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Silicium                                           14Si
engl. silicon; lat. silex ("Kieselstein")
  
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Silicium-Bruchstück aus einem Einkristall
relat. Atommasse: 
Ordnungszahl:  
Schmelzpunkt:  
Siedepunkt:   
Oxidationszahlen:  
Dichte:  
Härte (Mohs):  
Elektronegativität:  
Atomradius:   
Elektronenkonfig.:  
natürl. Häufigkeit  

   
 

28,0855   
14   
1414°C   
3265 °C   
4, 2, -4   
2,33 g/cm³  
6,5   
1,9 (Pauling)   
117,6 pm  
[Ne]3s²3p²  
Si-28: 92,223%
Si-29: 4,685%
Si-30: 3,092%
 
 
 
Eigenschaften:  
Reines Silicium bildet dunkelgrau, metallisch glänzende Kristalle, die eine diamantähnliche Gitterstruktur besitzen. Dies erklärt auch seine relativ große Härte. Graphitähnliche Strukturen kommen nicht vor. In dünnen Schichten erscheinen die Kristalle durchscheinend. Daneben existiert ein dunkelbraunes, amorphes Pulver, das aber im mikrokristallinen Bereich einen ähnlichen Aufbau wie die Kristalle aufweist. Silicium verringert wie Bismut, Gallium oder Wasser beim Schmelzen sein Volumen um etwa 10% und dehnt sich beim Erstarren wieder aus. Die thermische Leitfähigkeit ist sehr hoch, die elektrische Leitfähigkeit bei reinem Silicium sehr gering. Die elektrische Leitfähigkeit des Siliciums steigt mit zunehmender Temperatur.   
  
 
Silicium-Einkristall (Spitze abgesägt)
  
  
Durch das geringfügige Verunreinigen, bzw. durch das Dotieren mit Fremdatomen (z.B. mit Aluminium oder mit Antimon) kann die elektrische Leitfähigkeit ebenfalls erhöht werden. Man erhält dann einen Halbleiter.  
   
Silicium ist nur sehr wenig reaktionsfähig. Es ist unlöslich in Wasser und Säuren, es wird aber von heißen Alkalilaugen zu den entsprechenden Silicaten aufgelöst:  
  
Si  +  2NaOH  +  H2O  ----->  Na2SiO3  +  2H2  
  
Mit den Halogenen - vor allem mit Fluor - reagiert es bereits bei Zimmertemperatur:  
  
Si  +  2F2  ----->  SiF4   DHR = -1620 kJ/mol  
  
An der Luft verbrennt es erst oberhalb von 1000°C zu Silicium(IV)-oxid (Quarz):  
  
Si  +  O2  ----->  SiO2   DHR = -912 kJ/mol  
  
Bei sehr hohen Temperaturen reagiert es auch mit Stickstoff zu Siliciumnitrid Si3N4, mit Kohlenstoff zu Siliciumcarbid SiC und mit Schwefel zu Siliciumdisulfid SiS2. Silicium lässt sich mit Metallen zu Siliciden legieren. 
 
 
Vorkommen:  
Siliciumatome machen 25,8% Masseanteil in der Erdhülle aus, damit steht Silicium in der Elementhäufigkeit an 2. Stelle nach Sauerstoff. Zahlreiche Mineralien enthalten in ihrem Aufbau Siliciumatome. In der Natur kommen Siliciumatome jedoch nie elementar vor, sondern immer gebunden in anorganischen Mineralien, z.B. im Quarz oder in den Silicaten (Beryll, Olivin, Feldspat, Glimmer, Turmalin). Etwa 90% der Erdkruste besteht aus Siliciumineralien. Merkwürdigerweise findet man im Tier- und Pflanzenreich nur spurenweise Siliciumatome.  
   
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Bergkristall gehört zur Familie der Quarze (Siliciumdioxid)
 
 
Geschichtliches:  
Der schwedische Chemiker Jöns Jakob Berzelius (1779-1848) stellte im Jahre 1823 als erster das Element aus Siliciumtetrafluorid her. Er benannte es anfangs mit dem lateinischen Wort Silex ("Kieselstein"), da Silicium beim Verbrennen in Kieselerde (SiO2) übergeht. Reines Silicium stellte Sainte-Claire Deville im Jahre 1854 her. Die im Jahre 1831 von Thomas Thompson vorgeschlagene englische Bezeichnung "silicon" sollte auf die Ähnlichkeit des Elements mit Kohlenstoff ("carbon") und Bor ("boron") hinweisen. Gegen Ende des 20. Jahrhunderts spielte Silicium zunehmend eine große Rolle bei der Entwicklung der Photovoltaik.  
   
