Eifel
Portrait
Schiefergebirge mit vulkanischen Zyklen
Region
Landkreise
Städte
Geologie

Abbau

Standpunkt
GPS

Minerale total
Typische Minerale

Rheinisches Schiefergebirge
Mayen-Koblenz, u.a.
Mendig, Mayen, u.a.
Schiefer, dazwischen Basalt, Bims, Tuff, Tephrit, Schlacke
vulkanische Gesteine s.o. (aktiv),
Schiefer (stillgelegt)
Wingertsbergwand (Foto)
50.38970° N, 7.27715° E

mind. 300 (Typlokalität: 22)
Sanidin, Pyroxene, Olivin, Nephelin, Magnetit, Haüyn, Tridymit, Topas
WingertsbergwandLupe
Lage, Geologie
Laacher See
Mendig
In den Dellen
Rothenberg
Nickenich
Ochtendung
Ettringen
Brenk
Üdersdorf
Hillesheim u.a.
Erzgänge
Beschreibung

Lage

Die Landschaft der Eifel besteht aus einem ursprünglichen Schiefergebirge westlich des Rheins und nördlich der Mosel. Es finden sich auch Sedimente aus verschiedenen Erdzeitaltern, da das Meer früher bis in die Eifel reichte. Ein höher gelegener, südlicher Teil der Eifel wird als Vulkaneifel bezeichnet. Dieser ist geprägt vom Vulkanismus, der vor 30 bis 40 Millionen Jahren seinen Höhepunkt hatte. Der nördlichste Teil der Eifel zählt bereits zu Nordrhein-Westfalen. Die Erzlagerstätten in NRW werden separat beschrieben.


Geologie und Geschichte


Vor 400 Millionen Jahren bestand das Gebiet aus Sandsteinen und Schiefer, die sich als Ablagerungen im ehemaligen Meer im Erdzeitalter Devon gebildet haben. Im Erdzeitalter Karbon falteten sich diese mächtigen Schichten zum Rheinischen Schiefergebirge auf. In der Triaszeit wurden die alten Schichten vom Buntsandstein überdeckt. Der Vulkanismus in der Eifel begann ungefähr vor 45 Millionen Jahren, aus dieser Zeit wurden bis zu 400 Vulkane nachgewiesen. Nach einer vorübergehenden Beruhigungsphase begann der zweite vulkanische Zyklus vor einer Million Jahre in der Osteifel. Der letzte Ausbruch des Laacher-See-Vulkans fand 11056 vor Christus stattfand. Mit 16 km³ und dem Wert 6 auf dem Vulkanexplosivitätsindex zählt dieser Ausbruch zum größten Ereignis in der jüngeren Erdgeschichte in Mitteleuropa.

An zahlreichen öffentlich zugänglichen Stellen kann man die Geschichte der Vulkane in der Eifel besonders gut beobachten. Am 200000 Jahre alten Schlackenvulkan Dachsbusch zwischen Glees und Wehr wurde durch den Schlackenabbau bis Ende der 1960er-Jahre die Dachsbuschfalte freigelegt. Während der Eiszeit gefroren die Schichten im Winter und tauten im Sommer wieder auf. Die mit Wasser gesättigten Schichten rutschten wie ein Brei bergab und erzeugten so das verzerrte Aussehen der Falte. Zu sehen sind vulkanische Bomben direkt im Gestein neben der Falte. Diese liegen auch im Gelände am Boden verstreut herum. In dem Naturschutzgebiet leben seltene Pflanzen und Insekten. In der 200 Meter daneben liegenden Sandgrube am Dachsbusch wurde früher Bims abgebaut. Die rötliche Schicht mit Hüttenberg-Bims ist darüber von einer dünneren, grauen Schicht mit Gleeser Bims bedeckt.



