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| Eigenschaften:
Reines Iridium ist ein silberweiß glänzendes Edelmetall von großer Härte und Sprödigkeit. Es ist das Element mit der höchsten Dichte und ist noch schwerer als Osmium und Platin. Sein Schmelzpunkt ist sehr hoch und die elektrische Leitfähigkeit ist wie die Wärmeleitfähigkeit relativ gut. Bei sehr tiefen Temperaturen zeigt Iridium Supraleitfähigkeit. Iridium ist das am wenigsten reaktionsfähigste Platinmetall. Es ist an der Luft beständig und wird von keiner Säure, auch nicht von Königswasser, angegriffen. Iridiumpulver reagiert bei Rotglut mit reinem Sauerstoff unter Bildung von schwarzem Iridium(IV)-oxid: Ir + O2 -----> IrO2 DHR = -274 kJ/mol Mit Chlor reagiert es zu olivgrünem Iridium(III)-chlorid oder zu braunem Iridium(IV)-chlorid: 2 Ir + Cl2 -----> 2 IrCl3 Ir + 2 Cl2 -----> IrCl4 Mit Fluor bildet sich gelbes, leicht flüchtiges Iridium(VI)-fluorid. Aus diesem kann gelbgrünes Iridium(V)-fluorid entstehen. Viele Iridiumsalze sind farbig. |
| Vorkommen:
Das Metall steht in der Elementhäufigkeit mit einem Anteil von 1 x 10-7 % an 81. Stelle und ist damit seltener als Gold und Platin. In der Natur kommt es elementar im gediegenen Zustand vor und findet sich selten in Form von kleinen runden Körnern. Meist tritt es in Begleitung des Platins auf und kommt zusammen mit Osmium in dem Mineral Iridosmium (55-80% Osmium und 20-45% Iridium) vor. Wichtige Vorkommen liegen in Witwatersrand/Südafrika, im Ural, in Nord- und Südamerika, in Tasmanien, in Borneo und in Japan. |
| Geschichtliches:
Im Jahre 1804 entdeckte der britische Chemiker Smithson Tennant (1761-1815) in London das Iridium zusammen mit dem Osmium. Er untersuchte die beim Lösen der Platinerze im Königswasser erhaltenen unlöslichen Rückstände und konnte dabei die beiden Elemente isolieren. Aufgrund der farbigen Salze des Iridiums benannte er das neue Element nach dem griechischen Wort iris ("Regenbogen"). Das chemische Symbol Ir schlug J.J. Berzelius im Jahre 1814 vor. |
| Herstellung:
Iridium fällt zusammen mit den anderen Platinmetallen bei der Platinherstellung an. Nach einer Behandlung des Platins mit Königswasser findet sich Ruthenium, Osmium, Rhodium und Iridium, sowie Silber im unlöslichen Rückstand. Die anderen Platinmetalle können nach der Abtrennung des Silbers durch Zugabe von Natriumperoxid und Wasser zu wasserlöslichen Salzen umgewandelt werden, während sich ein unlöslicher Rückstand von Iridium(IV)-oxid bildet. Dieses zerfällt beim Glühen in Iridium und Sauerstoff. ![]() |
| Verwendung:
Platin-Iridium-Legierungen mit 20-30% Iridiumanteil werden aufgrund ihrer großen Härte und Korrosionsbeständigkeit in Spitzen von Füllfederhaltern, in Injektionsnadeln, in chirurgischen Instrumenten, in Labortiegeln, in elektrischen Schaltkontakten, in Zündkerzen für Flugzeugmotoren oder in Schmuck eingesetzt. Das Urmeter und das Urkilogramm, die beide in Sévres bei Paris aufbewahrt werden, enthalten eine Legierung aus 90% Platin und 10% Iridium. |
| Copyright: Thomas Seilnacht |