasilien. Nach der Katastrophe von Lakehurst im Jahre 1937 war die Verwendung von Wasserstoff als Transportmittel in den Zeppelinen vorläufig beendet.  
  
Eine Renaissance erlebte der Wasserstoff mit dem Beginn der Raumfahrt. Raketen mit Flüssigkeitsantrieb verwenden Wasserstoff als Brennstoff. Die Raumfähren des amerikanischen Space-Shuttle-Programms wurden mit Wasserstoff angetrieben. Am 12. April 1981 hob die Columbia als erste bemannte und wiederverwendbare Raumfähre ab und flog in eine Umlaufbahn der Erde, um zwei Tage später wieder unversehrt zu landen. Beim Challenger-Unglück am 28. Januar 1986 explodierte die Raumfähre kurz nach dem Start in 15 Kilometern Höhe, weil durch ein Leck der Feststoffraketen eine heiße Flamme austrat und die Tankhülle beschädigte. Die sieben Besatzungsmitglieder wurden getötet. Eine weitere Katastrophe ereignete sich im Januar 2003 als die Columbia beim Eintritt in die Erdatmosphäre zerbrach. Das ab 2010 eingesetzte Raumschiff Orion - als Nachfolger der Space Shuttles - wird mit einer Ares-Rakete angetrieben, die in der zweiten Stufe flüssigen Wasserstoff als Brennstoff verwendet.   
  
Die Verwendung von Wasserstoff als Treibstoff für Kraftfahrzeuge in Verbindung mit Brennstoffzellen benötigte eine längere Entwicklungsphase. Das Problem besteht darin, das Gas kompakt und einfach zu speichern. Lit [53]  Dabei kommen verschiedene Verfahren zum Einsatz:  
  • Eine Möglichkeit besteht in der Verwendung von Hochdrucktanks. Hierfür ist bei der Betankung ein Kompressionsverfahren notwendig und die Tanks benötigen viel Platz. Für LKWs und Busse ist das Verfahren aber durchaus geeignet. 
  • Flüssiger Wasserstoff zeichnet sich durch eine hohe Energiedichte aus. Allerdings erfordert das Verflüssigen von Wasserstoff viel Energie, und die Tanks mit dem flüssigen Wasserstoff müssen gut isoliert sein. Ein auf dieser Technik basierendes Wasserstoffauto der BMW wurde im Jahre 2000 der Öffentlichkeit vorgestellt.
  • Bestimmte Metall-Legierungen können große Mengen an Wasserstoff aufnehmen. Tanks mit geeigneten Stoffen wie Natriumalanat haben ebenfalls ein relativ hohes Gewicht. Beim Binden von Wasserstoff entsteht der Hydridkomplex Natriumaluminiumhydrid. Beim Erwärmen wird der Wasserstoff wieder frei. Der Durchbruch wird wohl mit der Verbindung der Nanotechnologie und der Solar- und Wasserstofftechnik kommen. Lit [53 und 54 Die Nanotechnologie entwickelt Materialien mit einer extrem großen Oberfläche im Nanobereich. Nanomaterialien auf reiner Kohlenstoffbasis haben zwar eine große Oberfläche, sie können aber keinen Wasserstoff speichern. Verbindet man aber anorganische Substanzen über organische Streben erhält man poröse, kristalline Materialien. Sogenannte metallorganische Gerüststrukturen (MOFs) haben Oberflächen mit bis zu 5500 Quadratmeter pro Gramm, und sie können auch Wasserstoff speichern.
Auf der Weltklimakonferenz in Paris 2015 einigte man sich prinzipiell darauf, dass alternative Energiequellen die fossilen Energieträger nach und nach ganz ablösen werden. [Lit 98]   Neben den erneuerbaren Energien könnte die Kernfusion in der Zukunft eine bedeutende Rolle spielen. In einem Fusionsreaktor kann ein Kilogramm Wasserstoff mehr Energie erzeugen als 1000 Tonnen Kohle bei der Verbrennung. [Lit 96]  Beim Tokamak-Typ wird das 100 Millionen Grad Celsius heiße Plasma durch supraleitende Magnete in Schach gehalten, damit das Plasma nicht mit der Reaktor-Wand in Kontakt kommt. Beim Stellarator-Typ wird ein verdrilltes Magnetfeld durch Magnetspulen erzeugt. In einem (funktionierenden) Fusionsreaktor verschmelzen Deuterium und Tritium unter extrem hohem Druck und Temperatur zu Helium. Ein Problem könnte die lange Abkühlungs- und Ausfallszeit bei Reparaturen darstellen. Wesentlich kostengünstiger erscheint die in den USA entwickelte Laserfusion, bei der Laserlicht in einer Mikrokammer aus Gold in starke Röntgenstrahlung umgewandelt wird, die den in der Kammer enthaltenen Brennstoff impulsweise komprimiert und erhitzt. [Lit 97]
  