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Dachsbuschfalte mit verzerrten Schichten

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Vulkanische Bomben und Lapilli neben der Falte

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Lavabomben verteilt im Gelände

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Sandgrube am Dachsbusch: Zwei Bimsschichten

Sehr beeindruckend sind auch die Tuff-Felsen der ehemaligen Steinbrüche bei Weibern. Einer davon ist der im Wald gut versteckte Phonolithtuff-Steinbruch In den Lärchen. Etwas weiter links daneben befindet sich der mächtige Steinbruch Alter Berg und noch weiter vorne ein aktiver Steinbruch, in dem der Tuff heute noch abgebaut wird. Anhand der zurückbleibenden Formen lässt sich erahnen, wie die riesigen Tuffplatten herausgebrochen wurden. Schon seit der Römerzeit wird der Weiberner Tuff verwendet. Er ist bei Bildhauern beliebt, und selbst am Kölner Dom kann man Gewölbe und Skulpturen aus diesem Tuff finden.



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Ehemaliger Steinbruch „Alter Berg“ bei Weibern

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Detail aus dem Steinbruch mit Abbauspuren

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Alter Steinbruch „In den Lärchen“ bei Weibern

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Aktiver Steinbruch „Weiberner Tuff"

Die für Sammler interessanten Minerale aus der Eifel kommen zwar in großer Vielzahl vor, die Größe der Kristalle liegt aber meistens nur im Millimeter-Bereich. Viele füllen die Hohlräume ehemaliger Gasblasen; sie kommen aber auch eingewachsen im Gestein vor, wie zum Beispiel der blaue Haüyn, den man im Phonolith findet. Mindestens 300 Mineralarten sind nachgewiesen. Davon wurden 22 neu entdeckt, diese haben ihre Typlokalität in der Eifel.


Laacher See

Der Laacher See mit seinem Ringwall hat eine Fläche von 3,3 Quadratkilometer. Er stellt die mit Wasser aufgefüllte Caldera des letzten großen Ausbruchs 11056 vor Christus dar. Sie entstand beim Einsturz der Magmakammer. Im Gegensatz dazu sind die Maare in der Eifel durch gigantische Wasserdampexplosionen entstanden, in dem Moment, als das aufsteigende Magma auf Grundwasser traf. Das größte Maar in der Eifel ist übrigens das Pulvermaar bei Daun mit 700 Meter Durchmesser und einer Wassertiefe von bis zu 72 Metern. Der Waldsee, den man von der Teufelskanzlei am alten Vulkan Krufter Ofen erblicken kann, hat keinen natürlichen Ursprung, er ist ein von Menschenhand gegrabenes Loch zur Bimssteingewinnung, das später mit Wasser aufgefüllt wurde.

Weltberühmt ist die Abtei Maria Laach mit ihrem Kloster und der Klosterkirche, die bereits im Mittelalter gebaut wurde und als eines der bedeutendsten Bauwerke der romanischen Baukunst gilt. Heute zieht die Kirche mit ihrem Klostergarten, dem Restaurant und einer schönen Buchhandlung viele Touristen an. Einen sehr schöne Übersicht über den Laacher See erhält man vom Lydiaturm aus. Der 1927 erbaute und ursprünglich 16 Meter hohe Turm wurde 1986 um sieben Meter mit einem Holzgerüst auf 23 Meter aufgestockt, weil Bäume die Sicht versperrten. Beim Wandern um den Laacher See kann man bei den Mofetten sehen, wie Gasbläschen aus dem Untergrund im See aufsteigen.



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Romanische Klosterkirche in Maria Laach

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Laacher See mit Maria Laach vom Lydiaturm aus

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Lydiaturm mit aufgesetztem Holzgerüst

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Aufsteigende Gasblasen bei den Mofetten
 
