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Das Haber-Bosch-Verfahren
 

Das Gas Ammoniak mit der Formel NH3 ist in der Chemie ein wichtiges Zwischenprodukt. 90% aller Düngemittel werden heute aus Ammoniak gewonnen. Außerdem kann man aus Ammoniak Salpetersäure herstellen. Das Haber-Bosch-Verfahren wurde zwischen 1905 und 1913 von dem deutschen Chemiker Fritz Haber (1868-1934) und dem Ingenieur Carl Bosch (1874-1940) entwickelt. Die Erfindung geht aber eigentlich auf Wilhelm Ostwald (1853-1932) zurück, der 1900 ein Patent dazu anmeldete und das Patent an die BASF verkaufte (vgl. Geschichte der Ammoniaksynthese).
 
Das Ammoniak wird bei diesem Verfahren aus Stickstoff und Wasserstoff nach folgender Reaktionsgleichung hergestellt:

 
        N2  +  3 H2      2 NH3   DHR = -92 kJ/mol
 
  Stickstoff   +   Wasserstoff       Ammoniak
 
Haber und Bosch fanden durch langjährige Versuche heraus, dass für die Gleichgewichts-Reaktion zwischen Stickstoff und Wasserstoff unter folgenden Bedingungen am meisten Ammoniak gebildet wird:

1. Bei einer Temperatur von 550°C
2. Unter sehr hohem Druck von 150 bis 250 bar
3. Bei einem Überschuss von Stickstoff (Hinweis: Das stöchiometrische Verhältnis bei der Reaktion zwischen Stickstoff und Wasserstoff wäre nach der Theorie 1:3, allerdings wird in der Praxis mehr Stickstoff zugegeben)
4. Beim Vorliegen eines Katalysators

Bei sehr hohem Druck verschiebt sich das Gleichgewicht nach rechts und die Ausbeute erhöht sich. Hohe Temperaturen verringern nach dem Prinzip von Le Chatelier jedoch wieder die Ausbeute. Daher wählt man einen Mittelweg und setzt Katalysatoren ein. Erst wenn alle vier Reaktionsbedingungen gleichzeitig vorliegen, ist die Ausbeute an Ammoniak optimal.
 

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1. In einer Pumpe, einem Kompressor, wird das Gasgemisch aus Stickstoff und Wasserstoff auf den notwendigen Druck komprimiert.
 
2. In einem Gasreiniger wird das Gasgemisch von unerwünschten Verunreinigungen wie Schwefelverbindungen oder Kohlenmonoxid gereinigt.
 
3. Im Kontaktofen läuft die eigentliche Reaktion nach der oben beschriebenen Reaktionsgleichung ab. In einem zylinderförmigen, druckfesten Reaktionsrohr wird das Gasgemisch unter hohem Druck auf bis zu 500°C erhitzt. Dabei strömt das Gasgemisch an einer mit dem Katalysator beschichteten Fläche vorbei und reagiert zu Ammoniakgas. Der Katalysator besteht aus einem Gemisch von Eisenoxid und Aluminiumoxid. Außen ist das Reaktionsrohr mit druckbeständigem, dicken Stahl verstärkt. Innen darf kein Stahl verwendet werden, weil der Wasserstoff mit dem im Stahl enthaltenen Kohlenstoff reagieren würde. Deshalb besteht das Innenrohr aus kohlenstoffarmem, reinen Eisen.
 
4. Im Kühler wird das noch heiße Ammoniakgas abgekühlt.
 
5. Im Abscheider wird das Ammoniakgas von nicht umgesetzten Ausgangsprodukten (Wasserstoff und Stickstoff) getrennt. Im Kontaktofen setzen sich trotz optimaler Reaktionsbedingungen nur etwa 15% der Ausgangsstoffe in Ammoniak um. Die nicht umgesetzten Restgase werden an der Stelle (6) wieder eingeführt.

Wasserstoff und Stickstoff lassen sich aus Erdgas nach der Synthesegas-Erzeugung gewinnen. Eine moderne Haber-Bosch-Anlage verbraucht pro Tag 72 Millionen Liter Erdgas und produziert 1350 Tonnen Ammoniakgas.
 

 
Fritz Habers erste Versuchsanlage zur Ammoniaksynthese (Dt. Museum München)
 
 
Weitere Informationen:
 
Geschichte der Ammoniaksynthese
Ammoniak
Düngemittel
Stickstoff
Synthesegas-Erzeugung
 
 
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