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Das Ostwald-Verfahren
Salpetersäure wird
heute nach dem Ostwald-Verfahren durch die Oxidation
von Ammoniak hergestellt. Das Verfahren
beruht auf Wilhem Ostwald (1853-1932),
der im Jahre 1901 einen Laborversuch dazu durchführte und in der Folgezeit
in Zusammenarbeit mit der Sprengstoffindustrie eine technische Anlage entwickelte.
Das Ammoniak wird mit Luft vermischt und in einem Reaktor bei etwa 800°C
und einem Platin-Rhodium-Katalysator zu Stickstoffmonooxid und Wasser oxidiert:
Schritt 1
Ammoniak + Sauerstoff
Stickstoffmonooxid + Wasser DHR
= -908 kJ/mol
4 NH3
+ 5 O2
4 NO
+ 6 H2O
In einem nachgeschalteten
Reaktor reagiert das Stickstoffmonooxid mit Sauerstoff
in einer weiteren Oxidation zu Stickstoffdioxid.
Diese Reaktion ist erst bei Temperaturen unterhalb 50°C durchführbar:
Schritt 2
Stickstoffmonooxid
+ Sauerstoff
Stickstoffdioxid DHR
= -114 kJ/mol
2 NO
+ O2
2 NO2
In den nachfolgenden
Absorptionstürmen wird das Stickstoffdioxid mit Wasser zu einer etwa
50%igen Salpetersäure umgesetzt, die durch eine nachgeschaltete Destillationsanlage
auf etwa 65% konzentriert werden kann:
Schritt 3
Stickstoffdioxid +
Wasser
Salpetersäure
+ Stickstoffmonooxid
3 NO2 +
H2O
2 HNO3 +
NO
Das dabei anfallende
Stickstoffmonooxid wird nach Schritt 2 wieder zu Stickstoffdioxid oxidiert.
Eine moderne Anlage kann täglich bis zu 1200 Tonnen Salpetersäure
herstellen.
Weitere Informationen
Salpetersäure