Mendig

Der bekannteste Anlaufpunkt in der Eifel für geologische Interessierte ist die Stadt Mendig. Dies liegt vor allem daran, dass dort mehrere spektakuläre Natursehenwürdigkeiten anzutreffen sind. Hauptattraktion ist der Mendiger Lavakeller, in dem früher unterirdisch Basaltlava zur Gewinnung von Mühlsteinen abgebaut wurde. Ursprünglich erstreckte sich der unterirdisch geschaffene Hohlraum auf einer Fläche von 2,6 km². Heute kann ein kleiner Teil davon besucht werden. Der Lava-Dome wird von der Deutschen Vulkanologischen Gesellschaft geführt. In diesem Museum werden der Vulkanismus und die Abbaumethoden anschaulich präsentiert. Auch eine Mineraliensammlung ist enthalten. Weiter hinten an der Straße gelangt man zu einer kleinen Freilicht-Ausstellung, in der Geräte und Werkzeuge des Abbaus öffentlich zugänglich sind, zum Beispiel auch ein Göpelwerk zur Nutzung der Pferdekraft.

Die Basaltsäulen im Lavakeller erreichen einen Durchmesser von bis zu drei Metern. Aus diesen Säulen schnitt man die Mahlsteine quer heraus und verkaufte sie in ganz Europa. Die Mahlsteine nutzten sich zwar ab, aber man brauchte sie nie zu schleifen, weil sie sich aufgrund des scharfen und leicht porösen Materials von selbst nachschärfen. Nach dem Ende des Abbaus dienten die unterirdischen Räume im Lavakeller im 19. Jahrhundert aufgrund ihrer gleichbleibenden Temperatur von 6 bis 8° C für die Lagerung und Herstellung von Bier. Aus diesem Grund waren in der Vergangenheit bis zu 35 Brauereien in Mendig aktiv.



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Mendiger Lavakeller mit erhaltenen Basaltsäulen

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Alte Mühlsteine aus Mendiger Basalt

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Vulkan-Museum im Hof Michels, Eingang zum Lavakeller

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Lava-Dome: Museum zur Vulkanologie in Mendig

Eine weitere große Attraktion bei Mendig stellt die Wingertsbergwand dar. Die Felswand aus Bims und Tuff ist bis zu 60 Meter hoch und 300 Meter breit. Auf dem Wingertsberg wurden früher Reben angebaut. Im Zuge der Schlackengewinnung baute man diesen fast vollständig ab. Im Steinbruch Wingertsberg sieht man die unter dem Bims liegenden Schichten: Zwei Lavaströme sind durch eine rote Schicht mit Eisenoxiden abgetrennt. Der obere Lavastrom besteht aus porösem Basalt, der für die Mühlsteine geeignet ist und heute für Platten, Mauern oder Gartensplit verwendet wird. Der untere Lavastrom enthält Hartbasalt, der für Schotter und Pflastersteine abgebaut wird.

Die Wingertsbergwand ist ein Rest der Bimsschicht, die beim letzten Ausbruch des Laacher-See-Vulkans abgelagert wurde. Die Bänder entstanden durch die veränderten Bedingungen während des Ausbruchs. Als der Vulkanschlot kollabierte und pyroklastische Ströme entstanden, wurde devonischer Schiefer mitgerissen, der an den dunkleren Bändern zu erkennen ist. Diese sind stark verdichtet und machen die Wand stabil, sie bestehen aus Tuff.



Lupe
Stbr. Wingertsberg mit Krufter Ofen rechts hinten

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Zwei Lavaströme durch rote Eisenoxid-Schicht getrennt

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Wingertsbergwand vom oberen Aussichtspunkt

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Dunkle Tuff-Schicht über heller Bims-Schicht
 
