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| Eigenschaften:
Im reinen Zustand ist Strontium ein silberweiß glänzendes, relativ weiches Leichtmetall, das an der Luft gelbgrau anläuft. Dabei reagiert es zu Strontiumoxid (SrO) und wandelt sich später unter dem Einfluss von Luftffeuchtigkeit zu Strontiumhydroxid (Sr(OH)2) um. Es existieren drei Modifikationen: Oberhalb von 232°C geht das kubische a-Strontium in hexagonales b-Strontium über. Dieses wandelt sich oberhalb von 540°C in kubisch raumzentriertes g-Strontium um. Strontium ist ein sehr unedles Metall, das beim Erhitzen an der Luft mit hellem Licht unter Funkensprühen verbrennt. Es lässt sich auch durch Reibung an einem harten Gegenstand entzünden, in Pulverform verbrennt es sogar spontan. Mit Wasser und verdünnter Salzsäure reagiert es heftig unter Bildung von Wasserstoff und den entsprechenden Salzen: Sr + 2 H2O -----> Sr(OH)2 + H2 Sr + 2 HCl -----> SrCl2 + H2 Mit Wasserstoff reagiert es bei Raumtemperatur zu Strontiumhydrid. Bei höheren Temperaturen reagiert es auch mit den Halogenen, mit Schwefel, Stickstoff, Phosphor und Kohlenstoff zu den entsprechenden Salzen. Strontiumsalze erzeugen bei der Flammprobe eine typische, rote Flammenfarbe. |
| Vorkommen:
Mit einem Massenanteil von 0,014 % steht Strontium an 22. Stelle der Elementhäufigkeit. Es steht damit zwischen Nickel und Vanadium. In der Natur kommt es nicht elementar vor. Die wichtigsten Strontiumminerale sind der Coelestin (Strontiumsulfat) und der Strontianit (Strontiumcarbonat). Die wichtigsten Coelestin-Lagerstätten liegen in Mexiko, Marokko, Spanien, Algerien, Tunesien, Türkei und im Iran. Die bekanntesten Coelestine für Mineraliensammler kommen aus Madagaskar. Sie zeichnen sich durch ihre Blaufärbung aus. |
| Geschichtliches:
Das Element wurde im Jahre 1795 von dem schottischen Arzt Adair Crawford (1748-1795) in Edinburgh entdeckt. Er untersuchte das in der Nähe des Ortes Strontian gefundene Mineral Strontianit und stellte fest, dass sich die Flammenfärbung bei der Flammprobe des gemahlenen Minerals im Gegensatz zum Calcium geringfügig unterschied. Sir Humphry Davy gelang es im Jahre 1808 als erstem, metallisches Strontium in unreiner Form herzustellen. Sehr reines Strontium stellten die deutschen Chemiker R.W. Bunsen und A. Matthiesen in Heidelberg durch eine Schmelzflusselektrolyse von Strontium- und Ammoniumchlorid dar. Das Element wurde durch M.H. Klaproth nach dem Mineral Strontianit, bzw. nach der schottischen Ortschaft Strontian benannt. |
| Herstellung:
Nach dem chemischen Aufschluss der Strontiummineralien erhält man Strontiumchlorid oder Strontiumoxid. Das Chlorid kann durch eine Schmelzflusselektrolyse unter Zugabe von Kaliumchlorid zur Senkung der Schmelztemperatur hergestellt werden. Das Oxid lässt sich mit Hilfe von Aluminiumgrieß reduzieren: 3 SrO + 2 Al -----> Al2O3 + 3 Sr Man erhält unreines Strontium, das durch eine nachfolgende Vakuumdestillation gereinigt wird. |
| Verwendung:
Das Metall Strontium besitzt nur einen geringen technischen Nutzen. In geringem Umfang wird es für Elektronenröhren, zum Härten von Bleiplatten in Akkumulatoren, zum Entfernen von Schwefel und Phosphor aus Stahl und zur Härtung harter Spezialstähle verwendet. Von größerer Bedeutung sind die Strontiumverbindungen. Strontiumnitrat erzeugt in Feuerwerkskörpern und Signalraketen die rote Farbe. Strontiumoxid wird dem Glas von Fernsehbildschirmen zur Strahlungsverminderung beigemischt. Strontiumbromid ist ein in der Medizin verwendetes Beruhigungsmittel. Das radioaktive Isotop Sr-90 ist ein vielfach verwendeter Betastrahler. Es wird als Markierungssubstanz, zur Dickenmessung und in der Nuklearmedizin zur Strahlentherapie eingesetzt. In Strontiumbatterien dient es zur direkten Umwandlung von Betastrahlung in elektrische Energie. Derartige Batterien halten bis zu 25 Jahre. Sie werden in Schweizer Uhren, in tragbaren Fernsehern oder in Funktelefonen eingesetzt. |
| Copyright: Thomas Seilnacht |