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Nitrate
 
 
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Die Nitrate (Salze der Salpetersäure) kommen immer in einer bestimmten Konzentration in den Böden vor. Sie spielen bei der Versorgung der Pflanzen mit Nährsalzen eine bedeutende Rolle. Aus den Stickstoffatomen der Nitrate bauen die Pflanzen Eiweiße, die für alle Pflanzenfresser lebensnotwendig sind. Bei der Verwesung der toten Lebewesen entstehen in einem Fäulnisprozess Ammoniak und Ammoniumsalze. Diese werden durch eine Nitrifikation bestimmter Bodenbakterien wieder zu Nitratsalzen umgewandelt:
 
 
 
 
Von großer Bedeutung sind auch die Knöllchenbakterien, welche aus dem Luftstickstoff Ammoniumionen bilden können und damit die Nährsalzaufnahme der Pflanzen unterstützen. Andere Bodenbakterien erzeugen durch eine Denitrifikation wieder Stickstoff, der an die Atmosphäre abgegeben wird.
 
Alle stickstoffhaltigen Salze wie Ammoniumnitrat oder Kaliumnitrat eignen sich zur Herstellung von Düngemitteln. Kaliumnitrat und Natriumnitrat (Chilesalpeter) dienen auch zur Herstellung von Schießpulver. Die großflächige Ausbringung von Nitratdünger kann zu einer gesundheitlichen Gefährdung führen, wenn im gedüngten Gemüse oder im Trinkwasser zuviel Nitrat enthalten ist. Hohe Nitratgehalte weisen Spinat, Kopfsalat und manchmal auch Kartoffeln auf. Gemüse aus biologischem Anbau enthält in der Regel weniger Nitrat.

Wenn Säuglingen über Nahrung zuviel Nitrat zugeführt wird, besteht die Gefahr einer akuten Vergiftung. Deshalb sollten Säuglinge keine nitratbelasteten Gemüse wie Spinat oder Kopfsalat erhalten. Gemüse sollte nur aus Babynahrung verabreicht werden. Beim Säugling ist die Magensäureproduktion noch nicht voll ausreichend. Dadurch kann sich im Magen des Säuglings Nitrat in größeren Mengen zu dem giftigen Nitrit umwandeln. Nitrit ist ein Blutgift, welches den Sauerstofftransport im Blut stört. Die akute Vergiftung, die Blausucht, äußert sich in Atemnot und in einer Blauverfärbung der Haut und der Lippen. Die folgende Zeitungsmeldung verdeutlicht die Gefahren:
 
"Das Basler Kantonslaboratorium warnt vor der Verwendung von nitratreichem Gemüse als Säuglingsnahrung. In Basel musste ein acht Monate altes Baby deswegen ins Spital. Die Ärzte diagnostizierten bei dem Säugling eine Blausucht, d.h. eine lebensgefährliche Unterversorgung mit Sauerstoff, wie das Kantonslabor mitteilte. Dem Baby war eine selbst zubereitete Säuglingskost mit Kohlrabi verabreicht worden." (Pressemeldung 10.09.2003)
 
Das Nitrat besitzt aber auch eine gefährliche Langzeitwirkung: Im Speichel des Erwachsenen werden regelmäßig kleine Mengen Nitrat in Nitrit umgewandelt. Dieses Nitrit kann mit Aminen, die im Magen vorhanden sind, weiter reagieren zu Nitrosaminen:
 
 
 

 
 
Nitrosamine sind äußerst gefährliche Substanzen, welche schon in winzigen Mengen Krebs erzeugen können. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt deshalb, nicht mehr als 220mg ( = 0,22g) Nitrat täglich zu sich zu nehmen. Ein Liter Trinkwasser darf gesetzlich höchstens 50mg Nitrat enthalten. Dies kann aber für Säuglinge bereits gefährlich sein. Deshalb sollten sie nur nitratarmes Mineralwasser erhalten. Einigen Wurst- oder Käsesorten wird Nitrat oder sogar Nitrit als Lebensmittel-Zusatzstoff zur Konservierung zugesetzt:
 