Steinbruch In den Dellen

Der bei Sammlern bekannteste Steinbruch bei Mendig (früher „Niedermendig“) ist unter der Bezeichnung In den Dellen bekannt (heute „Grube Zieglowski“). Diese berühmte Fundstelle zog früher Generationen von Sammlern an. Heute darf der Steinbruch nicht mehr ohne Genehmigung betreten werden. Die begehrten Micromounts befinden sich in den Hohlräumen der vulkanischen Auswürflinge oder in den Kristallzwickeln anderer Mineralien. Sie sind oft nur mikroskopisch klein und gerade die seltenen Minerale werden oft übersehen. Das berühmteste Mineral von dort ist der saphirblaue Haüyn, der nach Abbé Rene Just Haüy benannt ist. Die klaren Kristalle werden zu Edelsteinen verschliffen. Aus dem Steinbruch stammt auch der schönste Titanit der Eifel, der dort honiggelbe Kristalle bildet. Der Zirkon bildet kurz- bis langsäulige dipyramidale Kristalle oder sogar bäumchenartige Strukturen. Er erscheint meist weiß bis gelblich. Selten sitzen darauf – oder auch auf anderen Mineralen – winzige, oktaedrische Kristalle von roter oder rotoranger Farbe. Hierbei handelt es sich um ein Mineral aus der Pyrochlor-Gruppe. Der unten abgebildete, dunkelrote Pyrochlorkristall ist noch mit Kugeln aus einem vulkanischen Glas überzogen. Selten zu finden sind das Zirkonoxid Baddeleyit, der Låvenit oder das Thoriummineral Thorit. Auch Minerale der Seltenen Erden kommen vor, zum Beispiel Fergusonit-(Y) oder Allanit-(Ce).


Augit
Augit

Mendig
Biotit
Biotit

Mendig
Hauyn
Haüyn

Mendig
Hauyn
Haüyn

Mendig
Lavenit
Låvenit

Mendig
Magnetit
Magnetit

Mendig
NephelinNosean
Mendig
Pyrochlor
Pyrochlor

Mendig
Pyrochlor
Pyrochlor

Mendig
Pyroxen
Pyroxen

Mendig
Thorit
Mendig

Titanit

Mendig

Titanit

Mendig

Titanit

Mendig

Zirkon

Mendig

Zirkon

Mendig


Bell

Auch in der näheren Umgebung von Mendig konnte man früher fast überall gute Funde machen, zum Beispiel im Steinbruch Rothenberg bei Bell westlich von Maria Laach. Der Apatit kommt dort in hexagonalen Säulen oder im nadeligen Habitus vor. Er ist häufig mit Nephelin vergesellschaftet. Eine Rarität stellt der Fayalit dar, der meist dunklere Kristalle nach dem orthorhombischen System bildet.


Augit
Apatit

Rothenberg
NephelinNephelin, Apatit
Rothenberg
Fayalit
Fayalit

Rothenberg


Nickenich

Östlich vom Mendig liegt die Gemeinde Nickenich. Die im neoromanischen Stil errichtete Pfarrkirche St. Arnulf wurde im 19. Jahrhundert aus dunklem Basalt und hellem Tuffstein erbaut. Der spitze romanische Turm aus dem 12. Jahrhundert ist erhalten geblieben. Auch im Ortszentrum kann man viele Häuser mit diesem Material sehen.



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Blick auf Nickenich mit Pfarrkirche St. Arnulf

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St. Arnulf, erbaut mit Steinen aus der Eifel

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Steinbruch am Nickenicher Weinberg

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Steinbruch am Nickenicher Sattel

Bei Nickenich sind zwei Steinbrüche von mineralogischer Bedeutung, die beide für die Öffentlichkeit gesperrt sind: Der Steinbruch Nickenicher Sattel (oder Eicher Sattel) liegt im Norden der Gemeinde, dort wurden nadeliger Aragonit, das Calciumhydroxid Portlandit in sechseckig-tafeligen Prismen oder Sodalith in winzigen, weißen Kristalle gefunden. Der Nickenicher Weinberg (oder Sattelberg) liegt südlich von Nickenich. Bei diesem befindet sich eine große Grube, die im Tagebau betrieben wird und in dem Schlacken und Tuffmaterial abgebaut werden. Dort wurde zum Beispiel bräunlicher Andradit, ein Mineral aus der Granat-Gruppe, gefunden. Speziell sind die Wachstumsformen des Hämatits, der auch nadel- bis bäumchenartig auftreten kann. Bei den gelborangen, nadelförmigen Kristallen, die sehr häufig auftreten, handelt es sich um ein unbestimmtes Mineral aus der Amphibol-Supergruppe. Der Rhönit bildet dunkelrote Kristalle, die nach dem triklinen System kristallisieren. Der Cordierit ist an den rotbraunen Prismen zu erkennen. Der Osumilith-(Mg) bildet blaue, prismatische Kristalle.


