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  Natriumchlorid   NaCl 
  
 
Weißes, kristallines  
Pulver  
   
Vorkommen   
Steinsalz (Halit), 
gelöst im Meerwasser
Molmasse  58,443 g/mol   
 
AGW  keine Angaben 
Dichte  2,17 g/cm3   
Schmelzpunkt  +800,7 °C   
Siedepunkt  +1465 °C   
Wasserlöslichkeit (Löslichkeitsangabe) 
100g H2O lösen bei 25 °C 36,0 g
- - Entsorgung  Abwasser oder Hausmüll
Etikett drucken Deutscher Name Englischer Name
CAS 7647-14-5 Natriumchlorid
Sodium chloride
   
  
Eigenschaften 
  
Natriumchlorid bildet farblose Kristalle, die in gemahlener Form oder als kristallines Pulver weiß erscheinen. Das Natrium-Salz der Salzsäure besitzt den typischen Salzgeschmack und wird zusammen mit Zusätzen wie Kaliumiodat oder Natriumiodat als Kochsalz in vielen Lebensmitteln zum Würzen verwendet. Das Salz ist kaum hygroskopisch und kann gut an der Luft gelagert werden.


Salzlager

Salzberg in einer Saline



Natriumchlorid setzt den Schmelzpunkt von Wasser herab, wenn es mit diesem vermischt wird. Auf dieser Eigenschaft beruht seine Verwendung als Streusalz und in Kältemischungen. Natriumchlorid ist gut in Wasser löslich, in Ethanol und Aceton dagegen weniger. Bei 25°C enthalten 1000 Gramm der konzentrierten, gesättigten Lösung 26,45 Massenprozent Natriumchlorid. Die Löslichkeit nimmt beim Erwärmen im Vergleich zu anderen Salzen wie Kaliumnitrat aber nur wenig zu:


0°C
10°C
20°C
30°C
40°C
50°C
60°C
70°C
80°C
90°C
100°C
26,28
26,32
26,41
26,52
26,67
26,84
27,03
27,25
27,50
27,78
28,05

Wasserlöslichkeit Natriumchlorid in Massenprozent


Beim natürlich vorkommenden Steinsalz wird die Würfelform gegenüber der Oktaederform bevorzugt. Beim schnellen Auskristallisieren der konzentrierten Natriumchlorid-Lösung auf dem Objektträger kann man unter dem Mikroskop neben den Würfeln auch Oktaeder beobachten:


Natriumchloridkristalle unter dem Mikroskop
 
Natriumchlorid-Kristalle unter dem Mikroskop


Natriumchlorid kristallisiert nach dem kubischen System. Im Gegensatz zum Caesiumchlorid sind die Kristalle nach der Natriumchlorid-Struktur aufgebaut: Im Ionengitter ist jedes Natrium-Ion Na+ von sechs Chlorid-Ionen Cl- umgeben. Gleichzeitig ist auch jedes Cl--Ion von sechs Na+-Ionen umgeben:


Natriumchlorid-Struktur
  
Vorkommen 
  
Natriumchlorid ist in der Natur ein verbreiteter Stoff. Insgesamt finden sich im Körper jedes Menschen etwa 200 Gramm Natriumchlorid. Kochsalz gehört zu den lebensnotwendigen Mineralstoffen, der Mensch muss pro Tag zwei bis fünf Gramm zu sich nehmen. Die Natrium-Ionen ermöglichen in den Nervenzellen die Erregungsleitung, die Chlorid-Ionen sind am Aufbau der Magensäure, welche zu 0,3 Prozent aus Salzsäure besteht, beteiligt. Zu viel Salz in der Nahrung führt zu Bluthochdruck und erhöht somit das Risiko, an Kreislauf- oder Herzkrankheiten zu erkranken. Meerwasser enthält bis zu drei Prozent Natriumchlorid. Oft ist das Salz in unterirdischen Steinsalzlagern abgelagert, die sich aus ehemaligen Meeren gebildet haben:   
   
 
   Salzbildung    
   
  
Herstellung 
  
Im Labor kann Natriumchlorid durch die Reaktion von Natrium mit Chlor hergestellt werden. Bei der Reaktion entsteht ein weißer Stoff, den man mit Hilfe von Silbernitrat und der Flammprobe als Natriumchlorid identifizieren kann.
  
