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Schwefelwasserstoff                                           H2S
 
 
 
T +  sehr giftig   
F +  hochentzündlich   
N    umweltgefährlich   
  
   
farbloses Gas  
mit Geruch  
nach faulen Eiern  
   
  
natürl. Vorkommen:  
in Sümpfen und Kläranlagen bei Fäulnisprozessen
RS-Sätze: R 12, 26, 50  
S 9, 16, 36, 38, 45, 61 
MAK: 10 ml/m3  
MG: 34,081 g/mol  
Dichte: 1,5392 g/l  
Schmelztemperatur: -85,5 °C  
Siedetemperatur: -59,55 °C  
Wasserlöslichkeit (sauer): 
bei 20 °C 2,61l/l  
andere Löslichkeiten: 
org. Lösungsmittel  
Explosionsgrenze: 
4,3 - 45,5 Vol.-% (Luft)
 
Wirkung auf den menschlichen Körper:  
Schwefelwasserstoff ist ein hochgiftiges Gas, das fast so giftig wie Blausäure wirkt. Aufgrund des üblen, nach faulen Eiern riechenden Geruchs wird das Gas schon in geringsten Konzentrationen wahrgenommen. Die Geruchsschwelle liegt bei 0,15mg/m3. Es kann aber allmählich eine Abstumpfung stattfinden. Luft, die nur wenige Prozent des Gases enthält, wirkt innerhalb weniger Sekunden tödlich, Vergiftungen mit kleineren Mengen führen zu Schwindel, Atemnot und Errregungszuständen. Die Giftwirkung beruht auf einer Umwandlung des Blutfarbstoffes Hämoglobin zu Sulfhämoglobin, einer Schwefelverbindung. Dadurch wird das Atemzentrum gelähmt, dem eine Schädigung des Herzens folgt. Bei Vergiftungsfällen sollte viel frische Luft geatmet und gegebenenfalls auch künstlich beatmet werden.
 
Eigenschaften:  
Schwefelwasserstoff ist ein farbloses, brennbares Gas, das geringfügig schwerer als Luft ist. Es ist in Wasser schwach und in Ethanol etwas besser löslich ist. Wässrige Lösungen sind nicht beständig, da der Schwefelwasserstoff durch den gelösten Sauerstoff oxidiert wird:  
 
2 H2S  +  O2  ----->  2 S  +  2 H2 
  
Eine gesättigte Lösung besitzt einen pH-Wert von 4,5 und reagiert schwach sauer. Beim Erhitzen zerfällt Schwefelwasserstoff in Wasserstoff und Schwefel. Beim Anzünden an der Luft verbrennt er zu Wasser und Schwefeldioxid. Mit Metallen bildet er bei Anwesenheit von Feuchtigkeit Metallsulfide, z.B. mit Eisen Eisensulfid, mit Chlor Chlorwasserstoff und mit Schwefelsäure Schwefel und Schwefeldioxid. 
   
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Schwefelwasserstoffnachweis mit Bleiacetatpapier (>Versuchsbeschreibung)
  
Der Nachweis von Schwefelwasserstoff erfolgt entweder am Geruch oder mit Bleiacetatpapier. Dabei entsteht bräunlich-schwarzes Bleisulfid: 
  
H2S  +  Pb2+  ----->  PbS  +  2 H+ 
  
Silbermünzen reagieren mit Schwefelwasserstoff unter Bildung von schwarzem Silbersulfid. Aus diesem Grund verfärben sich Silberlöffel, wenn man mit ihnen Eier isst. 
  
 
Der untere Silberlöffel ist durch den Kontakt mit schwefelhaltigen Eiern schwarz angelaufen
 
Herstellung:  
Im Labor kann Schwefelwasserstoff durch die Einwirkung von Salzsäure auf Eisen(II)-sulfid erhalten werden:  
 
FeS  +  2 HCl  ----->  FeCl2  +  H2 
  
In der Technik erfolgt die Herstellung durch die Reaktion von Schwefel und Wasserstoff bei ca. 350 °C mit Hilfe von Katalysatoren 
 
S  +  H2  ----->  H2  DHR = -21 kJ/mol 
  
Schwefelwasserstoff fällt auch in großen Mengen bei der Entschwefelung von Erdöl an.
 
Verwendung:  
Zur Schwefelgewinnung (aus Erdöl); zur Herstellung von Sulfiden, z.B. Natriumsulfid oder Natriumhydrogensulfid und von organischen Schwefelverbindungen (Thiole, Thiophene); im chemischen Labor als Fällungsreagenz.
 
 
deutscher
Name
englischer
Name
CAS-
Nummer
Schwefelwasserstoff
Hydrogen sulfide
7783-06-4
 
Hinweis: Schwefelwasserstoff sollte an Schulen höchstens in geringsten Mengen (beim Versuch Eisensulfid + Salzsäure) erzeugt werden. Dabei ist auf eine gute Raumlüftung zu achten. Aufgrund der niederen Geruchsschwelle ist die Gefahr einer Vergiftung aber relativ gering.
 
 
Copyright: T. Seilnacht