Amphibol
Amphibol

Nickenich
Andradit
Andradit

Nickenicher Weinberg
Aragonit
Aragonit

Nickenicher Sattel
Cordierit
Cordierit

Nickenicher Weinberg
Hämatit
Hämatit

Nickenicher Weinberg
Hämatit nadelig
Nadeliger Hämatit

Nickenicher Weinberg
Osumilith-(Mg)
Osumilith-(Mg)

Nickenicher Weinberg

Portlandit

Nickenicher Sattel

Rhönit

Nickenich

Sodalith

Nickenicher Sattel


Ochtendung

Nördlich von Ochtendung liegen die nicht öffentlich zugänglichen Steinbrüche Wannenköpfe, Eiterköpfe und Langenberg. Im Steinbruch Wannenköpfe wurde früher an einer bestimmten Stelle der sehr seltene und bei Sammlern enorm begehrte Jeremejewit gefunden. Das harte Aluminiumborat bildet – meist nur mikroskopische kleine – blaue bis fast farblose Kristallbüschel. Der Topas kommt in farblosen, klaren Kristallen vor, die im langprismatischen bis nadeligen Habitus auftreten. Topas ist beim Steinbruch in den Basaltschlacken recht häufig anzutreffen, er ist gerne mit dem Feldspat Sanidin vergesellschaftet. Das Magnesiumsilicat Enstatit erscheint in gelborangen, durchscheinenden bis fast klaren Kristallen. Die Fundstelle liefert einmalig schöne Micromounts, zum Beispiel Hämatit, der mit Cristobalit überzuckert ist, oder auch Fayalit, Mullit, Pseudobrookit, Nephelin, Pyroxene, Rhönit und Tridymit. Der Rutil kommt in der Eifel eher selten vor, er bildet orangerote Nadeln.


Enstatit
Stbr. Wannenköpfe

von der L98 aus
Enstatit
Stbr. Eiterköpfe

Richtung Nordwest
Enstatit
Enstatit

Wannenköpfe
Hauyn
Jeremejewit

Wannenköpfe

Mullit

Wannenköpfe

Nephelin

Wannenköpfe
Rutil, Sanidin
Wannenköpfe

Topas, Sanidin

Wannenköpfe

Topas

Wannenköpfe

Tridymit

Wannenköpfe


Ettringen

Die vielleicht besten Funde der Eifel wurden früher im Steinbruch am Bellerberg östlich am Ortsrand von Ettringen gemacht. Die Minerale befinden sich entweder als Einschlüsse im Gestein oder sie wachsen in Hohlräumen, zum Beispiel Braunit, kugeliger Fluorit, würfelig bis tafelig gelber Gehlenit, Hydrocalumit, Gismondin, Jennit, Magnetit, Phlogopit, blauvioletter Saphir, sowie verschiedene Amphibole und Pyroxene. Der Mullit bildet weiße oder violette Kristallbüschel. Der Zirkon vom Bellerberg ist begehrt, wenn er lachsfarben oder als „Bäumchen“ ausgebildet ist. Der Titanit zeigt federartiges Wachstum, der Topas kommt in nadeligen oder langprismatischen Kristallbüscheln vor. Der Ettringer Bellerberg ist Typlokalität für zahlreiche Minerale wie Bellbergit, Eifelit, Ettringit, Osumilith-(Mg) oder Phillipsit. Speziell ist auch das Vorkommen einiger Minerale, die nur bei sehr hohen Temperaturen entstehen: Cristobalit und Tridymit sind Quarz-Hochtemperaturmodifikationen, während der Sanidin die entsprechende Modifikation des Feldspats darstellt. Der Spinell kommt rosafarben transparent oder schwarz vor. Die oft farbig angelaufenen Oktaeder sind winzig klein.


