Lage
Die Landschaft der Eifel besteht aus einem ursprünglichen Schiefergebirge westlich des Rheins und nördlich der Mosel. Es finden sich auch Sedimente aus verschiedenen Erdzeitaltern, da das Meer früher bis in die Eifel reichte. Ein höher gelegener, südlicher Teil der Eifel wird als Vulkaneifel bezeichnet. Dieser ist geprägt vom Vulkanismus, der vor 30 bis 40 Millionen Jahren seinen Höhepunkt hatte. Der nördlichste Teil der Eifel zählt bereits zu Nordrhein-Westfalen. Die Erzlagerstätten in NRW werden separat beschrieben.
Geologie und Geschichte
Vor 400 Millionen Jahren bestand das Gebiet aus Sandsteinen und Schiefer, die sich als Ablagerungen im ehemaligen Meer im Erdzeitalter Devon gebildet haben. Im Erdzeitalter Karbon falteten sich diese mächtigen Schichten zum Rheinischen Schiefergebirge auf. In der Triaszeit wurden die alten Schichten vom Buntsandstein überdeckt. Der Vulkanismus in der Eifel begann ungefähr vor 45 Millionen Jahren, aus dieser Zeit wurden bis zu 400 Vulkane nachgewiesen. Nach einer vorübergehenden Beruhigungsphase begann der zweite vulkanische Zyklus vor einer Million Jahre in der Osteifel. Der letzte Ausbruch des Laacher-See-Vulkans fand 11056 vor Christus stattfand. Mit 16 km³ und dem Wert 6 auf dem Vulkanexplosivitätsindex zählt dieser Ausbruch zum größten Ereignis in der jüngeren Erdgeschichte in Mitteleuropa.
An zahlreichen öffentlich zugänglichen Stellen kann man die Geschichte der Vulkane in der Eifel besonders gut beobachten. Am 200000 Jahre alten Schlackenvulkan Dachsbusch zwischen Glees und Wehr wurde durch den Schlackenabbau bis Ende der 1960er-Jahre die Dachsbuschfalte freigelegt. Während der Eiszeit gefroren die Schichten im Winter und tauten im Sommer wieder auf. Die mit Wasser gesättigten Schichten rutschten wie ein Brei bergab und erzeugten so das verzerrte Aussehen der Falte. Zu sehen sind vulkanische Bomben direkt im Gestein neben der Falte. Diese liegen auch im Gelände am Boden verstreut herum. In dem Naturschutzgebiet leben seltene Pflanzen und Insekten. In der 200 Meter daneben liegenden Sandgrube am Dachsbusch wurde früher Bims abgebaut. Die rötliche Schicht mit Hüttenberg-Bims ist darüber von einer dünneren, grauen Schicht mit Gleeser Bims bedeckt.
Sehr beeindruckend sind auch die Tuff-Felsen der ehemaligen Steinbrüche bei Weibern. Einer davon ist der im Wald gut versteckte Phonolithtuff-Steinbruch In den Lärchen. Etwas weiter links daneben befindet sich der mächtige Steinbruch Alter Berg und noch weiter vorne ein aktiver Steinbruch, in dem der Tuff heute noch abgebaut wird. Anhand der zurückbleibenden Formen lässt sich erahnen, wie die riesigen Tuffplatten herausgebrochen wurden. Schon seit der Römerzeit wird der Weiberner Tuff verwendet. Er ist bei Bildhauern beliebt, und selbst am Kölner Dom kann man Gewölbe und Skulpturen aus diesem Tuff finden.
Die für Sammler interessanten Minerale aus der Eifel kommen zwar in großer Vielzahl vor, die Größe der Kristalle liegt aber meistens nur im Millimeter-Bereich. Viele füllen die Hohlräume ehemaliger Gasblasen; sie kommen aber auch eingewachsen im Gestein vor, wie zum Beispiel der blaue Haüyn, den man im Phonolith findet. Mindestens 300 Mineralarten sind nachgewiesen. Davon wurden 22 neu entdeckt, diese haben ihre Typlokalität in der Eifel.
Laacher See
Der Laacher See mit seinem Ringwall hat eine Fläche von 3,3 Quadratkilometer. Er stellt die mit Wasser aufgefüllte Caldera des letzten großen Ausbruchs 11056 vor Christus dar. Sie entstand beim Einsturz der Magmakammer. Im Gegensatz dazu sind die Maare in der Eifel durch gigantische Wasserdampexplosionen entstanden, in dem Moment, als das aufsteigende Magma auf Grundwasser traf. Das größte Maar in der Eifel ist übrigens das Pulvermaar bei Daun mit 700 Meter Durchmesser und einer Wassertiefe von bis zu 72 Metern. Der Waldsee, den man von der Teufelskanzlei am alten Vulkan Krufter Ofen erblicken kann, hat keinen natürlichen Ursprung, er ist ein von Menschenhand gegrabenes Loch zur Bimssteingewinnung, das später mit Wasser aufgefüllt wurde.
