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  Toluol   C6H5CH3 
 
    

Klare   
Flüssigkeit 
  
Vorkommen   
Erdöl, Steinkohle

Molmasse  92,139 g/mol   
AGW  50 ml/m3 (TRGS 900) 
Dichte  0,8623 g/cm3   
Schmelzpunkt  -94,95 °C   
Siedepunkt  +110,63 °C   
Wasserlöslichkeit 
Konz. bei 20 °C 0,47 g/l 
Explosionsgrz.  1,1 - 7,8 Vol.-% (Luft) 
Flammpunkt  +6 °C 
Zündpunkt  +535 °C
Piktogramme  
  
GHS 02  
GHS 07  
GHS 08  
Gefahr 
 
Gefahrenklassen + Kategorie  
Entzündbare Flüssigkeiten 2   
Ätz-/Reizwirkung auf die Haut 2 
Reproduktionstoxizität (D) 2 
Spez. Zielorgan-Toxizität e. ZNS 3 
Spez. Zielorgan-Toxizität w. 2 
Aspirationsgefahr 1
HP-Sätze (siehe auch Hinweis)      
H 225, 304, 315, 336, 361d, 373  
P 210, 261, 280.1-3+7, 301+310, 331, 
303+361+353, 304+340, 308+313, 403+233    
  
Entsorgung   G 1 
Etikett drucken Dt. Bezeichnung  
Synonyme (deutsch)
Engl. Bezeichnung 
Synonyme (engl.)
CAS  108-88-3 Toluol 
Methylbenzol, Methylbenzen 
Toluene 
Methylbenzene 
   
Bemerkung für Schulen: Schülerversuche mit Toluol dürfen aufgrund des reprotoxischen Potentials nicht durchgeführt werden. Der Stoff verdampft bereits bei Zimmertemperatur. Aufgrund seines Gefahrenpotentials sollte man auf Experimente an Schulen weitgehend verzichten. Für das Arbeiten mit Toluol ist ein Abzug notwendig. Toluol ist kein Explosivstoff, es kann aber zur Herstellung derartiger Stoffe verwendet werden (Hinweise).
   
  
Wirkung auf den menschlichen Körper 
  
Obwohl Toluol als Vertreter der Aromaten nicht die Giftwirkung von Benzol oder Phenol aufweist, kann das Einatmen der Dämpfe zu den gleichen gesundheitlichen Schäden führen. Die Dämpfe wirken narkotisierend und reizen Augen und Atemwege. Die Flüssigkeit kann auch über die Haut in den Blutkreislauf kommen. Es handelt sich um einen Stoff, bei dem das Risiko einer Fruchtschädigung bei Schwangerschaften wahrscheinlich ist.    
   
  
 
Toluol ist eine klare Flüssigkeit mit relativ hoher Lichtbrechung
   
  
Eigenschaften 

Toluol ist ein angenehm riechende, klare, farblose Flüssigkeit, die mit stark leuchtender und rußender Flamme verbrennt. Sie löst sich nur ganz wenig in Wasser; in Ethylalkohol, Diethylether, Chloroform, und Aceton ist sie gut löslich.  

Bei einer Oxidation von Toluol mit Natriumdichromat und Schwefelsäure oder mit Kaliumpermanganat entsteht Benzoesäure:    
     
  

    
  
Mit Toluol lassen sich ähnliche Rekationen wie mit Benzol oder mit Phenol ausführen. Bei der Nitrierung von Toluol mit Hilfe von Nitriersäure entsteht zunächst ein Gemisch von drei isomeren Verbindungen:  
  
 
 
     
  
Durch mehrstufige und energische Nitrierung erhält man 2,4,6-Trinitrotoluol, das auch unter dem Namen TNT als brisanter Sprengstoff bekannt ist (rechtlicher Hinweis):   
 
 
   
  
Die schwach gelblichen Kristalle schmelzen bei 80,5°C. Sie ähneln im Aussehen dem para-Nitrotoluol (s.o.). Beim Erhitzen auf 240°C tritt eine Verpuffung unter starker Rußentwicklung ein. TNT ist ein relativ giftiger und krebserzeugender Stoff. Als Explosivstoff ist er jedoch sehr handhabungssicher. Er kann erst mit einer Sprengkapsel durch Initialzündung zur Detonation gebracht werden. Dann brennt er mit einer Geschwindigkeit von 6,7km/h pro Sekunde ab und entfaltet dabei seine zerstörerische Wirkung. TNT ist ein bedeutender militärischer Sprengstoff, den man leicht schmelzen und vergießen kann. Er wird beispielsweise in Bomben und Handgranaten eingesetzt.
     
   
Herstellung von Toluol 
   
Die direkte Gewinnung aus Erdöl oder Steinkohleteer ist nicht wirtschaftlich. Toluol entsteht bei der Erdölverarbeitung beim thermischen Cracken oder beim Platin-Reforming durch eine Dehydrocyclisierung aus n-Heptan:   
    
    
  
Verwendung 
  
Wichtiges Lösungsmittel, auch als Ersatz für das wesentlich giftigere Benzol; zur Herstellung von Benzol, Trinitrotoluol (TNT), Benzoesäure, Phenol, Caprolactam, Saccharin und anderen organischen Verbindungen. 
     
  
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