leer
Bellerberg

bei Ettringen
Bellbergit
Bellbergit
TL
Bellerberg
Bleiglanz
Braunit

Bellerberg
Calcit
Calcit

Bellerberg
Cristobalit
Cristobalit

Bellerberg
Cristobalit
Cristobalit

Bellerberg
Eifelit
Eifelit
TL
Bellerberg
Ettringit
Ettringit
TL
Bellerberg
Ettringit
Ettringit
TL
Bellerberg
Fluorapatit
Fluor-Apatit

Bellerberg
Gehlenit
Gehlenit

Bellerberg
Gismondin
Gismondin

Bellerberg
Hydrocalumit
Hydrocalumit

Bellerberg
Jennit
Jennit

Bellerberg
Magnetit
Magnetit

Bellerberg
Melanit
Melanit

Bellerberg
Mullit
Mullit

Bellerberg
Osumilith
Osumilith
TL
Bellerberg
Phlogopit
Phillipsit
TL
Bellerberg
Phlogopit
Phlogopit

Bellerberg

Sanidin, Pyroxen

Bellerberg

Saphir

Bellerberg

Spinell

Bellerberg

Spinell

Bellerberg

Thaumasit

Bellerberg

Topas

Bellerberg

Tridymit

Bellerberg

Tridymit

Bellerberg

Tridymit

Bellerberg

Wollastonit

Bellerberg

Zirkon

Bellerberg

Zirkonbäumchen

Bellerberg


In den Steinbrüchen am Hochsimmer und bei St. Johann westlich von Ettringen wurde Hochquarz in spitz zulaufenden Kriställchen gefunden. Die Hochsimmerbrüche befanden sich am Westhang des alten Vulkankegels, der heute im oberen Bereich vollständig von Wald bewachsen ist. Die Hochquarze in den Sammlungen stammen wohl meistens aus den Tuff- und Basaltbrüchen In der Ahl bei St. Johann. Da es südlich vom Hochsimmer mehrere Steinbrüche hat, sind die Stücke oft mit der allgemeinen Bezeichnung „Hochsimmer“ gekennzeichnet. Vom 18 Meter hohen Hochsimmerturm aus hat man einen tollen Panoramablick in die Eifel und auch in das Rheinland bis Andernach. Außerdem sieht man Ettringen mit dem dahinter liegenden Bellerberg von einer erhöhten Perspektive.



Hochsimmer

Vulkankegel

Ettringer Bellerberg

vom Hochsimmerturm

Blick nach Andernach

vom Hochsimmerturm

Hochquarz

„Hochsimmer“


Brenk

Der Phonolith-Steinbruch am Schellkopf bei Brenk ist nicht offen zugänglich. Er befindet sich – durch den Wald gut versteckt – mitten im Gipfelbereich des Schellkopfs. Von der Rückseite hat man einen tollen Ausblick Richtung Norden. Man erblickt in einiger Entfernung die Burg Olbrück mit ihrem 34 Meter hohen und noch erhaltenen Hauptturm. Die mittelalterliche Burgruine steht auf einem typischen Phonolithkegel.



Lupe
Blick auf den Schellkopf von Süden

Lupe
Versteckter Steinbruch im Gipfelbereich

Lupe
Blick vom Schellkopf nach Norden auf die Burg Olbrück

In den Hohlräumen des Phonoliths am Schellkopf sind in bestimmten Bereichen Zeolithe enthalten, die hydrothermal entstanden sind. Darauf können wiederum Minerale sitzen, die sich später herausbildeten, zum Beispiel Calcit in klaren Skalenoedern. Im Steinbruch kommen die Minerale Brenkit, Nosean und Vandermeerscheit in der Typlokalität vor. Der Gonnardit bildet kugelige oder büschelige Aggregate. Ein Gonnardit kann mit dem Paranatrolith verwechselt werden. Das Zeolith wandelt sich an der Luft unter Wasserabgabe zu „Tetranatrolith“ um, der heute nicht mehr als eigenständiges Mineral gilt und dem Gonnardit zugeordnet wird. Der Ettringit zeigt pseudohexagonale Kristalle. Es werden auch klare Kristalle von Phillipsit-K oder Phillipsit-Na gefunden. Weitere typische Minerale aus dem Steinbruch sind zum Beispiel Analcim, Chabasit-Ca, Thaumasit, Thomsonit-Ca oder Zeophyllit.