Weltberühmt ist die Abtei Maria Laach mit ihrem Kloster und der Klosterkirche, die bereits im Mittelalter gebaut wurde und als eines der bedeutendsten Bauwerke der romanischen Baukunst gilt. Heute zieht die Kirche mit ihrem Klostergarten, dem Restaurant und einer schönen Buchhandlung viele Touristen an. Einen sehr schöne Übersicht über den Laacher See erhält man vom Lydiaturm aus. Der 1927 erbaute und ursprünglich 16 Meter hohe Turm wurde 1986 um sieben Meter mit einem Holzgerüst auf 23 Meter aufgestockt, weil Bäume die Sicht versperrten. Beim Wandern um den Laacher See kann man bei den Mofetten sehen, wie Gasbläschen aus dem Untergrund im See aufsteigen.
Mendig
Der bekannteste Anlaufpunkt in der Eifel für geologische Interessierte ist die Stadt Mendig. Dies liegt vor allem daran, dass dort mehrere spektakuläre Natursehenwürdigkeiten anzutreffen sind. Hauptattraktion ist der Mendiger Lavakeller, in dem früher unterirdisch Basaltlava zur Gewinnung von Mühlsteinen abgebaut wurde. Ursprünglich erstreckte sich der unterirdisch geschaffene Hohlraum auf einer Fläche von 2,6 km². Heute kann ein kleiner Teil davon besucht werden. Der Lava-Dome wird von der Deutschen Vulkanologischen Gesellschaft geführt. In diesem Museum werden der Vulkanismus und die Abbaumethoden anschaulich präsentiert. Auch eine Mineraliensammlung ist enthalten. Weiter hinten an der Straße gelangt man zu einer kleinen Freilicht-Ausstellung, in der Geräte und Werkzeuge des Abbaus öffentlich zugänglich sind, zum Beispiel auch ein Göpelwerk zur Nutzung der Pferdekraft.
Die Basaltsäulen im Lavakeller erreichen einen Durchmesser von bis zu drei Metern. Aus diesen Säulen schnitt man die Mahlsteine quer heraus und verkaufte sie in ganz Europa. Die Mahlsteine nutzten sich zwar ab, aber man brauchte sie nie zu schleifen, weil sie sich aufgrund des scharfen und leicht porösen Materials von selbst nachschärfen. Nach dem Ende des Abbaus dienten die unterirdischen Räume im Lavakeller im 19. Jahrhundert aufgrund ihrer gleichbleibenden Temperatur von 6 bis 8° C für die Lagerung und Herstellung von Bier. Aus diesem Grund waren in der Vergangenheit bis zu 35 Brauereien in Mendig aktiv.
Eine weitere große Attraktion bei Mendig stellt die Wingertsbergwand dar. Die Felswand aus Bims und Tuff ist bis zu 60 Meter hoch und 300 Meter breit. Auf dem Wingertsberg wurden früher Reben angebaut. Im Zuge der Schlackengewinnung baute man diesen fast vollständig ab. Im Steinbruch Wingertsberg sieht man die unter dem Bims liegenden Schichten: Zwei Lavaströme sind durch eine rote Schicht mit Eisenoxiden abgetrennt. Der obere Lavastrom besteht aus porösem Basalt, der für die Mühlsteine geeignet ist und heute für Platten, Mauern oder Gartensplit verwendet wird. Der untere Lavastrom enthält Hartbasalt, der für Schotter und Pflastersteine abgebaut wird.
Die Wingertsbergwand ist ein Rest der Bimsschicht, die beim letzten Ausbruch des Laacher-See-Vulkans abgelagert wurde. Die Bänder entstanden durch die veränderten Bedingungen während des Ausbruchs. Als der Vulkanschlot kollabierte und pyroklastische Ströme entstanden, wurde devonischer Schiefer mitgerissen, der an den dunkleren Bändern zu erkennen ist. Diese sind stark verdichtet und machen die Wand stabil, sie bestehen aus Tuff.
Steinbruch In den Dellen
Der bei Sammlern bekannteste Steinbruch bei Mendig (früher „Niedermendig“) ist unter der Bezeichnung In den Dellen bekannt (heute „Grube Zieglowski“). Diese berühmte Fundstelle zog früher Generationen von Sammlern an. Heute darf der Steinbruch nicht mehr ohne Genehmigung betreten werden. Die begehrten Micromounts befinden sich in den Hohlräumen der vulkanischen Auswürflinge oder in den Kristallzwickeln anderer Mineralien. Sie sind oft nur mikroskopisch klein und gerade die seltenen Minerale werden oft übersehen. Das berühmteste Mineral von dort ist der saphirblaue Haüyn, der nach Abbé Rene Just Haüy benannt ist. Die klaren Kristalle werden zu Edelsteinen verschliffen. Aus dem Steinbruch stammt auch der schönste Titanit der Eifel, der dort honiggelbe Kristalle bildet. Der Zirkon bildet kurz- bis langsäulige dipyramidale Kristalle oder sogar bäumchenartige Strukturen. Er erscheint meist weiß bis gelblich. Selten sitzen darauf – oder auch auf anderen Mineralen – winzige, oktaedrische Kristalle von roter oder rotoranger Farbe. Hierbei handelt es sich um ein Mineral aus der Pyrochlor-Gruppe. Der unten abgebildete, dunkelrote Pyrochlorkristall ist noch mit Kugeln aus einem vulkanischen Glas überzogen. Selten zu finden sind das Zirkonoxid Baddeleyit, der Låvenit oder das Thoriummineral Thorit. Auch Minerale der Seltenen Erden kommen vor, zum Beispiel Fergusonit-(Y) oder Allanit-(Ce).

