Kupfer(II)-sulfat
CuSO4
CAS 7758-98-7
CAS 7758-99-8
Kupfer(II)-sulfat
Kupfer(II)-sulfat Pentahydrat
Copper(II) sulfate
Copper(II) sulfate pentahydrate
weiß
blau
Molmasse wasserfrei
Pentahydrat

AGW  
Dichte
wasserfrei 
Pentahydrat  
Schmelzpunkt
Wasserlöslichkeit
(25°C)
159,609 g/mol
249,685 g/mol

0,01 mg/m3 A (MAK)
3,6 g/cm3
2,286 g/cm3
+560 °C (Zersetzung)
100g H2O lösen 22,0 g (L)



Flasche
Gefahrenklassen + Kategorie

Akute Toxizität oral 4
Schwere Augenschädigung 1
Gewässergefährdend chron./akut 1
HP-Sätze (siehe Hinweis)   
H 302, 315, 318, 400, 410   
P 264.1, 273, 280.2+3, 301+312, 305+351+338

Entsorgung
  G 4   
Piktogramme
GHS 05
GHS 07
GHS 09
Gefahr
Seite oben Spezielle Bemerkungen für Schulen
Kupfer(II)-sulfat ist toxisch, innerlich eingenommen löst es starken Brechreiz aus. Nach der GHS-Einstufung ist es innerhalb der entsprechenden Gefahrenklasse der Kategorie 4 zugeordnet, daher kommen in Verbindung mit dem ausgelösten Brechreiz tödliche Vergiftungen sehr selten vor. Kreislaufstörungen ergeben sich als Folge der oralen Aufnahme, auch Leber- und Nierenschädigungen sind möglich. Bei wiederholtem und längerem Hautkontakt kann es zu allergischen Reaktionen auf der Haut kommen. Bei Augenkontakt treten entzündliche oder eitrige Reaktionen im Auge auf. Daher muss man eine Schutzbrille tragen und die Hände nach dem Arbeiten immer gut waschen. Kupfer(II)-sulfat kann Wasserorganismen schädigen, das ökologische Gleichgewicht in Gewässern ist dadurch gefährdet. Abfälle dürfen keinesfalls ins Abwasser gegeben werden.
Seite oben Eigenschaften
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LupeDas Pentahydrat ist blau, die wasserfreie Form weiß.
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Lupe
Beim Erhitzen des Pentahydrats entweicht das Wasser.

Kupfer(II)-sulfat Pentahydrat bildet blaue Kristalle nach dem triklinen Kristallsystem. In der Natur kommt es im Mineral Chalkanthit vor. Kupfersulfat Pentahydrat war früher unter dem Namen „Kupfervitriol“ bekannt. Wasserfreies Kupfer(II)-sulfat ist ein weißes Pulver, das schon mit Luftfeuchtigkeit leicht blau wird. Es löst sich gut im Wasser und bildet eine blaue Lösung. Bei +20 °C enthalten 1000 Gramm der gesättigten Lösung 16,7 Massenprozent Kupfer(II)-sulfat. Die Löslichkeit nimmt beim Erwärmen zu:


Wasserlöslichkeit Kupfer(II)-sulfat wasserfrei in Massenprozent

0 °C
10 °C
20 °C
30 °C
40 °C
50 °C
60 °C
70 °C
80 °C
90 °C
100 °C
12,4
14,4
16,7
19,3
22,2
25,4
28,8
32,4
36,3
40,3
43,5


Beim Erhitzen verliert das blaue Pentahydrat sein Kristallwasser und färbt sich schließlich weiß. Das Kristallwasser wird stufenweise abgegeben. Bei +95 °C bildet sich ein Trihydrat, bei +116 °C ein Monohydrat und bei etwa +200 °C erhält man wasserfreies, weißes Kupfer(II)-sulfat. Der Vorgang ist umkehrbar, die Zugabe von Wasser führt wieder zum Pentahydrat.

