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  Schwefelwasserstoff   H2S 
  
  
  
Farbloses Gas   
mit Geruch   
nach faulen Eiern   
    
   
Natürliches Vorkommen   
in Sümpfen und Kläranlagen 
bei Fäulnisprozessen
Molmasse  34,081 g/mol   
 
AGW  5 ml/m3 (MAK)  
Dichte  1,5359 g/l  (Gas, 0 °C, 1013 hPa) 
(H2S : Luft = 1,19) 
Schmelzpunkt  -85,5 °C   
Siedepunkt  -59,55 °C   
Wasserlöslichkeit 
Konz. bei 20 °C 2,61 l/l 
Explosionsgrz.  4,3 - 45,5 Vol.-% (Luft) 
Zündpunkt  270 °C
Piktogramme 
GHS 02  
GHS 04  
GHS 06 
GHS 09 
Gefahr 
Gefahrenklassen + Kategorie 
  
Entzündbare Gase 1 
Gase unter Druck, verdicht. Gas 
Akute Toxizität inhalativ 2 
Gewässergefährdend akut 1
HP-Sätze (siehe Hinweis)  
H 220, 280, 330, 400 
P 210, 260, 273, 280.3+7, 377, 
304+340, 310 
  
Entsorgung  besondere Hinweise 
  Deutscher Name Englischer Name
CAS  7783-06-4 Schwefelwasserstoff Hydrogen sulfide
  
Bemerkung für Schulen: Schwefelwasserstoff sollte an Schulen höchstens in geringsten Mengen (beim Versuch Eisensulfid + Salzsäure) erzeugt werden. Dabei ist auf eine gute Raumlüftung zu achten. Aufgrund der niederen Geruchsschwelle ist die Gefahr einer Vergiftung aber relativ gering. Gasflaschen mit Schwefelwasserstoff dürfen nicht an Schulen gelagert werden.
  
 
Wirkung auf den menschlichen Körper   
  
Schwefelwasserstoff ist ein stark toxisches Gas, das fast so toxisch wie Blausäure wirkt. Aufgrund des üblen, nach faulen Eiern riechenden Geruchs wird das Gas schon in geringsten Konzentrationen wahrgenommen. Die Geruchsschwelle liegt bei 0,15mg/m3. Es kann aber allmählich eine Abstumpfung stattfinden. Luft, die nur wenige Prozent des Gases enthält, wirkt innerhalb weniger Sekunden tödlich, Vergiftungen mit kleineren Mengen führen zu Schwindel, Atemnot und Errregungszuständen. Die Giftwirkung beruht auf einer Umwandlung des Blutfarbstoffes Hämoglobin zu Sulfhämoglobin, einer Schwefelverbindung. Dadurch wird das Atemzentrum gelähmt, dem eine Schädigung des Herzens folgt. Bei Vergiftungsfällen sollte viel frische Luft geatmet und gegebenenfalls auch künstlich beatmet werden.
   
  
Eigenschaften   
  
Schwefelwasserstoff ist ein farbloses, brennbares Gas, das geringfügig schwerer als Luft ist. Es ist in Wasser mäßig und in Ethanol gut löslich. Dabei bildet sich eine leicht saure Lösung. Wässrige Lösungen sind nicht beständig, da der Schwefelwasserstoff durch den gelösten Sauerstoff oxidiert wird:   
  
2 H2S  +  O2  ----->  2 S  +  2 H2  
   
Eine gesättigte Lösung besitzt einen pH-Wert von 4,5 und reagiert schwach sauer. Beim Erhitzen zerfällt Schwefelwasserstoff in Wasserstoff und Schwefel. Beim Anzünden an der Luft verbrennt er zu Wasser und Schwefeldioxid. Mit Metallen bildet er bei Anwesenheit von Feuchtigkeit Metallsulfide, z.B. mit Eisen Eisensulfid, mit Chlor Chlorwasserstoff und mit Schwefelsäure Schwefel und Schwefeldioxid.  
    
  
Schwefelwasserstoffnachweis mit Bleiacetatpapier 
 
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Mit Schwefelwasserstoff färbt sich Bleiacetatpapier bräunlich.
(Versuchsbeschreibung)
 
  
Der Nachweis von Schwefelwasserstoff erfolgt entweder am Geruch oder mit Bleiacetatpapier. Dabei entsteht bräunlich-schwarzes Bleisulfid:  
   
H2S  +  Pb2+  ----->  PbS  +  2 H+  
   
Silbermünzen reagieren mit Schwefelwasserstoff unter Bildung von schwarzem Silbersulfid. Aus diesem Grund verfärben sich Silberlöffel, wenn man mit ihnen Eier isst.  
   
  
Reaktion von Silberbesteck mit Schwefelwasserstoff
 
 
Der untere Silberlöffel ist durch den Kontakt
mit schwefelhaltigen Eiern schwarz angelaufen
 
   
Herstellung  
  
Im Labor kann Schwefelwasserstoff durch die Einwirkung von Salzsäure auf Eisen(II)-sulfid erhalten werden:   
  
FeS  +  2 HCl  ----->  FeCl2  +  H2  
   
In der Technik erfolgt die Herstellung durch die Reaktion von Schwefel und Wasserstoff bei ca. 350 °C mit Hilfe von Katalysatoren  
  
S  +  H2  ----->  H2  DHR = -21 kJ/mol  
   
Schwefelwasserstoff fällt auch in großen Mengen bei der Entschwefelung von Erdöl an.
   
  
Verwendung   
  
Schwefelwasserstoff dient zur Schwefelgewinnung aus Erdöl, zur Herstellung von Sulfiden, zum Beispiel von Natriumsulfid oder Natriumhydrogensulfid und von organischen Schwefelverbindungen (Thiole, Thiophene). Im chemischen Labor wird er als Fällungsreagenz eingesetzt.
   
 
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