![]() |
Xn
gesundheitsschädlich weißes kristallines Pulver |
RS-Sätze: R 22,
36 S 22
Entsorgung: G 4 MG: 53,492 g/mol Schmelztemperatur: Zersetzung bei 338°C Dichte: 1,519 g/cm3 Wasserlöslichkeit: bei 20°C 370g/l (sauer) |
| Eigenschaften:
Ammoniumchlorid bildet farblose, oktaedrische Kristalle, die nach Ammoniak riechen. Beim Erhitzen im Reagenzglas scheint das Ammoniumchlorid zu sublimieren. in Wirklichkeit jedoch zersetzt es sich bei 338°C. Der Stoff zerfällt beim Vorhandensein von Luftfeuchtigkeit oberhalb von 350°C vollständig in Ammoniak und Chlorwasserstoff: Die Ammoniak-Moleküle entweichen aufgrund ihrer geringeren Masse schneller als die Chlorwasserstoff-Moleküle. Daher verfärbt sich das Indikatorpapier im oberen Bereich blaugrün (Ammoniak) und im unteren rot (Chlorwasserstoff). An den kühleren Stellen im Reagenzglas reagieren die beiden Gase wieder zu Ammoniumchlorid. Diese umkehrbare Reaktion ist typisch für eine Gleichgewichtsreaktion: NH3 + HCl Wenn zwei Schalen mit Ammoniaklösung und Chlorwasserstofflösung (Salzsäure) nebeneinander stehen, bildet sich ein weißer Rauch aus Ammoniumchlorid: Ammoniumchlorid löst sich unter starker Abkühlung in Wasser. Es ist in Ethylalkohol ebenfalls löslich, in Ether und Aceton dagegen nicht. Die wässrige Lösung (auf dem Foto unten links) reagiert sauer, eine 10%ige Ammoniumchlorid-Lösung besitzt bei 25°C einen pH-Wert von etwa 5,0 (in der Mitte eine neutrale Lösung von Natriumchlorid und rechts im Vergleich eine alkalische Lösung von Natriumacetat): Das NH4+-Ion ist
ein Protonenspender, es bildet zusammen mit Wasser H3O+-Ionen:
|
| Herstellung:
Im Labor und in der chemischen Industrie kann man Ammoniumchlorid durch das Einleiten von Ammoniak in Salzsäure herstellen. Es fällt aber auch in großen Mengen im Solvay-Verfahren bei der Herstellung von Natriumcarbonat an (siehe dort). Schon die alten Ägypter stellten Salmiak durch Erhitzen von Mist aus Kamelen her. Die darin enthaltenen Amine ergaben mit Kochsalz einen weißen Rauch von Ammoniumchlorid. Das Wort Salmiak setzt sich aus dem Begriff "Sal ammoniacum" zusammen. Damit ist ein Salz gemeint, das angeblich in der Oase des Ra Ammon gefunden wurde. Der arabische Chemiker Chemiker Dschabir ibn Hayyan beschrieb im Jahre 760 nach Christus die Herstellung von Salmiak durch die Destillation von Haaren. |
| Verwendung:
Ammoniumchlorid wird als Elektrolyt in Trockenbatterien benötigt. Das zum Löten benötigte Lötsalz enthält Ammoniumchlorid, das durch die Hitze verdampft. Der dabei gebildete Chlorwasserstoff löst zusammen mit dem gleichzeitig freigesetzten Ammoniak die Oxidschichten an der Metalloberfläche ab. Dadurch entsteht ein guter Leitkontakt. Das gleiche Verfahren wird auch beim Verzinken und beim Verzinnen von Metallen angewandt. Ammoniumchlorid als bedeutendstes Ammoniumsalz wird bei vielen technischen Anwendungen eingesetzt, z.B. in der Gerberei, im Textildruck, bei der analogen Fotografie (Fixierbäder) oder bei der Herstellung von Wettersprengstoffen. Eine Kältemischung zum Kühlen lässt sich herstellen, wenn man Ammoniumchlorid in Wasser löst oder mit Eiswürfeln zusammengibt. Die in Apotheken erhältlichen Salmiakpastillen enthalten neben Ammoniumchlorid auch Lakritze und Anisöl, sie wirken schleimlösend. |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| Copyright: T. Seilnacht |