„In den Dellen“
Mendig

Allanit-(Ce)
Mendig

Augit
Mendig

Baddeleyit
Mendig
Biotit
Mendig

Fergusonit-(Y)
Mendig

Haüyn
Mendig

Haüyn
Mendig

Låvenit
Mendig

Magnetit
Mendig
NoseanMendig
Bell
Auch in der näheren Umgebung von Mendig konnte man früher fast überall gute Funde machen, zum Beispiel im Steinbruch Rothenberg bei Bell westlich von Maria Laach. Der Apatit kommt dort in hexagonalen Säulen oder im nadeligen Habitus vor. Er ist häufig mit Nephelin vergesellschaftet. Eine Rarität stellt der Fayalit dar, der meist dunklere Kristalle nach dem orthorhombischen System bildet.

Stbr. Rothenberg
Rückseite

Apatit
Rothenberg
Nephelin, ApatitRothenberg

Fayalit
Rothenberg
Nickenich
Östlich vom Mendig liegt die Gemeinde Nickenich. Die im neoromanischen Stil errichtete Pfarrkirche St. Arnulf wurde im 19. Jahrhundert aus dunklem Basalt und hellem Tuffstein erbaut. Der spitze romanische Turm aus dem 12. Jahrhundert ist erhalten geblieben. Auch im Ortszentrum kann man viele Häuser mit diesem Material sehen.
Bei Nickenich sind zwei Steinbrüche von mineralogischer Bedeutung, die beide für die Öffentlichkeit gesperrt sind: Der Steinbruch Nickenicher Sattel (oder Eicher Sattel) liegt im Norden der Gemeinde, dort wurden nadeliger Aragonit, das Calciumhydroxid Portlandit in sechseckig-tafeligen Prismen oder Sodalith in winzigen, weißen Kristalle gefunden. Der Nickenicher Weinberg (oder Sattelberg) liegt südlich von Nickenich. Bei diesem befindet sich eine große Grube, die im Tagebau betrieben wird und in dem Schlacken und Tuffmaterial abgebaut werden. Dort wurde zum Beispiel bräunlicher Andradit, ein Mineral aus der Granat-Gruppe, gefunden. Speziell sind die Wachstumsformen des Hämatits, der auch nadel- bis bäumchenartig auftreten kann. Bei den gelborangen, nadelförmigen Kristallen, die sehr häufig auftreten, handelt es sich um ein unbestimmtes Mineral aus der Amphibol-Supergruppe. Der Rhönit bildet dunkelrote Kristalle, die nach dem triklinen System kristallisieren. Der Cordierit ist an den rotbraunen Prismen zu erkennen. Der Osumilith-(Mg) bildet blaue, prismatische Kristalle.

