Oxalsäure (COOH)2
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Farblose, prismatische
Kristalle
Vorkommen
Pflanzen (Sauerklee, Sauerampfer,
Rhabarber), im Harn |
Molmasse
90,035 g/mol
(Dihydrat 126,065
g/mol)
AGW
1 mg/m3 E (TRGS 900)
Dichte 1,900
g/cm3
(Dihydrat 1,653 g/cm3)
Zersetzung +189,5
°C
Wasserlöslichkeit
Konz. bei 20 °C 95,1
g/l |
Piktogramm
GHS 07
Achtung |
Gefahrenklassen
+ Kategorie
Akute Toxizität oral
4
Akute Toxizität dermal
4 |
HP-Sätze
(siehe Hinweis)
H 302,
312 P
264, 280.3,
301+312, 302+352
Entsorgung G 3 |
| Etikett
drucken |
Dt. Bezeichnung
Synonyme (deutsch) |
Engl. Bezeichnung
Synonyme (engl.) |
| CAS
144-62-7 |
Oxalsäure
Ethandisäure, Kleesäure |
Oxalic acid
Ethanedioic acid |
| CAS
6153-56-6 |
Oxalsäure Dihydrat
*
Ethandisäure Dihydrat |
Oxalic acid Dihydrate
Ethanedioic acid dihydrate |
*) Für die Schule
bevorzugt
| Wirkung auf den menschlichen Körper
Oxalsäure und ihre
Salze reizen Haut und Schleimhäute. Bei der inneren Einnahme treten
Erbrechen und Durchfall, sowie Krämpfe auf. Auch schwere Nierenschädigungen
können folgen. Die Giftwirkung beruht auf einer Störung des Calciumhaushaltes.
Findet sich im Harn aufgrund einer Stoffwechselstörung (Oxalurie)
zuviel Calciumoxalat, bilden sich Blasen- und Nierensteine.
Eigenschaften
Oxalsäure Dihydrat
bildet farb- und geruchlose Kristalle, die in Wasser und Ethanol gut löslich
sind. Beim vorsichtigen Erhitzen auf 100°C erhält man kristallwasserfreie
Oxalsäure. Bei zu schnellem Erhitzen oder unter Einwirkung von heißer
konzentrierter Schwefelsäure zerfällt
Oxalsäure in Sauerstoff, Kohlenstoffmonooxid
und Wasser. Die Salze
der Oxalsäure nennt man Oxalate.
Der Wald-Sauerklee (Oxalis
corniculata) enthält Oxalsäure.
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Herstellung
Die Oxalsäure wurden
von J.C. Wiegleb (1732-1800) im Sauerklee 1769 entdeckt. Im Jahr 1776 gelang
Carl Wilhelm Scheele zusammen mit
Torbern Olof Bergmann (1735-1784) erstmals die Herstellung von Oxalsäure
durch das Einwirken von Salpetersäure auf Zucker. Die erste Synthese
aus anorganischen Stoffen nahm Friedrich
Wöhler im Jahre 1824 aus Dicyan vor. Wöhlers Verfahren besitzt
jedoch keine praktische Bedeutung mehr.
Heute kommen zwei Verfahren
zur Anwendung. Beim ersten wird der Zweifachzucker Saccharose
mit konzentrierter Salpetersäure in Gegenwart
eines Vanadin(V)-oxid-Katalysators
oxidiert:
C12H22O11
+ 9 O2
6 HOOC-COOH + 5 H2O
Beim zweiten Verfahren
erhitzt man Natriumformiat, ein Salz der Ameisensäure,
auf 360°C in Gegenwart von Natriumhydroxid,
wobei unter Wasserstoffentwicklung das Oxalsäuresalz Natriumoxalat
entsteht:
2 H-COONa
NaOOC-COONa + H2
Durch ein Umsetzung mit
Calciumhydroxid erhält man schwerlösliches
Calciumoxalat, aus dem die Oxalsäure mit Schwefelsäure
gewonnen werden kann. Die Vorgänge können auch wieder umgekehrt
werden, so dass man aus Oxalsäure Ameisensäure
herstellen kann. |
Verwendung
Als Urtitersubstanz in
der analytischen Chemie zur Einstellung von Permanganat-Maßlösungen;
als Beizmittel in der Färberei;
zum Bleichen von Stroh und Stearin; in Metallreinigern; zum Entfernen von
Rost (bildet mit Eisenionen lösliche Doppelsalze); zur Herstellung
von Tinten (Oxalsäure löst Berliner
Blau), von Oxalaten und Farbstoffen. |
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