Methylalkohol CH3OH
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Farblose, leicht bewegliche
Flüssigkeit
Vorkommen
Heracleum-Früchte,
Gräser,
Baumwollpflanzen, etherische
Öle |
Molmasse
32,042 g/mol
AGW
200 ml/m3 (TRGS 900)
Dichte 0,7914
g/cm3
Schmelzpunt
-97,53 °C
Siedepunkt
+64,6 °C
Wasserlöslichkeit
vollst. mischbar
Explosionsgrz.
6 - 50 Vol.-% (Luft)
Flammpunkt
+9 °C
Zündpunkt
+440 °C |
Piktogramme
GHS 02
GHS 06
GHS 08
Gefahr |
Gefahrenklassen
+ Kategorie
Entzündbare Flüssigkeiten
2
Akute Toxizität oral
3
Akute Toxizität dermal
3
Akute Toxizität inhalativ
3
Spez. Zielorgan-Toxizität
e. 1 |
HP-Sätze
(siehe auch Hinweis)
H 225,
301, 311,
331, 370
P 210,
261, 280.1-3+7,
301+310,
307+311,
403+233
Entsorgung
G 1 |
| Etikett
drucken |
Dt. Bezeichnung
Synonyme (deutsch) |
Engl. Bezeichnung
Synonyme (engl.) |
| CAS
67-56-1 |
Methylalkohol
Methanol |
Methylic alcohol
Methanol |
| Bemerkung
für Schulen: Nur erfahrene Praktikumsteilnehmer sollten mit diesem
Stoff arbeiten. Auf jeden Fall sind die Sicherheitsvorkehrungen einzuhalten. |
Wirkung auf den menschlichen Körper
Methylalkohol hat einen
brennenden Geschmack. Die Flüssigkeit und die Dämpfe verursachen
Schädigungen im Zentralnervensystem. Durch die Aufnahme von Methylalkohol
kann es zu einer Schädigung der Sehnerven mit Erblindung kommen. Nieren,
Herz, Leber und andere Organe werden ebenfalls geschädigt. Die Vergiftungssymptome
äußern sich zunächst in Bauchkrämpfen, Schwindel,
Kopfschmerzen, Übelkeit und Schwächeanfällen, später
treten Sehstörungen, Atemnot und Bewusstlosigkeit auf. Die tödliche
Dosis liegt zwischen 5 und 100ml Methylalkohol.
Methylalkohol ist wesentlich
toxischer als Ethylalkohol
Eigenschaften
Methylalkohol ist der
einfachste, einwertige Alkohol,
er besitzt nur eine OH-Gruppe, bzw. Hydroxy-Gruppe. Er ist leicht
entzündbar, mit Luft bilden sich explosionsfähige Gemische (s.o.).
Aufgrund der Polarität der Hydroxy-Gruppe ist Methylalkohol sehr gut
wasserlöslich, wobei er Benzin nicht löst (vgl. mit Ethanol).
In Ethylalkohl und Diethylether löst er sich gut. Er verbrennt mit
bläulicher Flamme zu Kohlenstoffdioxid und
Wasserdampf.
Methylalkohol lässt
sich zu Formaldehyd (Methanal) oder Ameisensäure
(Methansäure) oxidieren, z.B. mit Kupferoxid.
Mit Ammoniak (NH3) erhält man
Methylamin (CH3-NH2), einen wichtigen Rohstoff zur
Herstellung von Farbstoffen, Medikamenten
und Pflanzenschutzmitteln:
CH3-OH + NH3
---Druck, 400 °C, Al2O3---> CH3-NH2
+ H2O |
Herstellung
Früher wurde Methylalkohol
durch die trockene Destillation von Holz gewonnen. Im Holzdestillat befanden
sich ca. 1,5 - 3 % Methylalkohol, 10 % Essigsäure,
0,5 % Aceton, Essigsäuremethylester, Acetaldehyd,
Holzteer und ein Gasgemisch aus Wasserstoff,
Kohlenstoffmonoxid und Ethen. Heute erfolgt
die Gewinnung hauptsächlich in einer exothermen Gleichgewichtsreaktion
aus Synthesegas bei 400°C
und 200 bar mit Hilfe eines ZnO/Cr2O3-Katalysators:
CO + 2 H2
CH3OH DHR
= -119 kJ/mol |
Verwendung
Die chemische Industrie
benötigt Methanol zur Herstellung von Formaldehyd
(Methanal), Methylamin (s.o.) und Ether, sowie
für andere organische Produkte. Methylalkohol eignet sich auch als
Lösungsmittel für Lacke und Firnisse oder als Treibstoff und
Benzinersatz. Früher wurde er als Raketentreibstoff verwendet. Heute
wird er in der Weltraumfahrt zur Füllung von Brennstoffzellen benötigt. |
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