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  Glycerin   C3H5(OH)3 
    

Farblose, viskose Flüssigkeit 

Vorkommen  Stoffwechsel, Fette und Öle (Tier, Pflanze) 

Molmasse 92,094 g/mol   
  
AGW  keine Angaben 
Dichte  1,2613 g/cm3   
Schmelzpunkt  +18,1 °C   
Siedepunkt  +290 °C   
Wasserlöslichkeit  vollst. mischbar   
Explosionsgrz.  2,6 - 11,3 Vol.-% (Luft) 
Flammpunkt  +176 °C 
Zündpunkt  +400 °C
- - Entsorgung  G 1
Etikett drucken Dt. Bezeichnung 
Synonyme (deutsch)
Engl. Bezeichnung 
Synonyme (engl.)
CAS  56-81-5 Glycerin 
Propan-1,2,3-triol 
1,2,3-Propantriol
Glycerol  
Propane-1,2,3-triol 
1,2,3-Propanetriol
   
  
Wirkung auf den menschlichen Körper 
  
Die geruchlose, süßlich schmeckende, schwer bewegliche und hygroskopische (wasseranziehende) Flüssigkeit wirkt beim Verschlucken bis zu einer Menge von 50ml relativ harmlos. Bei größeren Mengen kommt es zu einem Rauschzustand mit Kopf- und Nierenschmerzen. Bei Kontakt mit der unverdünnten Flüssigkeit auf der Haut kann es leichte Reizungen geben.  
  
  
Eigenschaften 
  
Glycerin gehört aufgrund seiner drei Hydroxygruppen (OH-Gruppen) im Molekülbau zu den dreiwertigen Alkoholen. Das Glycerinmolekül ist stark polar und daher gut wasserlöslich. Unterhalb des Schmelzpunktes erstarrt wasserfreies Glycerin zu Kristallen.   
    
Die drei OH-Gruppen ermöglichen eine gute Reaktionsfähigkeit: Mit getrocknetem Kaliumpermanganat reagiert Glycerin zunächst unter Rauchbildung. Die dabei entstehende Wärme beschleunigt die exotherme Reaktion so stark, dass eine Stichflamme herausschlägt. Als Reaktionsprodukte bilden sich verschiedene Manganverbindungen wie Kaliummanganat(VI), Mangan(IV)-oxid und Mangan(III)-oxid. Das Glycerin wird dabei zu Wasser und Kohlenstoffdioxid oxidiert.   
    
  
 
Reaktion von Glycerin mit Kaliumpermanganat
  
 Diese Demonstration eignet sich aufgrund der relativ großen Menge an Problemabfall nicht für Schulen.
Film erhältlich auf >DVD
  
 
Glycerin ist oxidierbar, wobei Glycerinaldehyd und Dihydroxyaceton entsteht. Mit Salpetersäure erhält man Glycerinsäure. Verwendet man jedoch ein Gemisch aus rauchender Salpetersäure und konzentrierter Schwefelsäure (Nitriersäure) verestern die Hydroxygruppen zu Trisalpetersäureglycerinester (Nitroglycerin), einem hochbrisanten und berührungsempfindlichen Sprengstoff (>rechtlicher Hinweis).   
   
  
  
  
Alfred Nobel (1833-1896) entwickelte ein Verfahren, wie man das Nitroglycerin stabilisieren kann. Beim Aufsaugen mit Kieselgur verliert es seine berührungsempfindliche Eigenschaft, und es lässt sich nur noch mit einem Detonationszünder zur Explosion bringen. Nobel wurde mit der Erfindung des Dynamits sehr reich. 
  
Nitroglycerin ist in geringer Dosis auch ein bedeutendes Herzmedikament. Es wirkt stark gefäßerweiternd und wird bei Angina pectoris und der damit verbundenen Atemnot oder bei einem drohenden Herzinfakt eingenommen.   
  
  
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Nitroglycerin-Kapseln mit 0,8mg Nitroglycerin
  
  
Mit Säuren bildet Glycerin zahlreiche Ester. Fette bestehen beispielsweise aus Triglyceriden, die durch die Veresterung aller drei Hydroxygruppen des Glycerins mit Carbonsäuren zugänglich sind:   
   
  
   
  
Herstellung 
  
Die Entdeckung des Glycerins wird dem schwedischen Chemiker Carl Wilhelm Scheele (1742-1786) zugeschrieben. Bei der Einwirkung des Pigments Bleiglätte (Blei(II)-oxid) auf Olivenöl erhielt Scheele eine süß schmeckende, ölige Flüssigkeit, die er zunächst "Ölsüß" nannte. Die Rolle des Glycerins bei der Seifenbildung wurde vom französischen Chemiker Michel-Eugène Chevreul (1786-1889) im Jahre 1823 aufgeklärt.   

Früher gewann man das Glycerin bei der Seifenherstellung als Nebenprodukt. Heute erfolgt die Herstellung hauptsächlich aus Propen, einem Produkt beim Cracken von langkettigen Alkanen. Das Propen wird zuerst zu Allylchlorid (CH2=CH-CH2Cl) chloriert, das dann über mehrere Zwischenschritte zu Glycerin umgewandelt wird. Ein weiteres wichtiges Verfahren ist die Hydroxylierung von Allylalkohol mit Wasserstoffperoxid und einem Wolframoxid-Katalysator.

   
  
Verwendung 
  
Zur Herstellung von Kunststoffen (z.B. Polyurethanschäume) und Farbstoffen (z.B. Alizarinblau); in Cremes und Salben als Feuchthaltemittel; als Bremsflüssigkeit und Frostschutzmittel; Weichmacher für Filme; als wasseranziehender Zusatz für Farbbäder, Kopiertinten und Druckfarben; zur Synthese von Nitroglycerin (s.o.), einem wichtigen Sprengstoff z.B. zur Herstellung von Dynamit.   
   
  
 
 
Glycerin ist in Stempelfarben enthalten
   
  
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