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Düngemittel
Düngemittel sind
Stoffe, die Nutzpflanzen zugeführt werden und ihr Wachstum fördern.
Der deutsche Chemiker Justus von Liebig (1803-1873) fand im 19. Jahrhundert
heraus, dass das Wachstum der Pflanzen unmittelbar vom Angebot an Mineralsalzen
abhängt. Dabei machte er folgendes Experiment: Pflanzen wurden in
einem Porzellantiegel solange geglüht, bis nur noch ihre Asche übrig
war. Die Asche untersuchte er auf Rückstände und fand dabei Salze
folgender Spurenelemente:
Stickstoff, Phosphor,
Kalium, Natrium, Calcium, Magnesium, Eisen und Kupfer
Für das Wachstum
der Pflanzen sind vor allem Salze von Bedeutung,
welche Stickstoff-, Phosphor- und Kaliumatome enthalten. Diese benötigen
sie für ihren Stoffwechsel zum Aufbau von Eiweißen, Enzymen
oder Chlorophyll.
Viele Böden sind
heute arm an Stickstoff und müssen deshalb mit stickstoffhaltigen
Salzen gedüngt werden. Gedüngte Pflanzen wachsen schneller und
geben größere Ernteerträge. Nitrate
wie Ammoniumnitrat, welches aus Ammoniak
und Salpetersäure gewonnen werden
kann, sind als Düngemittel hierfür besonders geeignet, weil sie
chemisch gebundenen Stickstoff enthalten. Das Haber-Bosch-Verfahren
ist das wichtigste Verfahren zur Herstellung von Düngemitteln. Durch
den Einsatz von Düngemitteln kann der Ernteertrag pro ha Bodenfläche
erheblich gesteigert werden.
Bei einem zu intensiven
Düngereinsatz besteht jedoch die Gefahr einer Überdüngung
der Böden. Dies führt zu einer Anreicherung von Nitraten und
Phosphaten im Gemüse und im Grundwasser. Da die Algen in den Gewässern
ebenfalls Stickstoff- und Phosphorsalze als Nährstoffe benötigen,
kann es zu einer übermäßigen Algenvermehrung kommen (Eutrophierung),
dem Gewässer wird durch eine Beschleunigung der Fäulnisvorgänge
Sauerstoff entzogen und es kippt um. Das
übermäßige Angebot an Nährstoffen in einem Gewässer
führt nur zu einem vorübergehenden Wachstum und letztendlich
zu einem Artensterben. Durch einen gezielten Einsatz von Düngemitteln
und vor allem durch eine konsequente Umsetzung des ökologischen Landbaus
kann die Belastung der Gewässer erheblich reduziert werden.
Die anorganischen Mineraldünger
werden aufgrund ihrer Inhaltsstoffe und ihres Einsatzbereiches in verschiedene
Gruppen eingeteilt. Die am häufgsten zugeführten Spurenelemente
sind Stickstoff, Phosphor
und Kalium.
| Gruppe |
Beispiele |
| Stickstoffdünger |
Kalkammonsalpeter
(Gemisch aus Kalk und Ammoniumnitrat);
Kalkstickstoff (mit Calciumcyanamid) oder
Harnstoff |
| Phosphatdünger |
"Superphosphat"
(Gemisch aus Calciumdihydrogenphosphat und Calciumsulfat); "Thomasmehl"
(bei der Stahlherstellung anfallende phosphathaltige Mischung) |
| Kalidünger |
Kainit (Kalisalz); Kaliumchlorid;
Kaliumsulfat |
| Kalk- und Magnesiumdünger |
Calciumcarbonat;
Calciumoxid; Dolomit |
| Mehrnährstoffdünger |
Volldünger mit einer
Kombination an Nährstoffen, Beispiel: Das Wort Nitrophoska
setzt sich aus den Wörtern Nitrogenium (lat. Stickstoff), Phosphor
und Kalium zusammen |
Organische
Dünger werden aus pflanzlichen und tierischen Abfällen
hergestellt. Bodentieren und Mikroorganismen bilden aus diesen Abfällen
den nährstoffreichen Humus. Im Komposthaufen wandeln sich die Abfälle
innerhalb eines Jahres in einem Fäulnisprozess zu humusreichem Dünger
um. Kompost und organische Dünger enthalten wesentlich weniger Spurenelemente
im Vergleich zu den Mineraldüngern. Der Ernteertrag ist daher für
einen Hobbygärtner nicht so groß wie bei einem Mineraldüngereinsatz,
aber der Boden wird gelockert und die Düngung wirkt nachhaltig. Außerdem
finden sich beim ökologischen Landbau weniger Rückstände
im Gemüse.
Die als Stickstoffdünger
eingesetzten und getrockneten Ausscheidungen von Seevögeln nennt man
Guano. Guano wurde bereits von den peruanischen
Indianern als Dünger eingesetzt. Er kam erstmals im Jahr 1804 nach
Europa. Die in der Landwirtschaft allseits bekannte Gülle
besteht vorwiegend aus flüssigen Tierausscheidungen. Sie eignet sich
vor allem wegen ihres Gehalts an Harnstoff als Dünger. Mist ist eine
Mischung aus Kotabfällen und Stroh. Die Abfälle eignen sich nicht
nur als Düngemittel, sondern dienen auch der Energieerzeugung (>Biogas).
Weitere Informationen
Funktionsweise
einer Biogasanlage
Eutrophierung
eines Gewässers