2 Na   +  Cl2   2 NaCl      DHR = -822 kJ/mol
 
Zur industriellen Gewinnung ist dieses Verfahren jedoch zu kostspielig. In der Industrie kommen vier verschiedene Verfahren zum Einsatz:     
  • Bei der Siedesalzgewinnung werden unterirdische Steinsalzschichten mit Wasser ausgelaugt. Durch Verdampfen der gewonnenen Sole gewinnt man das reine Salz.
  • In Bergwerken wird Steinsalz bergmännisch abgebaut.
  • In Salinen lässt man Meerwasser verdampfen und erhält so das getrocknete Salz.
  • Bei der Meerwasserentsalzung fällt Natriumchlorid als Nebenprodukt an. 


Saline

In dieser Saline auf Lanzarote verdampft das Meerwasser, das Salz bleibt zurück.

       
Aus der Geschichte 

Kochsalz ist neben der Essigsäure das älteste Mittel, um Lebensmittel haltbar zu machen. Schon im Altertum kannten die Sumerer und Babylonier Salzfleisch und Salzfisch als Handelsartikel. Im 14. Jahrhundert wurde das „weiße Gold“ zu hohen Preisen gehandelt, es war zeitweise so teuer wie Gold. Erst mit der Entdeckung großer Salzlager in Mittel- und Süddeutschland wurde es auch für ärmere Leute erschwinglich.

Früher besaß die Schweiz außer einer kleinen Anlage in Bex keine eigene Salzversorgung. Noch im 18. Jahrhundert belieferte Bad Reichenhall fast die gesamte Ost- und Zentralschweiz mit Salz. Die ersten Bohrversuche in der Nordwestschweiz fanden im Jahr 1836 bei Muttenz in Schweizerhalle statt. Bereits ein Jahr später wurde die erste Saline am Rhein bei Basel in Betrieb genommen.


Verwendung

Kochsalz wird den Lebensmitteln nicht nur als Würzmittel, sondern auch zur Konservierung zugesetzt. Das Salz bindet in den Lebensmitteln Wasser und entzieht den Bakterien und Schimmelpilzen so ihre Nahrungsgrundlage. Viele Käse-, Fleisch- oder Fischsorten werden mit Salz versetzt oder vor ihrer Weiterverarbeitung in ein Salzbad getaucht.

Salzprodukte

Angebot verschiedener Salzprodukte

   
Iodiertes Speisesalz enthält Iodsalze wie Kaliumiodat, die den Aufbau des Schilddrüsenhormons Thyroxin unterstützen. Dadurch können Iodsalze die Ausbildung eines Kropfes verhindern. Fluoridiertes Salz enthält Fluorsalze wie Kaliumfluorid, das Karies vorbeugen soll.   
   
Aufgrund der Eigenschaft des Kochsalzes, den Schmelzpunkt von Wasser herabzusetzen, kann es als Tausalz im Winter auf den Straßen eingesetzt werden. Die Verwendung von Streusalz ist problematisch. Es belastet die Bäche und Flüsse und schädigt die Bäume, die neben den Straßen gepflanzt sind. Der Rostvorgang bei Autokarosserien wird durch das Streusalz beschleunigt.   

In der chemischen Industrie ist Natriumchlorid ein wichtiger Rohstoff zur Herstellung von Salzsäure, Soda, Chlor und Natronlauge. Außerdem wird es von der Seifen- und Farbstoffindustrie benötigt.

In der Medizin verabreicht man bei großen Blutverlusten physiologische Kochsalzlösungen als Infusionen. Diese Lösungen besitzen eine Massenkonzentration von 0,9% Natriumchlorid bei einer Dichte von 1,005 Gramm pro Liter bei 20°C. In 1000 Gramm physiologischer Kochsalzlösung sind neun Gramm Salz gelöst. Bei anderen Konzentrationen würden die roten Blutkörperchen schrumpfen oder platzen.
 

Physiologische Kochsalzlösung

Physiologische 0,9%ige Kochsalzlösung


 
Der menschliche Körper benötigt das Salz laufend durch die Nahrung, da es durch Harn, Schweiß und Tränenflüssigkeit ständig wieder ausgeschieden wird. Der durchschnittliche Mitteleuropäer verbraucht pro Tag etwa fünf Gramm Salz, in wärmeren Ländern ist der Salzverbrauch aufgrund der höheren Schweißproduktion wesentlich höher. 
   
  
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