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| Oxidationsbegriff
nach Lavoisier
An einer Balkenwaage hängen zwei gleich schwere Stücke Eisenwolle. Die Eisenwolle am rechten Waagebalken wird entzündet und vollständig verbrannt (>Versuchsbeschreibung). Auf welcher Seite zeigt die Waage nach dem Verbrennen der Stahlwolle die größere Masse an? Der einfache Oxidationsbegriff (zurückgehend auf Lavoisier) könnte so formuliert werden: Eine Oxidation ist die Reaktion eines Stoffes mit Sauerstoff, dabei entstehen Oxide nach dem allgemeinen Schema: Metall + Sauerstoff Die Atome der Eisenwolle haben sich bei der Verbrennung mit den Sauerstoff-Atomen der Luft zu einem neuen Atomverband zusammengeschlossen. Das Reaktionsprodukt - in dem obigen Fall Eisenoxid - enthält hinzugekommene Sauerstoff-Atome in chemisch gebundener Form. Aus diesem Grunde wird die Eisenwolle beim Verbrennen schwerer. Die Oxide sind in der Natur die am häufigsten vorkommenden Verbindungen. Es sind Verbindungen des Sauerstoffs mit anderen Elementen (mit Ausnahme des elektronegativeren Fluors). Im Mineralienreich sind weit mehr als 1000 verschiedene Mineralien bekannt, beispielsweise Anatas, Hämatit, Cuprit, Korund, Magnetit oder Quarz. Viele Salze im Chemielabor sind ebenfalls Oxide:
1. Beispiel: Die Verbrennung in einem Raketentriebwerk ist eine Oxidation Wasserstoff + Sauerstoff 2 H2 + O2 2. Beispiel: Energiegewinnung im menschlichen Körper Über
die Nahrungsmittel nehmen wir Kohlenhydrate
auf. Diese werden bei der Verdauung in Traubenzucker
umgewandelt, der über Blutbahnen zur Muskulatur und zum Gehirn transportiert
wird. Dort dient der Traubenzucker als Brennstoff und wird mit Hilfe des
Blutsauerstoffs (aus der Lunge) zu Kohlenstoffdioxid
oxidiert. Dabei wird Energie in Form von Wärme und Muskelarbeit frei.
Traubenzucker enthält viele chemisch gebundene Kohlenstoff-Atome.
Diese oxidieren zu Kohlenstoffdioxid, das wir wieder über die Lunge
ausatmen.
![]() 3. Beispiel: Der Rostvorgang ist eine Oxidation Stellt man einen Eisennagel in ein offenes Gefäß mit kaltem, sauerstoffhaltigem Wasser, dann rostet der Nagel schneller, wie wenn er in ein geschlossenes Gefäß mit abgekochtem Wasser gelegt wird. Eisen + Wasser + Sauerstoff Das Eisenhydroxid reagiert dann mit dem Luftsauerstoff zu Eisen(III)-oxid (Fe2O3) weiter. Daneben entstehen auch andere Eisenoxide, z.B. Eisen(II,III)-oxid (Fe3O4) oder Eisen(II)-oxid (FeO). Oxidationsbegriff in der Chemie In der Chemie gehört beispielsweise die Reaktion von Natrium und Chlor ebenfalls zu den Oxidationen, obwohl dabei keine Sauerstoff-Atome beteiligt sind. Bei dieser Salzbildung gibt ein Natrium-Atom ein Elektron an ein Chlor-Atom ab und wird dabei zu einem positiv geladenen Natrium-Ion (Na+): Zum genaueren Verständnis der Reaktionsprozesse verwendet man Oxidationszahlen, sie geben die tatsächlichen (oder imaginären) Ladungen von Atomen an. Oxidationszahlen werden mit römischen Ziffern über die Atome geschrieben (im Gegensatz zu den Ionenladungszahlen mit arabischen Ziffern). Zur Ermittlung der Oxidationszahlen gelten Regeln, z.B.:
Verbrennt man Holzkohle in einer mit Ton ausgekleideten und oben offenen Büchse und gibt man von unten Druckluft hinzu - beispielsweise beim Modellversuch zum Hochofen - entsteht das Gas Kohlenstoffmonooxid. Dieses verbrennt oberhalb der Büchse mit einer bläulich-rosaroten Flamme zu Kohlenstoffdioxid. Beide Gase sind Verbrennungsprodukte des Kohlenstoffs. Im Kohlenstoffdioxid-Molekül erhalten die zwei Sauerstoff-Atome jeweils die Oxidationszahl -II. Damit die Summe aller drei Atome null ist, muss das Kohlenstoff-Atom im Kohlenstoffdioxid die Oxidationszahl +IV haben. Im Kohlenstoffmonooxid-Molekül erhält das Sauerstoff-Atom die Oxidationszahl -II, das Kohlenstoff-Atom +II. Auch hier beträgt die Summe aller Oxidationszahlen null. Nach dem Oxidationsbegriff der heutigen Chemie versteht man unter einer Oxidation einen Prozess, bei dem Atome Elektronen abgeben. Da diese Elektronen aber immer von einem Reaktionspartner aufgenommen werden, findet gleichzeitig auch eine Reduktion statt. Bei einer Oxidation wird die Oxidationszahl erhöht, bei einer Reduktion wird sie erniedrigt. Aus diesem Grunde kann eine Oxidation nie alleine auftreten, man hat es immer mit einer Reduktions-Oxidations-Reaktion zu tun (Redoxreaktion). Bei der Reaktion von Schwefel mit Sauerstoff gibt ein Schwefel-Atom vier Elektronen ab, die Oxidationszahl erhöht sich auf +IV. Jedes Sauerstoff-Atom kann 2 Elektronen aufnehmen, daher erhalten die chemisch gebundenen Sauerstoff-Atome im SO2-Molekül die Oxidationszahl -II. Themenverwandte Seiten > Reduktion,
das Gegenteil der Oxidation
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