Periodensystem
Stoffmenge, Atommasse
und molare Masse
Der Chemiker betrachtet die Stoffe als dynamische
Systeme und verwendet Maßeinheiten, die dies berücksichtigen.
Wenn er einen Diamanten verbrennt, will er wissen, wieviel Sauerstoff dabei
verbraucht wird oder was dabei entsteht, ihn interessiert vor allem sein
Reaktionsvermögen, bzw. seine Beziehungsfähigkeit mit anderen
Stoffen. Er lässt dann gezielt genau bestimmte Stoffmengen miteinander
reagieren. Wie kann nun ein Chemiker
Stoffmengen abmessen? Er bestimmt das Volumen oder die Masse oder eine
Anzahl Körner, Eier oder Erbsen. Zur Bestimmung des Verhältnisses
von der Anzahl der Atome zur Masse benutzt er die SI-Konvention:
Die Stoffmenge
1 Mol enthält ebenso viele Einheiten
wie C-12-Atome
in 12 Gramm isotopenreinem
C-12-Kohlenstoff
enthalten sind
Damit sind ungebundene (also einzelne
Ionen) C-12-Atome gemeint. Man könnte auch sagen (unter Vernachlässigung
der Einsteinschen Beziehung E=mc²):
In einem
Mol einer Stoffportion befinden sich
6,022 x 1023
Atome (gerundete Avogadro-Zahl)
Daraus kann man die Masse eines Zwölftels
eines C-12-Atoms errechnen. Diese Zahl lautet (die Zahl u nennt man atomare
Masseneinheit):
1u = 0,000
000 000 000 000 000 000 001 660 565 5g
1u = 1/12
der Masse von einem Atom C-12
1u = 1,660565
x 10-24g
(Hinweis: Die Atome haben
nicht eine fest definierte Masse, diese ist u.a. auch von ihrer Energie
abhängig. Man würde ja auch meinen, dass in einem Gramm Diamant
und einem Gramm Graphit genauso viele Atome enthalten sind. Dies ist aber
nicht so. Weil genau 12,000g Graphit und genau 12,000 g Diamant unterschiedliche
Energiewerte zugeordnet werden, müssen die Massen der C-Atome im Graphit
und im Diamant nach der Einsteinschen Beziehung unterschiedliche Massen
haben.)
Im Periodensystem werden die relativen
Atommassen der anderen Elemente im Verhältnis zu einem Kohlenstoffatom
C-12 angeben. Beispiel:
1 Kohlenstoffatom
des Isotops C-12 hat die Atommasse 12 u
Sauerstoff
hat die relative Atommasse 15,9994 u
Demnach sind in 15,9994 Gramm Sauerstoff genauso
viele Atome enthalten wie in 12 Gramm Kohlenstoff des Isotops C-12.
Die Stoffmenge n besitzt die Einheit Mol.
Beträgt n = 1 mol, dann befinden sich so viele Teilchen in der Stoffmenge
wie die Avogadro-Zahl angibt, also 6,022 x 1023 Teilchen. Zur
Ermittlung der Teilchenzahl N von irgendeiner Stoffportion benötigt
man die Avogadro-Konstante:
Avogadro-Zahl
(oder auch Loschmidt-Zahl): 6,022 x 1023 Teilchen
Avogradro-Konstante:
NA = 6,022 x 1023 mol-1
und es gilt:
N (Teilchenzahl) = NA x n
Experimentiert der Chemiker mit Säuren
und Salzlösungen, dann interessiert ihn eine Prozentangabe wie "5,85%ige
Natriumchloridlösung" nicht. Er will eine Lösung, die in einem
Liter Lösung 1 Mol der Stoffmenge an Natriumchlorid enthält.
Dazu entnimmt er einem Lexikon die chemische Formel für Natriumchlorid
(NaCl) und addiert die relativen Atommassen der beteiligten Atome. Dabei
erhält er die Masse, die der Stoffmenge 1 Mol entspricht:
MNa
+ MCl = 23g (gerundet) + 35,5g (gerundet) =
58,5 Gramm (gerundet)
Diese Masse wird als molare
Masse bezeichnet (Symbol M, gelegentlich veraltet auch MG).
Sie steht auch meistens bei den Formeln jedes Stoffes im Lexikon schon
mit dabei.
z.B. für
Natriumchlorid: M = 58,5 g/mol (gerundet)
Der Chemiker weiß nun, dass er 58,5
Gramm Natriumchlorid zunächst in einem Messkolben mit ca. 500ml Wasser
auflösen und dann mit Wasser bis zur 1-Liter-Messmarke auffüllen
muss, um eine 1-molare Lösung zu erhalten. Die Lösung besitzt
dann eine Konzentration von 1mol/l. Will der Chemiker die Stoffmenge von
einer vorgelegten Substanz mit einer bestimmten Masse errechnen, muss er
die Gleichung umformen:
M = m : n
<=> n = m : M
Aufgabe 1:
Welche Stoffmenge besitzt ein Gramm Kohlenstoff (C-12)?
Lösung:
n = 1g : 12g/mol = 1/12 mol
Aufgabe 2:
Welche Stoffmenge besitzt 1g NaCl?
Lösung:
n = 1g : 58,5g/mol = ca. 0,017 mol
Vertiefendes
Beispiel: Beim Lösen von Natriumhydroxid (NaOH) in Wasser erhält
man Natronlauge. Wieviel Gramm Natriumhydroxid muss ein Chemiker in einem
Liter Wasser lösen, damit er eine 1molare Lösung erhält?
Lösung:
M = m : n
<=Umformen=>
m = M x n
<=Einsetzen=>
m = 40g/mol x 1mol
<=>
m = 40g
Er muss also in
einem 1-Liter-Messkolben 40g Natriumhydroxid in einer kleineren Menge Wasser
lösen und dann mit Wasser bis zur 1-Liter-Markierung auffüllen.
Eine dritte stoffspezifische Größe
ergibt sich, wenn man die Masse auf das Volumen eines Stoffes bezieht.
Dann erhält man die stoffspezifische Größe der Dichte:
(z.B. für 37%ige Salzsäure
D = 1,19 g/cm3)
Diese Gleichung ist notwendig, wenn die
Konzentration einer Ausgangs-Flüssigkeit nur in Masseprozenten angegeben
wird und man durch Verdünnung molare Lösungen herstellen möchte.
Übungsaufgaben:
1.) Erstellen Sie ein Rezept zur Herstellung
eines Liters einer 0,1molaren Silbernitratlösung.
Versuchen Sie einen Lösungsansatz auf einem Blatt Papier!
Lösungskontrolle
2.) Welche Molkonzentration an Chlorwasserstoff
besitzt 37%ige Salzsäure? Hinweise: Salzsäure ist eine Lösung
von Chlorwasserstoffgas (HCl) in Wasser.
Die Dichte von 37%iger Salzsäure
beträgt 1,19 g/cm3.
Lösungskontrolle
3.) Aus 37%iger Salzsäure soll eine
1molare Lösung hergestellt werden. Geben Sie ein Herstellungsrezept
an!
Lösungskontrolle
4.) Von einer Natronlauge ist die Konzentration
an gelöstem Natriumhydroxid nicht bekannt. Die Konzentration soll
mit einer Neutralisationsreaktion durch Titration
bestimmt werden. Bei der Titration werden genau 7ml einer 1molaren Maßlösung
an Salzsäure verbraucht, bis der Neutralisationspunkt in 20ml Probelösung
angezeigt wird. Wie hoch ist die Konzentration der Natronlauge (unter Vernachlässigung
der Dichte)?
Lösungskontrolle