Brenkit
Analcim

Schellkopf
Brenkit
Brenkit
TL
Schellkopf
Calcit
Calcit

Schellkopf

Chabasit-Ca

Schellkopf

Ettringit

Schellkopf

Gonnardit

Schellkopf

Gonnardit

Schellkopf
Phillipsit
Phillipsit

Schellkopf

Zeophyllit

Schellkopf


Üdersdorf

Weiter westlich in der Eifel liegen die Steinbrüche Löhley und Emmelberg bei Üdersdorf. Auch diese Steinbrüche waren früher sehr ergiebige Quelle für Eifelmineralien. Der sehr seltene Lileyit ist nach dem Steinbruch Löhley benannt. Eine Rarität stellt auch das Barium-Titan-Mineral Barytolamprophyllit dar, das braune, tafelige Kristalle ausbildet. Das Mischmineral Melilith bildet ganze Rasen mit orangefarbenen Kristallen. Dazwischen findet sich auch nadeliger Apatit oder klarer Nephelin in hexagonalen Prismen. Das Titanmineral Perowskit ist für seine skelettartigen Strukturen bekannt. Pseudobrookit ist ebenfalls ein Titanmineral. Die schwarzen Kristalle sitzen oft auf dem Feldspat Sanidin. Man erkennt sie – zur Unterscheidung von einem Pyroxen – an dem hohen Metallglanz. Man findet zum Beispiel auch klaren, farblosen bis gelben Leucit, Roedderit, Sillimanit oder auch das Kupfer-Vanadium-Mineral Volborthit. Der Porricin ist eine nadelige Varietät des Minerals Aegirin-Augit, das zu den Pyroxenen gehört.


Leucit
Leucit

Emmelberg
Lileyit
Lileyit
TL
Löhley
Perowskit
Perowskit

Löhley
Porricin
Porricin

Emmelberg
Pseudobrookit
Pseudobrookit

Emmelberg
Pyroxen
Pyroxen

Üdersdorf

Roedderit

Emmelberg

Roedderit

Emmelberg

Roedderit

Emmelberg

Sanidin

Emmelberg

Sillimanit

Emmelberg

Volborthit

Emmelberg


Hillesheim

Der heute aufgelassene Steinbruch Arensberg bei Hillesheim lieferte Zeolithe in prächtigen Aggregaten. Der Natrolith kann mit den ebenfalls vorkommenden Mineralen Mesolith und Skolezit verwechselt werden. Der Thomsonit-Ca kommt in Kristallen vor, die radialstrahlig oder kugelig angeordnet sein können. In den grauen Basaltdrusen sitzen die Kristalle häufig auf Phillipsit-Ca. Calcit bildet Skalenoeder oder auch andere Kristallformen wie in der Ausbildung „Kanonenspat“ oder Rhomboeder. Der rhomboedrische Chabasit kann mit dem Calcit verwechselt werden. Von Arensberg stammt auch Tobermorit in weißen Kugelaggregaten. Dieses Mineral ist schwer vom ähnlichen Tacharanit zu unterscheiden, der sich an der Luft zu Tobermorit (und Gyrolith) umwandelt und Mischkristalle bildet. Die hier abgebildeten Stücke verlassen sich auf die Zuordnung des 2020 verstorbenen Sammlers Max Kern, der diese Stücke selbst gesucht hat. Der Thaumasit bildet feine Nadeln. Gismondin-Ca erkennt man leicht an den typischen, fast klaren Kristallen.


