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  Ammoniaklösung   NH3 • aq

 
Teflonverschluss

  
  
  



  
Farblose Flüssigkeit   
   
Vorkommen   
Bei Fäulnis stickstoffhaltiger organischer Substanzen
Molmasse  17,031 g/mol (NH3  
  

  


AGW (NH3 20 ml/m3 A (TRGS 900)  
Dichte (25%)  0,91 g/cm3  
Dichte (10%)  0,96 g/cm3  
Wasserlöslichkeit NH3 (alkalisch)   
in jedem Verhältnis mischbar
Piktogramme  
GHS 05  
GHS 07  
GHS 09  
Gefahr
Gefahrenklassen + Kategorie  
  
Ätz/Reizwirkung auf die Haut 1B 
Spez. Zielorgantox. Atemwege 3 
Gewässergefährdend akut 1
HP-Sätze (siehe Hinweis) 
H 314, 335, 400  
P 260, 273, 280.1-3+7, 303+361+353, 304+340, 305+351+338, 310  
Entsorgung 
Etikett drucken Deutscher Name Englischer Name
CAS 1336-21-6 Ammoniaklösung Ammonium hydroxide
  
Bemerkung für Schulen: Für Schülerversuche sollte höchstens die 10%ige Ammoniaklösung verwendet werden. Das Tragen einer Schutzbrille ist obligatorisch, beim Arbeiten mit der konzentrierten Ammoniaklösung durch Lehrkräfte müssen auch geeignete Schutzhandschuhe getragen werden.
  
 
Eigenschaften 
  
Die wässrige Lösung von Ammoniakgas wird auch Ammoniakwasser oder Salmiakgeist genannt. Sie riecht stechend nach Ammoniak und reizt Schleimhäute und Augen. Lässt man die Lösung längere Zeit an der Luft offen stehen, entweicht allmählich das gesamte Ammoniakgas. In höherer Konzentration kann eingeatmetes Ammoniak tödlich wirken. Dasselbe gilt auch für die Aufnahme von drei bis fünf Milliliter konzentrierter Ammoniaklösung in den Magen. In der Schule und im Labor sind die 10%ige und die 25%ige Lösung gebräuchlich:


Konzentration
Massenprozent
Konzentration
Stoffmenge
Bezeichnung

Dichte
bei 20°C
25 % 13,30 mol/l
"konzentriert" 0,906 g/cm3
10 % 5,62 mol/l "verdünnt" 0,957 g/cm3
3 % 1,74 mol/l "verdünnt" 0,985 g/cm3


Die wässrige Ammoniaklösung reagiert alkalisch und wirkt in höheren Konzentration stark ätzend. Mit Säuren bilden sich Ammoniumsalze. Hält man eine offene Flasche mit konzentrierter Salzsäure an eine offene Flasche mit konzentrierter Ammoniaklösung, bildet sich ein weißer Rauch aus Ammoniumchlorid
  
  
NH3  +  HCl   NH4Cl  
  
  
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Gießt man Ammoniaklösung und Salzsäure nebeneinander
in eine Schale, bildet sich ein weißer Rauch.

Film erhältlich auf >DVD
   
  
Herstellung 
  
Der Ausgangsstoff ist zunächst Ammoniak. Die großtechnische Herstellung dieses Gases erfolgt hauptsächlich durch das Haber-Bosch-Verfahren 
  
Im Labor erhält man Ammoniak durch das Erhitzen eines Gemisches aus Calciumhydroxid und Ammoniumchlorid  
  
2 NH4Cl  +  Ca(OH)2   CaCl2  +  2 NH3  +  2 H2  
   
Das entstehende Ammoniak wird in Wasser geleitet, worin es sich begierig löst. Beim Springbrunnenversuch wird ein Rundkolben mit Ammoniak gefüllt. Nach dem Verschließen des Kolbens mit einem Stopfen, der mit einer nach innen ragenden Glasdüse versehen ist, hält man den Kolben in eine Schale mit Wasser. Dem Wasser ist ein Indikator zugesetzt, beispielsweise Universalindikatorlösung. Nach einer Weile wird das Wasser in den Kolben schlagartig hineingesaugt und es entsteht ein Springbrunnen. Die Universalindikatorlösung färbt sich blau. Durch die Aufnahme eines Protons wird das Ammoniak-Molekül zu einem positiv geladenen Ammonium-Ion, es fungiert dabei als Base. Das Wasser-Molekül wird durch die Abgabe des Protons zu einem negativ geladenen Hydroxid-Ion.
    
 
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Verwendung 
  
In den Drogerien ist eine etwa 10%ige Lösung als Salmiakgeist erhältlich, die zum Fensterputzen dient und auch hartnäckigen Schmutz entfernt. In Glasreinigungsmitteln ermöglicht die Ammoniaklösung eine schlierenfreie Reinigung auf der Glasoberfläche. Der Geruch nach Ammoniak soll auch Wespen vertreiben können. 
  
In der Industrie wird verzinkter Stahl vor dem Lackieren mit Ammoniaklösung behandelt. Dies ermöglicht eine bessere Haftfähigkeit der Farben und Lacke. Ammoniaklösung wird auch zum Bleichen und bei Färbeprozessen eingesetzt. Früher kam sie bei Architekten als Entwickler für das Lichtpausverfahren zum Einsatz. Rettungssanitäter benützen zum Aufwecken aus einer Ohnmacht Riechstäbchen mit einer verdünnten Ammoniaklösung. Das Stäbchen wird nur für kurze Zeit an die Nase gehalten. 
 
    
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