Rhenium  Ruthenium  Periodensystem  Hassium  Iridium
 
Osmium                                          76Os
engl. osmium; griech. osme ("Geruch")
 
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Osmium ist ein bläulichweiß glänzendes
Metall von sehr hoher Härte
relat. Atommasse:  
Ordnungszahl:  
Schmelzpunkt:  
Siedepunkt:  
Oxidationszahlen:  
Dichte:   
Härte (Mohs):  
Elektronegativität:  
Atomradius:  
Elektronenkonfig.:  
natürl. Häufigkeit:  
   
   
   
   
   
 
190,23   
76  
3033 °C   
5012 °C   
8, 6, 5, 4, 3, 2, 1, 0, -2  
22,59 g/cm³  
7,5   
2,20 (Pauling)   
135 pm  
[Xe]4f145d66s2  
Os-184    0,02%  
Os-186    1,58%  
Os-187    1,6%  
Os-188  13,3%  
Os-189  16,1%  
Os-190  26,4%  
Os-192  41,0%
 
 
Eigenschaften:   
Reines Osmium ist ein bläulichweiß glänzendes Metall, das sehr hart ist und sich schwer bearbeiten lässt. Es ist das härteste aller Platinmetalle und besitzt nach Iridium die höchste Dichte aller Elemente. Auch seine Schmelztemperatur ist sehr hoch. Bei tiefen Temperaturen zeigt es Supraleitfähigkeit.  
   
Osmium ist ein relativ reaktionsfähiges Metall. An der Luft ist es bei Raumtemperatur beständig. Osmiumpulver bildet mit reinem Sauerstoff bei Rotglut stechend riechendes und giftiges Osmium(VIII)-oxid:  
  
Os  +  2 O2  ----->  OsO  DHR = -394 kJ/mol  
  
Gegen Wasser und nicht oxidierende Säuren ist Osmium beständig. Salpetersäure, Phosphorsäure, Königswasser und konzentrierte Schwefelsäure greifen das Metall an. Bei hohen Temperaturen reagiert Osmium auch mit Fluor, Chlor, Phosphor und Schwefel.  
   
Osmium und vor allem seine Verbindungen gelten als sehr giftig. Sie wirken stark schleimhautreizend und führen zu Kopfschmerzen und Sehstörungen. 
 
 
Vorkommen:   
Das Metall steht in der Elementhäufigkeit mit einem Anteil von 1 x 10-6 % an 73. Stelle und steht damit noch vor Gold und Platin. In der Natur kommt es elementar im gediegenen Zustand vor. Meist tritt es in Begleitung des Platins auf und kommt zusammen mit Iridium in dem Mineral Iridosmium (55-80% Osmium und 20-45% Iridium) vor. Wichtige Vorkommen liegen in Witwatersrand/Südafrika, im Ural, in Nord- und Südamerika, in Tasmanien, in Borneo und in Japan.  
   
 
Gediegen Osmium
 
 
Geschichtliches:   
In Jahre 1804 entdeckte der britische Chemiker Smithson Tennant (1761-1815) in London das Osmium zusammen mit dem Iridium. Er untersuchte die beim Lösen der Platinerze im Königswasser erhaltenen unlöslichen Rückstände und konnte dabei die beiden Elemente isolieren. Aufgrund des stechenden, chlorähnlichen  und rettichartigen Geruchs des Osmiumoxids benannte er das neue Element nach dem griechischen Wort osme ("Geruch"). Das chemische Symbol Os schlug J.J. Berzelius im Jahre 1814 vor. 
 
 
Herstellung:   
Osmium fällt bei der Platin-Verarbeitung an und ist als letztes Platinmetall nach einer Reihe komplizierter Verfahren erhältlich (siehe Schema). Pro Jahr werden nur etwa 100kg Osmium hergestellt. Es ist daher wesentlich teurer als Platin und Gold.  
   
   
 
Fließschema zur Herstellung der Platinmetalle aus dem unlöslichen Rückstand (nach Binder)
 
 
Verwendung:   
Aufgrund des hohen Preises findet Osmium nur in geringem Umfang technische Anwendung. In Platin-Legierungen erhöht es zusammen mit Iridium die Härte. Es findet sich daher in Füllfederspitzen oder in Injektionsnadeln. Früher diente es in Glühlampen zur Herstellung von Glühfäden. Heute ist es vollständig durch Wolfram ersetzt. Der Firmenname "Osram" geht auf diese Verwendung zurück: Er setzt sich aus den Wörtern Osmium und Wolfram zusammen. 
 
 
 
 Copyright: Thomas Seilnacht