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Reines
Silicium bildet dunkelgrau, metallisch glänzende Kristalle, die eine
diamantähnliche Gitterstruktur besitzen. Dies erklärt auch seine
relativ große Härte. Graphitähnliche
Strukturen kommen nicht vor. In dünnen Schichten erscheinen die Kristalle
durchscheinend. Daneben existiert ein dunkelbraunes, amorphes Pulver, das
aber im mikrokristallinen Bereich einen ähnlichen Aufbau wie die Kristalle
aufweist. Silicium verringert wie Bismut, Gallium
oder Wasser beim Schmelzen sein Volumen um etwa 10% und dehnt sich beim
Erstarren wieder aus. Die thermische Leitfähigkeit
ist sehr hoch, die elektrische Leitfähigkeit
bei reinem Silicium sehr gering. Die elektrische Leitfähigkeit des
Siliciums steigt mit zunehmender Temperatur.
Durch das geringfügige Verunreinigen, bzw. durch das Dotieren mit Fremdatomen (z.B. mit Aluminium oder mit Antimon) kann die elektrische Leitfähigkeit ebenfalls erhöht werden. Man erhält dann einen Halbleiter. Silicium ist nur sehr wenig reaktionsfähig. Es ist unlöslich in Wasser und Säuren, es wird aber von heißen Alkalilaugen zu den entsprechenden Silicaten aufgelöst: Si + 2 NaOH + H2O Mit den Halogenen - vor allem mit Fluor - reagiert es bereits bei Zimmertemperatur: Si + 2 F2 An der Luft verbrennt es erst oberhalb von 1000°C zu Silicium(IV)-oxid (Quarz): Si + O2 Bei sehr hohen Temperaturen reagiert es auch mit Stickstoff zu Siliciumnitrid Si3N4, mit Kohlenstoff zu Siliciumcarbid SiC und mit Schwefel zu Siliciumdisulfid SiS2. Silicium lässt sich mit Metallen zu Siliciden legieren.
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Siliciumatome
machen 25,8% Masseanteil in der Erdhülle aus, damit steht Silicium
in der Elementhäufigkeit an 2. Stelle nach
Sauerstoff. Zahlreiche Mineralien enthalten in ihrem Aufbau Siliciumatome.
In der Natur kommen Siliciumatome jedoch nie elementar vor, sondern immer
gebunden in anorganischen Mineralien, so im im Quarz
oder in den Silicaten (Beryll, Olivin,
Feldspat, Glimmer,
Turmalin). Etwa 90% der Erdkruste
besteht aus Siliciumineralien.
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Der
schwedische Chemiker Jöns Jakob
Berzelius (1779-1848) stellte im Jahre 1823 als erster das Element
aus Siliciumtetrafluorid her. Er benannte es anfangs mit dem lateinischen
Wort Silex ("Kieselstein"), da Silicium beim Verbrennen in Kieselerde
(SiO2) übergeht. Reines Silicium stellte Sainte-Claire
Deville im Jahre 1854 her. Die im Jahre 1831 von Thomas Thompson vorgeschlagene
englische Bezeichnung "silicon" sollte auf die Ähnlichkeit des Elements
mit Kohlenstoff ("carbon") und Bor
("boron") hinweisen. Gegen Ende des 20. Jahrhunderts spielte Silicium
zunehmend eine große Rolle bei der Entwicklung der Photovoltaik.
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| Im
Labor kann Silicium aus Quarzsand durch Reduktion hergestellt werden: Man
mischt 2 Spatel Quarzsand und 3 Spatel Magnesiumpulver
in einem Reagenzglas und erhitzt kräftig mit einer Brennerflamme.
Unter Aufglühen oder Feuererscheinungen reduziert das Magnesium den
Quarzsand (SiO2) zu Silicium (Si). Das entstehende Silicium
reagiert mit noch vorhandenem Magnesium teilweise weiter zu Magnesiumsilicid:
SiO2 + 2 Mg Si + 2 Mg
Durch Zugabe von 10%iger Salzsäure reagieren das gebildete Magnesiumoxid und das Magnesiumsilicid weiter zu Magnesiumchlorid und zu Siliciumwasserstoff: MgO + 2 HCl Mg2Si + 4 HCl Siliciumwasserstoffe werden auch als Silane bezeichnet. Sie sind pyrophor und verbrennen an der Luft explosionsartig zu Siliciumdioxid und Wasser. Anschließend dampft man die verbleibende Flüssigkeit ab und zerreibt das getrocknete Roh-Silicium in einer Porzellanschale.
In der Industrie wird der Quarz mit Kohlenstoff reduziert: SiO2 + 2 C Das dabei entstandene Rohsilicium enthält noch zahlreiche Verunreinigungen. Daher setzt man das Rohsilicium mit Salzsäure zunächst zu Trichlorsilan um: Si + 3 HCl Durch eine Destillation bei ca. 35°C wird das Trichlorsilan von den Verunreinigungen abgetrennt und an dünnen, glühenden Stäben von 2 Metern Länge aus Reinstsilicium zersetzt. Dabei scheidet sich reines, polykristallines Silicium ab. Zur Herstellung von Silicium-Einkristallen schmilzt man das polykristalline Silicium in Quarztiegeln. An einem dünnen Impfkristall, der in die Schmelze getaucht wird, wächst beim langsamen Herausziehen unter Rotation ein großer Silicium-Einkristall:
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Die
gewonnenen Silicium-Einkristalle werden in dünne Scheiben zersägt.
Diese werden auch als "Wafer" bezeichnet. Sie stellen das wichtigste Rohmaterial
zur Herstellung von Mikrochips und Halbleitern dar. Auch in der Photovoltaik
nimmt Silicium zunehmend eine bedeutende Stellung zur Herstellung von Solarzellen
ein.
Technisches (unreines) Silicium wird vor allem als Desoxidationsmittel bei der Stahlherstellung verwendet. Das zugegebene Silicium entfernt in der Metallschmelze die als Metalloxide vorliegenden Verunreinigungen und bindet sie, so dass die Produkte in der Schlacke abgeschöpft werden können. Außerdem dient Silicium zur Legierung verschiedener Metalle wie Aluminium, Eisen oder Kupfer. Siliciumcarbid ist aufgrund seiner großen Härte und des hohen Schmelzpunktes ein bedeutendes Schleifmittel. Es dient zur Herstellung feuerfester Materialien, in Kernkraftwerken wird es als Isolator zwischen den Brennelementen eingesetzt. Es eignet sich auch als Halbleitermaterial, beispielsweise für blau leuchtende Leuchtdioden. |
| Diashow:
Vom Quarz zum Mikrochip
Solarenergie |
| Copyright: Thomas Seilnacht |