 
J.J. Berzelius (1779-1848) 
 
 
Herstellung:  
Im Labor kann Silicium aus Quarzsand durch Reduktion hergestellt werden: Man mischt 2 Spatel Quarzsand und 3 Spatel Magnesiumpulver in einem Reagenzglas und erhitzt kräftig mit einer Brennerflamme (Arbeitsblatt mit Sicherheitsvorkehrungen zum Download).  
 
 
Die Ausgangsstoffe: Magnesium und Quarzsand
  
  
Unter Aufglühen oder Feuererscheinungen reduziert das Magnesium den Quarzsand zu Silicium:  
  
SiO2  +  2Mg  ----->  2MgO  +  Si  
  
Das entstehende Silicium reagiert mit noch vorhandenem Magnesium teilweise weiter zu Magnesiumsilicid:  
  
Si  +  2Mg  ----->  Mg2Si  
 
 
 
Reduktion des Quarzsandes
  
  
Durch Zugabe von 10%iger Salzsäure reagieren das gebildete Magnesiumsilicid und das Magnesiumoxid weiter zu Magnesiumchlorid, bzw. zu Siliciumwasserstoff:  
  
MgO  +  2HCl  ----->  MgCl2  +  H2O  
Mg2Si  +  4HCl  ----->  SiH4  +  2MgCl2  
  
Siliciumwasserstoffe werden auch als Silane bezeichnet. Sie sind pyrophor und verbrennen an der Luft explosionsartig zu Siliciumdioxid und Wasser.  
 
 
    Reinigung des Siliciums und Explosion der Silane 
   
  
Anschließend dampft man die vebleibende Flüssigkeit ab und zerreibt das getrocknete Roh-Silicium in einer Porzellanschale. 
 
 
Roh-Silicium nach dem Adampfen der Salzsäure 
  
  
In der Technik wird der Quarz mit Kohlenstoff reduziert:  
  
SiO2  +  2C  ----->  Si  +  2CO  
  
Das dabei entstandene Rohsilicium enthält noch zahlreiche Verunreinigungen. Daher setzt man das Rohsilicium mit Salzsäure zunächst zu Trichlorsilan um:  
  
Si  +  3HCl  -----> SiHCl3  +  H2  
  
Durch eine Destillation bei ca. 35°C wird das Trichlorsilan von den Verunreinigungen abgetrennt und an dünnen, glühenden Stäben von 2 Metern Länge aus Reinstsilicium zersetzt. Dabei scheidet sich reines, polykristallines Silicium ab. Zur Herstellung von Silicium-Einkristallen schmilzt man das polykristalline Silicium in Quarztiegeln. An einem dünnen Impfkristall, der in die Schmelze getaucht wird, wächst beim langsamen Herausziehen unter Rotation ein großer Silicium-Einkristall:  
   
 
Das Tiegelziehverfahren: Herstellung eines Silicium-Einkristalls (Bild: Wacker Siltronic)
 
 
Multimediashow: Vom Quarz zum Mikrochip 
 
 
 
Verwendung:  
Die gewonnenen Silicium-Einkristalle werden in dünne Scheiben zersägt. Diese werden auch als "Wafer" bezeichnet. Sie stellen das wichtigste Rohmaterial zur Herstellung von Mikrochips und Halbleitern dar. Auch in der Photovoltaik nimmt Silicium zunehmend eine bedeutende Stellung zur Herstellung von Solarzellen ein.  
 
 
Solarzellen bestehen aus Platten mit kristallinem Silicium
   
   
Technisches (unreines) Silicium wird vor allem als Desoxidationsmittel bei der Stahlherstellung verwendet. Das zugegebene Silicium entfernt in der Metallschmelze die als Metalloxide vorliegenden Verunreinigungen und bindet sie, so dass die Produkte in der Schlacke abgeschöpft werden können. Außerdem dient Silicium zur Legierung verschiedener Metalle wie Aluminium, Eisen oder Kupfer.  
 
 
 
Weitere Informationen:
 
Multimediashow: Vom Quarz zum Mikrochip
 
Solarenergie und Solarzellen
 
 
 Copyright: Thomas Seilnacht