Amphibol
Nickenich

Andradit
Nickenicher Weinberg

Aragonit
Nickenicher Sattel

Cordierit
Nickenicher Weinberg

Hämatit
Nickenicher Weinberg

Nadeliger Hämatit
Nickenicher Weinberg

Osumilith-(Mg)
Nickenicher Weinberg
Ochtendung
Nördlich von Ochtendung liegen die nicht öffentlich zugänglichen Steinbrüche Wannenköpfe, Eiterköpfe und Langenberg. Im Steinbruch Wannenköpfe wurde früher an einer bestimmten Stelle der sehr seltene und bei Sammlern enorm begehrte Jeremejewit gefunden. Das harte Aluminiumborat bildet – meist nur mikroskopische kleine – blaue bis fast farblose Kristallbüschel. Der Topas kommt in farblosen, klaren Kristallen vor, die im langprismatischen bis nadeligen Habitus auftreten. Topas ist beim Steinbruch in den Basaltschlacken recht häufig anzutreffen, er ist gerne mit dem Feldspat Sanidin vergesellschaftet. Das Magnesiumsilicat Enstatit erscheint in gelborangen, durchscheinenden bis fast klaren Kristallen. Die Fundstelle liefert einmalig schöne Micromounts, zum Beispiel Hämatit, der mit Cristobalit überzuckert ist, oder auch Fayalit, Mullit, Pseudobrookit, Nephelin, Pyroxene, Rhönit und Tridymit. Der Rutil kommt in der Eifel eher selten vor, er bildet orangerote Nadeln.

Stbr. Wannenköpfe
von der L98 aus

Stbr. Eiterköpfe
Richtung Nordwest

Enstatit
Wannenköpfe

Jeremejewit
Wannenköpfe
Ettringen
Die vielleicht besten Funde der Eifel wurden früher im Steinbruch am Bellerberg östlich am Ortsrand von Ettringen gemacht. Die Minerale befinden sich entweder als Einschlüsse im Gestein oder sie wachsen in Hohlräumen, zum Beispiel Braunit, kugeliger Fluorit, würfelig bis tafelig gelber Gehlenit, Hydrocalumit, Gismondin, Jennit, Magnetit, Phlogopit, blauvioletter Saphir, sowie verschiedene Amphibole und Pyroxene. Der Mullit bildet weiße oder violette Kristallbüschel. Der Zirkon vom Bellerberg ist begehrt, wenn er lachsfarben oder als „Bäumchen“ ausgebildet ist. Der Titanit zeigt federartiges Wachstum, der Topas kommt in nadeligen oder langprismatischen Kristallbüscheln vor. Der Ettringer Bellerberg ist Typlokalität für zahlreiche Minerale wie Bellbergit, Eifelit, Ettringit, Osumilith-(Mg) oder Phillipsit. Speziell ist auch das Vorkommen einiger Minerale, die nur bei sehr hohen Temperaturen entstehen: Cristobalit und Tridymit sind Quarz-Hochtemperaturmodifikationen, während der Sanidin die entsprechende Modifikation des Feldspats darstellt. Der Spinell kommt rosafarben transparent oder schwarz vor. Die oft farbig angelaufenen Oktaeder sind winzig klein.

Bellerberg
bei Ettringen

Bellbergit TL
Bellerberg

Braunit
Bellerberg

Calcit
Bellerberg

Cristobalit
Bellerberg

Cristobalit
Bellerberg

Eifelit TL
Bellerberg

Ettringit TL
Bellerberg

Ettringit TL
Bellerberg

Fluor-Apatit
Bellerberg

Kugeliger Fluorit
Bellerberg

Gehlenit
Bellerberg

Gismondin
Bellerberg

Hydrocalumit
Bellerberg

Ilmenit, Hämatit
Bellerberg

Jennit
Bellerberg

Magnetit
Bellerberg

Melanit
Bellerberg

Mullit
Bellerberg

Osumilith TL
Bellerberg

Phillipsit TL
Bellerberg

Phlogopit
Bellerberg
In den Steinbrüchen am Hochsimmer und bei St. Johann westlich von Ettringen wurde Hochquarz in spitz zulaufenden Kriställchen gefunden. Die Hochsimmerbrüche befanden sich am Westhang des alten Vulkankegels, der heute im oberen Bereich vollständig von Wald bewachsen ist. Die Hochquarze in den Sammlungen stammen wohl meistens aus den Tuff- und Basaltbrüchen In der Ahl bei St. Johann. Da es südlich vom Hochsimmer mehrere Steinbrüche hat, sind die Stücke oft mit der allgemeinen Bezeichnung „Hochsimmer“ gekennzeichnet. Vom 18 Meter hohen Hochsimmerturm aus hat man einen tollen Panoramablick in die Eifel und auch in das Rheinland bis Andernach. Außerdem sieht man Ettringen mit dem dahinter liegenden Bellerberg von einer erhöhten Perspektive.