Wasserstoff Herstellung     
Im Labor kann Wasserstoff durch Elektrolyse von Wasser, das mit Natronlauge oder Schwefelsäure elektrisch leitfähig gemacht wurde, hergestellt werden. Nach diesem Prinzip kann mit Hilfe der Wasserstofftechnologie Energie nutzbar gemacht werden. 
  
 
Prinzip der Wasserstofftechnologie

 
 
Der in Solarzellen erzeugte elektrische Strom zerlegt in einer Elektrolyse Wasser zu Wasserstoff und Sauerstoff. Der Wasserstoff kann in einem Tank aufbewahrt werden.
   

Eine andere Möglichkeit wäre die Reaktion von Salzsäure mit granuliertem Zink. Dabei hängt die Reaktionsgeschwindigkeit von der Konzentration und der Temperatur der Säure und der Oberfläche des Zinks ab: 
  
Zn  +  2 HCl reagiert zu  ZnCl2  +  H2   
  
 
Herstellen von Wasserstoff aus Zink und Salzsäure
 
 
 
Gibt man zu Zinkgranalien 10%ige Salzsäure, dann bildet sich Wasserstoff. Dieser kann in einer pneumatischen Wanne aufgefangen werden.
   

Bei der Reaktion von Calcium mit Wasser ist eine heftige Gasentwicklung zu beobachten. Nach einer Weile trübt sich das Wasser weiß. Fängt man das Gas pneumatisch in einem Reagenzglas auf, fällt die Knallgasprobe positiv aus. Die Zugabe von Phenolphthalein weist die Bildung einer alkalischen Lösung nach. Diese wird durch das Lösen des entstehenden Calciumhydroxids Ca(OH)2 in Wasser gebildet. Barium und Strontium reagieren noch lebhafter mit Wasser nach dem gleichen Prinzip.
  
 Ca  +  2 H2reagiert zu  Ca(OH)2  +  H2 
 
 
Calcium reagiert mit Wasser

Calcium reagiert mit Wasser
 
Calcium reagiert mit Wasser unter Gasentwicklung. Nach einer Weile entsteht eine weiße Trübung.
Filme mit Calcium, Barium und Strontium erhältlich auf >DVD   
  

In der chemischen Industrie gewinnt man Wasserstoff durch eine katalytische Dampfspaltung von Methan aus dem Erdgas. Dabei wird Methan CH4 an einem Nickel-Katalysator bei etwa 900°C mit Wasserdampf umgesetzt. Neben Wasserstoff entsteht hierbei auch Kohlenstoffmonooxid CO:    
  
CH4  +  H2O (gas)    CO  +  3 H2     
  
Das entstehende Gasgemisch, das Synthesegas, ist ein wichtiges Zwischenprodukt für die Ammoniaksynthese oder die Methanol-Produktion. Zum Abtrennen des Kohlenstoffmonooxids wird das Synthesegas zunächst in mehreren Stufen über weitere Katalysatoren geleitet, dabei reagiert Kohlenstoffmonooxid mit Wasserdampf zu Kohlenstoffdioxid. Dieses Gas lässt sich in einer wässrigen Diethanolamin-Lösung lösen, während der Wasserstoff darin nicht löslich ist. Heiße Membranen aus Palladium sind durchlässig für Wasserstoff, für andere Gase dagegen nicht. Auf diese Weise kann man sehr reinen Wasserstoff isolieren.
  
