Stickstoffdioxid NO2
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Braunrotes Gas mit
eigenartigem Geruch |
Molmasse
46,006 g/mol
AGW
5 ml/m3 (TRGS 900)
Dichte 3,663
g/l (Gas, 0 °C, 1013 hPa)
(Stickstoffdioxid : Luft
= 2,84)
Schmelzpunkt
-9,3 °C
Siedepunkt
+21,15 °C
Wasserlöslichkeit
Bildung von Salpetersäure |
Piktogramme
GHS 03
GHS 04
GHS 05
GHS 06
Gefahr |
Gefahrenklassen
+ Kategorie
Oxidierendes Gas 1
Gase unter Druck, verdicht.
Gas
Akute Toxizität inhalativ
2
Ätz/Reizwirkung auf
die Haut 1B |
HP-Sätze
(siehe Hinweis)
H 270,
280, 314,
330
P 221,
260, 280.1+3+7,
304+340,
305+351+338,
310
Entsorgung
besondere Hinweise |
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Deutscher Name |
Englischer Name |
| CAS
10102-44-0 |
Stickstoffdioxid |
Nitrogen dioxide |
| Bemerkung
für Schulen: Schülerversuche, bei denen Stickstoffdioxid entsteht,
dürfen nicht durchgeführt werden. Aufgrund der Giftigkeit sollte
man auf Experimente mit Stickstoffdioxid an Schulen weitgehend verzichten.
Für Experimente mit dem Gas ist ein Abzug/eine Kapelle notwendig.
Gasflaschen mit Stickstoffdioxid dürfen an Schulen nicht aufbewahrt
werden. |
Wirkung auf den menschlichen Körper
Stickstoffdioxid ist
ein stark toxisches Gas. Nach dem Einatmen treten Reizerscheinungen an
den Augen und den Schleimhäuten auf. Schwindel und Kopfschmerzen kommen
hinzu. Geringste aufgenommene Mengen können noch nach Tagen zu einem
Lungenödem und zum Tode führen. Als Gegenmaßnahme ist absolute
Körperruhe, ärztliche Behandlung und Sauerstoffbeatmung notwendig.
Eine ärztliche Beobachtung ist mindestens zwei Tage lang erforderlich.
Stickstoffdioxid ist
im Zigarettenrauch enthalten. Es entsteht bei der Verfeuerung von fossilen
Brennstoffen als Abgas und ist für eine ganze Reihe von Umweltproblemen,
zum Beispiel für das Waldsterben,
verantwortlich. |
Eigenschaften
Stickstoffdioxid ist
ein braunrotes Gas, das bei 21,2°C zu einer braunen Flüssigkeit
kondensiert. Bei weiterem Abkühlen verschwindet die braune Farbe allmählich,
bei -11,2°C erstarrt die Flüssigkeit zu farblosen Kristallen.
Unterhalb von 0°C
wandeln sich alle Stickstoffdioxidmoleküle in Distickstofftetroxidmoleküle
um:
2 NO2
N2O4 DHR
= -57 kJ/mol
Das chemische
Gleichgewicht dieser Reaktion ist temperaturabhängig. Bei steigender
Temperatur verschiebt sich das Gleichgewicht nach links. Bei +64°C
ist es etwa ausgeglichen. Daher kommen bei Zimmertemperatur die beiden
Gase immer in einem Gemisch vor. Erst bei 150°C liegt reines Stickstoffdioxid
vor. Oberhalb beginnt ein Zerfall in Stickstoffmonooxid und Sauerstoff:
2 NO2
2 NO + O2
DHR
= +114 kJ/mol
Bei 620°C liegt das
chemische Gleichgewicht dieser Reaktion
ganz auf der rechten Seite, und das Gas ist vollständig zerfallen.
Aufgrund der Bereitschaft, Sauerstoffatome
abgeben zu können, wirkt Stickstoffdioxid als starkes Oxidationsmittel.
Kohle, Phosphor
und Schwefel verbrennen, Kohlenstoffmonooxid
oxidiert zu Kohlenstoffdioxid, Schwefelwasserstoff
zu Schwefel und Wasser. Mit Schwefelwasserstoff
und halogenierten Kohlenwasserstoffen entstehen explosionsgefährliche
Gemische. Bei der Reaktion mit Wasser bildet sich Salpetersäure.
Diese Reaktion dient im Ostwald-Verfahren
zur Herstellung von Salpetersäure:
3 NO2 +
H2O 2
HNO3 + NO |
Herstellung
Im Labor kann man Stickstoffdioxid
durch vorsichtiges Erhitzen von Blei(II)-nitrat
erhalten:
2 Pb(NO3)2
2 PbO + 4 NO2 + O2
Das Gas entsteht auch,
wenn man Metalle in konzentrierter Salpetersäure
auflöst, beispielsweise bei der Reaktion von Salpetersäure mit
Kupfer:
3 Cu + 8 HNO3
3 Cu(NO3)2 + 4 H2O +
2 NO
Das dabei gebildete Gas
Stickstoffmonooxid (NO) reagiert sofort mit der Luft weiter zu Stickstoffdioxid.
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Beim Erhitzen von Blei(II)-nitrat
entsteht ein rotbraunes Gas.
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Mit Salpetersäure
bilden zahlreiche Metalle das gleiche Gas.
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erhältlich auf >DVD
Stickstoffdioxid kann
auch durch einen Lichtbogen hergestellt werden. Nach dem 1903 entwickelten
Verfahren von Birkeland und Eyde wird
Salpetersäure auf diese Art und Weise gewonnen.
Die großtechnische
Gewinnung durch die Oxidation von Ammoniak
wurde von Wilhelm Ostwald entwickelt. Die Produktion des Ammoniaks erfolgt
nach dem Haber-Bosch-Verfahren. Das so gewonnene
Ammoniak wird mit Luft vermischt und in einem Reaktor bei ca. 800°C
und einem Platin-Rhodium-Katalysator zu Stickstoffmonooxid und Wasser oxidiert:
4 NH3 +
5O2 4
NO + 6 H2O DHR
= -908 kJ
In einem nachgeschalteten
Reaktor reagiert das Stickstoffmonooxid mit Sauerstoff
in einer weiteren Oxidation zu Stickstoffdioxid. Diese Reaktion ist erst
bei Temperaturen unterhalb 50°C durchführbar:
2 NO + O2
2 NO2 DHR
= -114 kJ/mol |
Verwendung
Stickstoffdioxid dient
vor allem zur Herstellung von Salpetersäure.
Es kann als Oxidationsmittel verwendet werden, daher eignet es sich als
Zusatz für Raketentreibstoffe. Im Gemisch mit Nitrobenzol erhält
man einen brisanten Sprengstoff (Panclastit). |
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