Blick nach Andernach
vom Hochsimmerturm

Hochquarz
„Hochsimmer“
Brenk
Der Phonolith-Steinbruch am Schellkopf bei Brenk ist nicht offen zugänglich. Er befindet sich – durch den Wald gut versteckt – mitten im Gipfelbereich des Schellkopfs. Von der Rückseite hat man einen tollen Ausblick Richtung Norden. Man erblickt in einiger Entfernung die Burg Olbrück mit ihrem 34 Meter hohen und noch erhaltenen Hauptturm. Die mittelalterliche Burgruine steht auf einem typischen Phonolithkegel.
In den Hohlräumen des Phonoliths am Schellkopf sind in bestimmten Bereichen Zeolithe enthalten, die hydrothermal entstanden sind. Darauf können wiederum Minerale sitzen, die sich später herausbildeten, zum Beispiel Calcit in klaren Skalenoedern. Im Steinbruch kommen die Minerale Brenkit, Nosean und Vandermeerscheit in der Typlokalität vor. Der Gonnardit bildet kugelige oder büschelige Aggregate. Ein Gonnardit kann mit dem Paranatrolith verwechselt werden. Das Zeolith wandelt sich an der Luft unter Wasserabgabe zu „Tetranatrolith“ um, der heute nicht mehr als eigenständiges Mineral gilt und dem Gonnardit zugeordnet wird. Der Ettringit zeigt pseudohexagonale Kristalle. Es werden auch klare Kristalle von Phillipsit-K oder Phillipsit-Na gefunden. Weitere typische Minerale aus dem Steinbruch sind zum Beispiel Analcim, Chabasit-Ca, Thaumasit, Thomsonit-Ca oder Zeophyllit.

Analcim
Schellkopf

Brenkit TL
Schellkopf

Calcit
Schellkopf

Chabasit-Ca
Schellkopf

Ettringit
Schellkopf

Gonnardit
Schellkopf

Gonnardit
Schellkopf

Phillipsit
Schellkopf

Thaumasit, Phillipsit
Schellkopf

Zeophyllit
Schellkopf
Üdersdorf
Weiter westlich in der Eifel liegen die Steinbrüche Löhley und Emmelberg bei Üdersdorf. Auch diese Steinbrüche waren früher sehr ergiebige Quelle für Eifelmineralien. Der sehr seltene Lileyit ist nach dem Steinbruch Löhley benannt. Eine Rarität stellt auch das Barium-Titan-Mineral Barytolamprophyllit dar, das braune, tafelige Kristalle ausbildet. Das Mischmineral Melilith bildet ganze Rasen mit orangefarbenen Kristallen. Dazwischen findet sich auch nadeliger Apatit oder klarer Nephelin in hexagonalen Prismen. Das Titanmineral Perowskit ist für seine skelettartigen Strukturen bekannt. Pseudobrookit ist ebenfalls ein Titanmineral. Die schwarzen Kristalle sitzen oft auf dem Feldspat Sanidin. Man erkennt sie – zur Unterscheidung von einem Pyroxen – an dem hohen Metallglanz. Man findet zum Beispiel auch klaren, farblosen bis gelben Leucit, Roedderit, Sillimanit oder auch das Kupfer-Vanadium-Mineral Volborthit. Der Porricin ist eine nadelige Varietät des Minerals Aegirin-Augit, das zu den Pyroxenen gehört.

Barytolamprophyllit
Löhley

Leucit
Emmelberg

Lileyit TL
Löhley

Melilith, Apatit,
Nephelin Löhley

Perowskit
Löhley
Hillesheim
Der heute aufgelassene Steinbruch Arensberg bei Hillesheim lieferte Zeolithe in prächtigen Aggregaten. Der Natrolith kann mit den ebenfalls vorkommenden Mineralen Mesolith und Skolezit verwechselt werden. Der Thomsonit-Ca kommt in Kristallen vor, die radialstrahlig oder kugelig angeordnet sein können. In den grauen Basaltdrusen sitzen die Kristalle häufig auf Phillipsit-Ca. Calcit bildet Skalenoeder oder auch andere Kristallformen wie in der Ausbildung „Kanonenspat“ oder Rhomboeder. Der rhomboedrische Chabasit kann mit dem Calcit verwechselt werden. Von Arensberg stammt auch Tobermorit in weißen Kugelaggregaten. Dieses Mineral ist schwer vom ähnlichen Tacharanit zu unterscheiden, der sich an der Luft zu Tobermorit (und Gyrolith) umwandelt und Mischkristalle bildet. Die hier abgebildeten Stücke verlassen sich auf die Zuordnung des 2020 verstorbenen Sammlers Max Kern, der diese Stücke selbst gesucht hat. Der Thaumasit bildet feine Nadeln. Gismondin-Ca erkennt man leicht an den typischen, fast klaren Kristallen.