Calcit
Calcit

Arensberg
Calcit
Calcit

Arensberg
ChabasitChabasit
Arensberg
Gismondin
Gismondin

Arensberg
Natrolith
Natrolith

Arensberg

Tacharanit

Arensberg

Thaumasit

Arensberg

Thomsonit-Ca

Arensberg

Thomsonit-Ca

Arensberg

Tobermorit

Arensberg


Der Steinbruch Stolz bei Hillesheim ist bei den Sammlern auch unter den Bezeichnungen „Graulai“, „Graulei“ oder „Graulay“ bekannt. Von dort stammt sehr schöner Alumohydrocalcit in weißen, büscheligen Aggregaten die auf anderen Mineralen sitzen. Auch nadeliger Apatit, tafeliger Batisit, Gonnardit, Nephelin, Phillipsit, Pyroxen, Thomsonit oder Perowskit in bizarren Skelettaggregaten werden neben den anderen typischen Eifelmineralen gefunden.


Batisit
Batisit

Graulai
Gonnardit
Gonnardit

Graulai
Perowskit
Perowskit

Graulai
Thomsonit
Thomsonit

Graulai



Weitere Fundstellen in der Vulkaneifel

Aus dem Steinbruch Wartgesberg bei Strohn ist klarer Osumilith-(Mg) oder grüner Forsterit bekannt. Bei dem früher als „Kaersutit“ bezeichneten Amphibol aus der Lavagrube am Radersberg bei Dreis-Brück handelt es sich nach neueren Untersuchungen um Oxo-Magnesio-Hastingsit. Typisch sind die Olivinbomben vom Dreiser Weiher westlich von Dreis-Brück. Im Steinbruch Hannebacher Ley bei Hannebach wird der seltene, gipsähnliche Hannebachit in der Typlokalität gefunden.


Osumilith-(Mg)
Osumilith-(Mg)

Wartgesberg
Fluorit
Forsterit

Wartgesberg
Olivin
Olivin

Dreiser Weiher

Hannebachit
TL
Hannebacher Ley


Erzgänge in der nördlichen und südlichen Eifel

Die Erzgänge im Norden von Rheinland-Pfalz zählen geographisch zur nördlichen Eifel, geologisch grenzt das Gebiet aber schon an die Erzgänge in Nordrhein-Westfalen. Die ehemalige Grube Gertrud bei Antweiler liegt noch in Rheinland-Pfalz, dort wurden Kupferminerale wie Chalkophyllit oder Malachit gefunden. Die Grube Hoffnung bei Ahrbrück ist für Aragonit in der Varietät „Eisenblüte“ bekannt. Die Grube Dorothea im Landkreis Ahrweiler ist bekannt für schöne Paragenesen aus Galenit, Chalkopyrit, Siderit und Sphalerit auf Quarz. Aus Bleialf bei Prüm stammen Bleierze wie Pyromorphit oder tafeliger Cerussit. Die ehemalige Bleierzmine ist als Besucherbergwerk eingerichtet. Klausen ist eine Gemeinde im Landkreis Bernkastell-Wittlich, der zur südlichen Eifel zählt. Von dort kommt schöner Bergkristall.


Chalkophyllit
Chalkophyllit

Grube Gertrud
Malachit
Malachit

Grube Gertrud
Aragonit
Aragonit

Grube Hoffnung
Siderit, Galenit, Quarz
Siderit, Galenit
Quarz
 Grube Dorothea


Hinweise: Es werden nur die bekanntesten Minerale einer Fundstelle genannt. Die abgebildeten Stücke stammen ausnahmslos aus alten Sammlungen, in überwiegender Zahl aus den Sammlungen Max Kern und Manfred Früchtl. Das Betreten der aktiven Steinbrüche ist ohne Genehmigung nicht erlaubt. Das Sammeln an den öffentlich zugänglichen Stellen ist meist aus Naturschutzgründen verboten.

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