 
E 250: Natriumnitrit       E 251: Natriumnitrat       E 252: Kaliumnitrat
 
 
Viele holländische Käsesorten (Edamer, Gouda, etc.) enthalten Nitrat. Nitrathaltiger Käse oder gepökelte Wurst darf nicht erhitzt werden (Pizza, Grillen), da beim Erhitzen Nitrosamine entstehen können. Der Verzehr von nitrat- oder nitrithaltigen Lebensmitteln kann gefährlich sein, deshalb ist es ratsam, beim Kauf die Packungsbeschriftungen genau zu studieren!
 
 
Chemische Eigenschaften von Nitraten
 
Alle Nitrate sind gut wasserlöslich und spalten beim Erhitzen Sauerstoff ab. Sie eignen sich aufgrund dieser Eigenschaft als gute Oxidationsmittel. Die Alkali-Nitrate wandeln sich beim Erhitzen unter Sauerstoffabgabe in die entsprechenden Nitrite um. Beim Erhitzen von Kaliumnitrat  KNO erhält man Kaliumnitrit  KNO und Sauerstoff:
 
2 KNO3   2 KNO2  +  O2
 
Die anderen Nitrate zerfallen beim Erhitzen in die entsprechenden Oxide, in Stickstoffdioxid und in Sauerstoff. Erhitzt man Blei(II)-nitrat, werden rotbraune, giftige Dämpfe von Stickstoffdioxid frei:
 
2 Pb(NO3)2   2 PbO  +  4 NO2  +  O2
 
 
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Beim Erhitzen von Blei(II)-nitrat entsteht rotbraunes Stickstoffdioxid
 
 
Herstellen von Nitraten
 
Nitrate lassen sich durch das Auflösen von Metallen oder Metalloxiden in konzentrierter Salpetersäure herstellen. Diese Reaktionen verlaufen teilweise sehr heftig und gleichzeitig werden sehr giftige Gase freigesetzt. Bei der Reaktion von Kupfer mit Salpetersäure entsteht Kupfer(II)-nitrat:
 
3 Cu  +  8 HNO3   3 Cu(NO3)2  +  4 H2O  +  2 NO 
 
Das dabei gebildete Gas Stickstoffmonooxid  NO  reagiert sofort mit der Luft weiter zu Stickstoffdioxid.
 
 
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Bei der Reaktion von Metallen mit Salpetersäure bilden sich Nitrate und Stickstoffdioxid
 
 
Chemischer Nachweis der Nitrate
 
Der chemische Nachweis für Nitrate ist relativ kompliziert. Aufgrund der dabei verwendeten giftigen Reagenzien eignet sich der Versuch weniger für die Schule. Ein gängiger Nachweis erfolgt mit Lunges Reagenz. Die Reagenz besteht aus zwei Lösungen, die getrennt aufbewahrt werden. Reagenz 1 ist eine 1%ige Lösung von Sulfanilsäure in 30%iger Essigsäure und Reagenz 2 eine konzentrierte Lösung von Napthylamin in 30%iger Essigsäure. Zum Nachweis eines Nitrats gibt man auf eine Tüpfelplatte eine kleine Menge der Stoffprobe und säuert sie mit verdünnter Salzsäure an. Danach gibt man je einen Tropfen von Reagenz 1 und 2 hinzu und versetzt die Mischung mit einigen Milligramm Zinkstaub. Eine langsam sich bildende Rotfärbung zeigt die Existenz von Nitrat-Ionen an. Bei der Reaktion wird das Nitrat durch das Zink zu Nitrit reduziert, und in Reaktion mit den Reagenzien bildet sich ein roter Azofarbstoff.
 
 
Weitere Informationen
 
Düngemittel
Eutrophierung eines Gewässers
Explosivstoffe
Salpetersäure
 
 
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