Calcit
Arensberg

Calcit
Arensberg

Calcit, Natrolith
Arensberg

Calcit, Gismondin
Phillipsit Arensberg
ChabasitArensberg

Gismondin
Arensberg

Natrolith
Arensberg
Der Steinbruch Stolz bei Hillesheim ist bei den Sammlern auch unter den Bezeichnungen „Graulai“, „Graulei“ oder „Graulay“ bekannt. Von dort stammt sehr schöner Alumohydrocalcit in weißen, büscheligen Aggregaten die auf anderen Mineralen sitzen. Auch nadeliger Apatit, tafeliger Batisit, Gonnardit, Nephelin, Phillipsit, Pyroxen, Thomsonit oder Perowskit in bizarren Skelettaggregaten werden neben den anderen typischen Eifelmineralen gefunden.

Alumohydrocalcit
Graulai

Batisit
Graulai

Gonnardit
Graulai

Perowskit
Graulai

Phillipsit, Apatit
Graulai

Nephelin, Pyroxen
Graulai

Thomsonit
Graulai
Weitere Fundstellen in der Vulkaneifel
Aus dem Steinbruch Wartgesberg bei Strohn ist klarer Osumilith-(Mg) oder grüner Forsterit bekannt. Bei dem früher als „Kaersutit“ bezeichneten Amphibol aus der Lavagrube am Radersberg bei Dreis-Brück handelt es sich nach neueren Untersuchungen um Oxo-Magnesio-Hastingsit. Typisch sind die Olivinbomben vom Dreiser Weiher westlich von Dreis-Brück. Im Steinbruch Hannebacher Ley bei Hannebach wird der seltene, gipsähnliche Hannebachit in der Typlokalität gefunden.

Osumilith-(Mg)
Wartgesberg

Forsterit
Wartgesberg

Oxo-Magnesio-Hastingsit
Radersberg

Olivin
Dreiser Weiher

Hannebachit TL
Hannebacher Ley
Erzgänge in der nördlichen und südlichen Eifel
Die Erzgänge im Norden von Rheinland-Pfalz zählen geographisch zur nördlichen Eifel, geologisch grenzt das Gebiet aber schon an die Erzgänge in Nordrhein-Westfalen. Die ehemalige Grube Gertrud bei Antweiler liegt noch in Rheinland-Pfalz, dort wurden Kupferminerale wie Chalkophyllit oder Malachit gefunden. Die Grube Hoffnung bei Ahrbrück ist für Aragonit in der Varietät „Eisenblüte“ bekannt. Die Grube Dorothea im Landkreis Ahrweiler ist bekannt für schöne Paragenesen aus Galenit, Chalkopyrit, Siderit und Sphalerit auf Quarz. Aus Bleialf bei Prüm stammen Bleierze wie Pyromorphit oder tafeliger Cerussit. Die ehemalige Bleierzmine ist als Besucherbergwerk eingerichtet. Klausen ist eine Gemeinde im Landkreis Bernkastell-Wittlich, der zur südlichen Eifel zählt. Von dort kommt schöner Bergkristall.

Chalkophyllit
Grube Gertrud

Malachit
Grube Gertrud

Aragonit
Grube Hoffnung

Chalkopyrit, Galenit
Quarz Grube Dorothea

Siderit, Galenit
Quarz Grube Dorothea

Cerussit tafelig
Bleialf

Bergkristall
Klausen
Hinweise: Es werden nur die bekanntesten Minerale einer Fundstelle genannt. Die abgebildeten Stücke stammen ausnahmslos aus alten Sammlungen, in überwiegender Zahl aus den Sammlungen Max Kern und Manfred Früchtl. Das Betreten der aktiven Steinbrüche ist ohne Genehmigung nicht erlaubt. Das Sammeln an den öffentlich zugänglichen Stellen ist meist aus Naturschutzgründen verboten.
























Thorit














Rutil, Sanidin




