Erhitzen:  CuSO4 • 5 H2O (blau)  reagiert zu   CuSO4 (weiß)  +  5 H2O
Wasserzugabe:  CuSO4 (weiß)  +  5 H2O  reagiert zu   CuSO4 • 5 H2O (blau)

Bei sehr starkem Erhitzen auf über +560 °C zerfällt das wasserfreie Kupfer(II)-sulfat in Kupferoxid, Schwefeldioxid und Sauerstoff. Die Flammprobe zeigt eine blaugrüne Flammenfarbe. Die wässrige Kupfer(II)-sulfat-Lösung hat einen widerwärtigen, metallischen Geschmack. Filtriert man eine heiße gesättigte Lösung in eine Petrischale, bilden sich beim Abkühlen trikline Kristalle:

Kupfersulfat Kristallzüchtung
Lupe
Kristallzüchtung in der Petrischale
Kupfersulfat: Triklines Kristall
Lupe
Triklines Kristall am Wollfaden gezüchtet

Gibt man zu einer konzentrierten Kupfer(II)-sulfat-Lösung konzentrierte Ammoniaklösung, entsteht ein ultramarinblauer Niederschlag. Nach dem Filtern mit Hilfe einer Fritte und dem gleichzeitigen Waschen mit Ethanol oder Brennspiritus, lässt sich nach dem Trocknen Tetraamminkupfer(II)-sulfat Monohydrat gewinnen:

CuSO4  +  4 NH3  +  H2O  reagiert zu   [Cu(NH3)4]SO4 • H2O

Bei der Zugabe von Ammoniaklösung zu Kupfer(II)-sulfat-Lösung entsteht ein ultramarinblauer Niederschlag

Bei der Zugabe von Ammoniaklösung zu Kupfer(II)-sulfat-Lösung
entsteht ein ultramarinblauer Niederschlag.

Das so gewonnene, cobaltblaue Pulver ist an der Luft nicht beständig, es verwittert zu einem grünen Pulver. Es unterscheidet sich auch optisch deutlich vom türkisblauen Kupfer(II)-sulfat Pentahydrat. Es enthält einen Tetraaminkupfer-Komplex. Auch das Kupfer(II)-sulfat Pentahydrat, sowie seine wässrige Lösung enthalten Komplexe. Daher ist der geläufige Name eigentlich nicht korrekt.

Kupfer(II)-sulfat Pentahydrat und Tetraamminkupfer(II)-sulfat Monohydrat

Kupfer(II)-sulfat Pentahydrat (links) und
Tetraamminkupfer(II)-sulfat Monohydrat (rechts)
Seite oben Herstellung
Im Labor kann man Kupfer(II)-sulfat durch das Auflösen von Kupfer(II)-oxid in verdünnter Schwefelsäure herstellen:

CuO  +  H2SO4 (aq)  reagiert zu   CuSO4  +  H2O

Heiße, konzentrierte Schwefelsäure reagiert mit Kupfer nicht unter Wasserstoff-Entwicklung, sondern bildet Kupfersulfat, Schwefeldioxid und Wasser:

Cu  +  2 H2SO4 reagiert zu   CuSO4  +  SO2  +  2 H2O

Bei der industriellen Herstellung werden Kupferabfälle und Abfälle, die beim Rösten sulfidischer Erze auftreten, mit heißer, verdünnter Schwefelsäure versetzt. Die Reaktion gelingt unter Zugabe von Luftsauerstoff:

2 Cu  +  2 H2SO4 (aq)  +  O2 reagiert zu   2 CuSO4  +  2 H2O
Seite oben Verwendung
Kupfer(II)-sulfat dient zur Herstellung von Farbpigmenten und von Kupfersalzen wie Kupfer(II)-oxid. Es wird eingesetzt als Fungizid für Saatgut, zur Konservierung von Holz und Tierbälgen, zum Verkupfern in galvanischen Bädern, zur Kupferstich-Ätzung in Druckereien oder in Färbereien zum Nachbehandeln von Färbungen. In der Medizin verwendete man es früher als Brech- und Bandwurmmittel. Heute wird diese Methode nur noch in der Tiermedizin angewandt. Im Feuerwerk ist es als farbgebender Bestandteil zur Erzeugung der blauen Flammenfarbe beigemischt. Im Labor kann man mit weißem Kupfer(II)-sulfat Wasser nachweisen. Dieses eignet sich auch als Trocknungsmittel.

Kupfer(II)-sulfat Pentahydrat und Tetraamminkupfer(II)-sulfat Monohydrat

Das Wasser-Nachweispapier färbt sich mit Wasser blau.
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