Wasserstoff Verwendung 
Früher wurde Wasserstoff zur Füllung von Zeppelinen verwendet. Heute befindet sich in den Luftschiffen nur noch Helium. Das Gas ist im Handel in Stahlflaschen mit roter Schulter erhältlich. Es wird zum Autogenschweißen von Blei und Aluminium oder zum Schneidbrennen benötigt.   
 
 
Schneidbrennen mit Wasserstoff


 
Der "Daniellsche Hahn" ist ein mit Wasserstoff und Sauerstoff betriebener Schneidbrenner.
 
  
Wasserstoff ist neben Stickstoff ein wichtiger Ausgangstoff zur Synthese von Ammoniak nach dem Haber-Bosch-Verfahren, es wird auch zur Herstellung zahlreicher Wasserstoffverbindungen wie Methanol benötigt. Wasserstoff dient zur Reduktion von Eisenerzen. Seine Anwendung als Energieträger ist sehr vielseitig. Man benötigt es als Brenngas in Raketentreibstoffen oder bei der Wasserstofftechnologie zur Stromerzeugung in Brennstoffzellen. Das Wasserstoffauto stellt eine Alternative zum PKW mit Benzinmotor dar. Aufgrund der hohen Wärmekapazität eignet sich Wasserstoff als Kühlmittel in Kraftwerken und Industrieanlagen. 
 
 
Selbstleuchtender Schlüsselanhänger mit Tritium

 
 
Das Glasröhrchen aus Borosilicatglas ist von innen mit einem Leuchtmittel beschichtet. Das wenig enthaltene Tritium regt bei seinem b-Zerfall das Leuchtmittel zum Leuchten an. Eine solche Tritiumgas-Lichtquelle leuchtet mehrere Jahrzehnte lang Tag und Nacht.
 
 
Das Isotop Deuterium dient in Schwerwasserreaktoren als Moderator. Dadurch werden die bei der Kernspaltung entstehenden Neutronen abgebremst. Die langsamen Neutronen ermöglichen die Kettenreaktion. Das Isotop Tritium entsteht in Kernreaktoren. Deuterium und Tritium fusionieren in der Wasserstoffbombe zu Helium. Bei der geregelten Kernfusion, die sich noch im Versuchsstadium befindet, wird versucht, die dabei frei werdende Energie zu nutzen. In radioaktiven Leuchtfarben wird eine Tritiumverbindung mit einem fluoreszierenden Farbstoff wie Zinksulfid vermischt. Zifferblätter von Tritiumuhren, die zum Beispiel beim Tauchen eingesetzt werden, strahlen nur als schwacher Alphastrahler. Die Strahlung wird bereits durch das Uhrglas abgefangen. Es sind auch Schlüsselanhänger und Polizeileuchten erhältlich, die diese Lichtquelle nutzen. In der Medizin dient das Tritium zum Markieren von Krebszellen. 
 
Wasserstoff Experimente - Medien  
Demonstrationen mit Wasserstoff 
Volumenverhältnisse bei Knallgasreaktionen 
Digitale Folien zum Wasserstoff 
Otto Hahn und Lise Meitner
 
 
Wasserstoffverbindungen im Portrait (Auswahl)
 
Kristallwasser
bei den Salzen
 Organische
Stoffe
 Säuren/
Basen
  Chlor-
wasserstoff
 Fluor-
wasserstoff
Schwefel-
wasserstoff
 
 
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