Startseite  >>  Chemikaliendatenbank  >>  Anorganische Salze

  Zinn(II)-chlorid   SnCl2 
    
 
 
 
 
 



Weiße Kristalle
Molmasse  189,616 g/mol 
(Dihydrat  225,647 g/mol) 


AGW  8 mg/m3 (TRGS 900)  
Dichte  3,9 g/cm3   
(Dihydrat 2,71 g/cm3) 
Schmelzpunkt  +247 °C  
Wasserlöslichkeit 
100g H2O lösen bei 10 °C 178 g
Piktogramme  
GHS 05  
GHS 07  
Gefahr
Gefahrenklassen + Kategorie  
Akute Toxizität oral 4  
Ätz-/Reizwirkung auf die Haut 1C 
Sensibilisierung der Haut 1 
HP-Sätze (siehe Hinweis)   
H 302, 314, 317   P 262, 264.1, 280.1-3+7, 301+312, 302+352, 305+351+338 
Entsorgung  G 4   
Etikett drucken Deutscher Name Englischer Name
CAS 77772-99-8 
CAS 10025-69-1
Zinn(II)-chlorid  
Zinn(II)-chlorid Dihydrat *
Tin(II) chloride  
Tin(II) chloride dihydrate
   
    *) für die Schule gebräuchlich

 
Bemerkung für Schulen: Beim Einatmen der Stäube werden die Schleimhäute und die Atemwegsorgane gereizt. Bei Berührung mit der Haut oder mit den Augen können ebenfalls starke Reizwirkungen auftreten. Daher ist bei allen Arbeiten mit Zinn(II)-chlorid das Tragen von Schutzhandschuhen, Schutzkittel und Schutzbrille notwendig. Das Freisetzen von Stäuben ist unbedingt zu vermeiden, das Arbeiten im Abzug wird empfohlen.   
 
 

Eigenschaften
 
 
Zinn(II)-chlorid ist als weißes, kristallines Pulver erhältlich. Es löst sich sehr gut in Wasser, aber auch in organischen Lösungsmitteln wie Ethanol, Aceton oder Diethylether ist es löslich. Das Zinnsalz kann Gold, Silber und Quecksilber aus deren Salzlösungen ausfällen. Bei der Zugabe von Zinn(II)-chlorid zu Tetrachlorogold(III)-säure fällt beispielsweise kolloidales Gold aus.  
  

Zinnchlorid
  

Zinn(II)-chlorid kann Eisen(III)-salze zu Eisen(II)-salzen oder Chromate zu Chrom(III)-salzen reduzieren. In verdünnten wässrigen Lösungen findet eine Hydrolyse statt, und es bilden sich basische Salze: 
  
SnCl2  +  H2reagiert zu  Sn(OH)Cl  +  HCl 
  
Das basische Zinnchlorid ist kaum wasserlöslich. Aus diesem Grund erscheint eine Zinn(II)-chloridlösung in Wasser immer weißlich trüb. Nur mit der Zugabe von Salzsäure oder Weinsäure erhält man eine klare Lösung. Durch die Zugabe von Sauerstoff wird Zinn(II)-chlorid in salzsaurer Lösung zu Zinn(IV)-chlorid oxidiert. Die Salzsäure verhindert, dass basisches Zinnsalz entsteht:
 
2 SnCl2  +  O2  +  4 HCl reagiert zu  2 SnCl4  +  2 H2O
     
 
Herstellung 
  
Im Labor kann man Zinn(II)-chlorid durch das Auflösen von Zinnspänen in Salzsäure herstellen. Beim Abdampfen der Lösung erhält man Zinn(II)-chlorid Dihydrat. Beim trockenen Erhitzen von Zinn in Chlorwasserstoff entsteht wasserfreies Zinn(II)-chlorid. 
  
Sn  +  2 HCl reagiert zu  SnCl2  +  H2
     
  
Verwendung 
  
Zinn(II)-chlorid dient im Labor als vielseitiges Reduktionsmittel. Die Galvanik verwendet es zur elektrolytischen Verzinnung. Beim Färben mit Beizenfarbstoffen wie mit Cochenille oder mit Krapp ergeben Vorbeizen mit Zinn(II)-chlorid intensive Färbungen auf der Wolle. Indigo lässt sich mit Zinn(II)-chlorid ebenfalls reduzieren. In Lösung mit konzentrierter Salzsäure (Bettendorfsche Probe) reduziert es praktisch alle Arsenverbindungen zu elementarem Arsen. Ein schwarzer Niederschlag oder eine Braunverfärbung zeigt das Arsen an. Als Lebensmittelzusatzstoff E512 ist es in der EU ausschließlich zum Konservieren von Spargeln in Gläsern oder Dosen zugelassen. Die Konzentration darf dabei 25mg/kg nicht überschreiten. Als Antioxidationsmittel verhindert es, dass sich die hellgelben Spargeln dunkel verfärben.

Färbungen


Färbungen auf Wolle mit Cochenille: links Vorbeize mit Alaun, Mitte mit Weinstein, rechts mit Zinn(II)-chlorid
   
  
Copyright: T. Seilnacht