Methylalkohol, Methanol
CH3OH
CAS 67-56-1

Methylalkohol
Methanol
Methylic alcohol
Methanol
32,042 g/mol

200 ml/m3 (TRGS 900)
0,7909 g/cm3
−97,5 °C
+64,5 °C
vollständig mischbar
1,3288
6 bis 36 Vol.-% (Luft)
+11 °C
+464 °C

Strukturformel Methanol

Farblose, leicht bewegliche Flüssigkeit 



Flasche


Gefahrenklassen + Kategorie
Entzündbare Flüssigkeiten 2
Akute Toxizität oral 3
Akute Toxizität dermal 3
Akute Toxizität inhalativ 3
Spez. Zielorgan-Toxizität e. Augen 1
Piktogramme

GHS 02
GHS 06
GHS 08
Gefahr
Seite oben Spezielle Bemerkungen für die Schule
Das Arbeiten mit dem leicht entzündbaren und toxischen Methylalkohol ist nur für erfahrene Praktikumsteilnehmer geeignet. Offene Flammen sind problematisch, da der Alkohol leicht verdampft. Das Arbeiten erfolgt in einem geeigneten und ständig laufenden Abzug. Wird in einem weitgehend geschlossenen System mit Kleinmengen gearbeitet, dann ist ein Abzug nicht unbedingt notwendig, es muss aber dann eine dauerhaft laufende Raumlüftung vorhanden sein. Schutzbrille und Schutzhandschuhe aus Neopren, Vinyl oder Fluorkautschuk sind notwendig.
Seite oben Eigenschaften
Wirkung auf den menschlichen Körper

Methylalkohol hat einen brennenden Geschmack. Die Flüssigkeit und die Dämpfe verursachen Schädigungen im Zentralnervensystem. Durch die Aufnahme von Methylalkohol kann es zu einer Schädigung der Sehnerven mit Erblindung kommen. Nieren, Herz, Leber und andere Organe werden ebenfalls geschädigt. Die Vergiftungssymptome äußern sich zunächst in Bauchkrämpfen, Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit und Schwächeanfällen, später treten Sehstörungen, Atemnot und Bewusstlosigkeit auf. Die tödliche Dosis liegt zwischen 5 und 100 Milliliter Methylalkohol. 

Ethanol und Methanol

Methylalkohol ist im Vergleich zum Ethylalkohol toxisch.

Chemisch-physikalische Eigenschaften


Methylalkohol kommt in der Natur häufig vor, man findet ihn zum Beispiel in den Heracleum-Früchten, in einigen Gräsern, in den Baumwollpflanzen oder als Bestandteil etherischer Öle. Er ist der einfachste, einwertige Alkohol, er besitzt nur eine OH-Gruppe (Hydroxy-Gruppe). Er ist leicht entzündbar, mit Luft bilden sich explosionsfähige Gemische. Aufgrund der Polarität der Hydroxy-Gruppe ist Methylalkohol sehr gut wasserlöslich. Im Gegensatz zum Ethylalkohol löst er Benzin nicht. In Ethylalkohl und Diethylether löst er sich wiederum gut. Er verbrennt mit bläulicher, kaum sichtbarer Flamme zu Kohlenstoffdioxid und Wasserdampf.   

Flammen: Methanol und Ethanol

Flammen beim Verbrennen von Methylalkohol (links) und Ethylalkohol (rechts).

Methylalkohol lässt sich zu Formaldehyd (Methanal) oder Ameisensäure (Methansäure) oxidieren, beispielsweise mit Kupferoxid. Mit Ammoniak NH3 erhält man unter Druck bei 400 °C und bei Vorliegen eines Aluminiumoxid-Katalysators Methylamin  CH3-NH2, das ein wichtiger Rohstoff zur Herstellung von Farbstoffen, Medikamenten und Pflanzenschutzmitteln ist:   

CH3-OH  +  NH3 reagiert zu   CH3-NH2  +  H2O
Seite oben Herstellung
Früher wurde Methylalkohol durch die trockene Destillation von Holz gewonnen. Im Holzdestillat befanden sich 1,5 bis 3 Prozent Methylalkohol, 10 Prozent Essigsäure, 0,5 Prozent Aceton, Essigsäuremethylester, Acetaldehyd, Holzteer und ein Gasgemisch aus Wasserstoff, Kohlenstoffmonooxid und Ethen. Heute erfolgt die industrielle Gewinnung hauptsächlich in einer exothermen Gleichgewichtsreaktion aus Synthesegas bei 400 °C und 200 Bar mit Hilfe eines ZnO/Cr2O3-Katalysators:    

CO  +  2 H2  reagiert in Gleichgewichtsreaktion zu   CH3OH      ΔHR = −119 kJ/mol 
Seite oben Verwendung
Die chemische Industrie benötigt Methanol zur Herstellung von Formaldehyd, Methylamin und Ether, sowie für andere organische Produkte. Methylalkohol eignet sich auch als Lösungsmittel für Lacke und Firnisse oder als Treibstoff und Benzinersatz. Früher wurde er als Raketentreibstoff verwendet. Heute wird er in der Weltraumfahrt zur Füllung von Brennstoffzellen benötigt.


Weitere Infos

Alkohole als Stoffgruppe
in der organischen Chemie
© Thomas Seilnacht / Benutzerhandbuch / Lizenzbestimmungen / Impressum / Datenschutz / Literaturquellen