Blei Antimon  Ununpentium Polonium  
 Bismut                                              83Bi
 engl. bismuth; alter Name: Wismut ("weiße Masse")
 
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Relat. Atommasse   
Ordnungszahl    
Schmelzpunkt    
Siedepunkt    
Oxidationszahlen     
Dichte    
Härte (Mohs)     
Elektronegativität    
Elektronenkonfig.   
Natürl. Häufigkeit  
  
 
208,98040    
83    
271,3 °C    
1564 °C    
5, 3    
9,79 g/cm³   
2,5    
1,9 (Pauling)     
[Xe]4f145d106s26p3   
Bi-209  100%  
  
 
 

     

Film

45 sek
Kristallines Bismut wird mit einer Brennerflamme erhitzt und danach wieder abgekühlt.
    
  GHS-Piktogramme  
  Gefahr
Gefahren (H-Sätze)  
H 228 

Diese Kennzeichnung gilt für Pulver. 
Das kompakte Metall ist nicht 
kennzeichnungspflichtig.
CAS-Nummer 
7440-69-9 

  
 
 
 
 
Physikalisch-chemische Eigenschaften
Reines Bismut ist ein silbrig glänzendes Schwermetall, das relativ weich und nur wenig spröde ist. Durch geringe Verunreinigungen kann das Metall aber zerbrechlich werden. Die elektrische und thermische Leitfähigkeit des Metalls ist relativ niedrig. Eine Bismutschmelze dehnt sich beim Erstarren aus. Dieses Phänomen ist auch beim Antimon, beim Germanium, beim Gallium und beim Wasser zu beobachten. Bewegt man die Bismutschmelze, dann läuft das Bismut farbig an. Aus der Schmelze lassen sich Kristalle züchten.  
 
 
 Bismutstange

Bismutstange
 

 Im Gegensatz zum Antimon besitzt Bismut einen ausgeprägten Metallcharakter.
   

Im Vergleich zum Antimon besitzt das Bismut einen ausgeprägten Metallcharakter. Bei Raumtemperatur ist es an trockener Luft beständig. Nach starkem Erhitzen verbrennt Bismutpulver mit Luftsauerstoff zu gelbem Bismut(III)-oxid:
  
4 Bi  +  3 O2 reagiert zu  2 Bi2O3      ΔHR = - 1148,6 kJ/mol 
  
Bismut(III)-oxid ist in Wasser nicht löslich und verfärbt sich beim Erhitzen braunrot. Mit Chlor reagiert heißes Bismutpulver unter Aufglühen zu Bismut(III)-chlorid:  
  
2 Bi  +  3 Cl2 reagiert zu  2 BiCl3      ΔHR = - 758,8 kJ/mol 
  
Dieses Salz bildet weiße, zerfließliche Kristalle, die nach Chlorwasserstoff riechen und mit Wasser zu Bismutoxidchlorid reagieren. Bismutpulver reagiert nach dem Erhitzen auch mit Brom, Iod, Schwefel, Selen und Tellur. Mit Stickstoff und Phosphor reagiert es dagegen nicht. Auch Wasser, Salzsäure oder verdünnte Schwefelsäure vermögen das Metall nicht anzugreifen. Mit konzentrierter Salpetersäure reagiert es zu Bismut(III)-nitrat unter Freisetzung von Stickoxiden: 
  
2 Bi  +  6 HNO3   2 Bi(NO3)3  +  3 NO2  +  3 H2O 
   
Toxikologie 
Elementares Bismut und Bismut(III)-oxid haben ein eher niedriges toxisches Potenzial, weil das Metall vom menschlichen Körper im Darm nicht gut aufgenommen wird. Eine Vergiftung äußert sich in einem schwarzgrauen Bismutsaum an der Mundschleimhaut und einer Entzündung der Schleimhäute. Auch Symptome wie bei einer Quecksilbervergiftung können auftreten. Das Einatmen der Stäube kann eine Schädigung der Lunge verursachen.
  
Vorkommen 
Häufigkeit   selten

Bismut kommt i
n der Natur elementar als Gediegen Wismut vor.
Bei den Mineralien wird noch die alte Bezeichnung "Wismut" verwendet. Zu den Erzen zählt der Wismutglanz, der Wismutocker (Bismutoxid) oder die Wismutblende (Bismutsilicat). Wismutminerale findet man in Deutschland im Erzgebirge oder im Schwarzwald. Gediegen Wismut und die Wismutminerale spielen bei der Metallgewinnung jedoch keine bedeutende Rolle mehr. Das Metall fällt als Nebenprodukt bei der Verhüttung von Blei,- Kupfer- und Zinnerzen an. Bismut liefern heute vor allem China, Mexiko, Peru, Kanada und Bolivien.


   
  Wismut gediegen aus dem Erzgebirge

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 Bismut kommt in der Natur elementar vor.
 
 
Geschichte 
Im 15. Jahrhundert fanden die Bergleute im Erzgebirge ein Metall, das sie bis dahin nicht kannten. Anfangs hielten sie es für Antimon, Zink oder Zinn. Das Metall wurde im Jahre 1527 erstmals von dem Arzt und Alchemist Paracelsus (1493-1541) beschrieben.   
 
  
 Theophrastus Bombastus von Hohenheim (Paracelsus)

Paracelsus

 Paracelsus beschrieb als erster das Metall.
 
 
Der sächsische Arzt und Mineraloge Georgius Agricola (1494-1555) beschrieb im Jahr 1530 die Herstellung des Metalls, das er "Plumbum cinereum" nannte, was soviel wie "aschgraues Blei" bedeutet. Den Elementcharakter des Metalls erkannten im 18. Jahrhundert der deutsche Chemiker Johann Heinrich Pott (1692-1777), die schwedischen Chemiker Carl Wilhelm Scheele (1742-1786) und Torbern Olof Bergmann (1735-1784), sowie der französische Chemiker Claude-Francois Geoffroy (1729-1753). Der ursprüngliche Name "Wismut" geht auf den Begriff "wisemat" der Bergleute zurück und bedeutet so viel wie "weiße Masse". Eine andere mögliche Deutung der Herkunft des Namens bezieht sich auf die erstmalige Ausbeutung (=Mutung) des Erzes "in der Wiesen" bei Schneeberg oder St. Georgen im Erzgebirge. Daraus entstand vielleicht das Wort "Wiesemutung", aus dem später "Wismut" wurde. Der heutige Name "Bismut" bezieht sich auf das lateinische Wort. Das chemische Symbol Bi vergab J.J. Berzelius im Jahre 1814.  
  
Herstellung     
Die Gewinnung von Bismut aus Bismutoxid ist durch eine Reduktion mit Kohle möglich:  
  
2 Bi2O3  +  3 C   4 Bi  +  3 CO2   
  
Bismut fällt aber auch als Nebenprodukt bei der Verhüttung von Blei,- Kupfer- und Zinnerzen an. Bismuthaltiges Blei wird nach dem Kroll-Betterton-Verfahren mit Calcium und Magnesium legiert. Die Zusätze bilden mit dem vorhandenen Bismut "Wismutschaum", der aufgrund der geringen Dichte auf der Schmelze aufschwimmt. In allen Verfahren erhält man rohes, unreines Bismut, das anschließend durch Erhitzen mit Sauerstoff von den Verunreinigungen wie Antimon, Arsen, Blei oder Eisen befreit wird.  
  
Verwendung 
Bismut dient vor allem zur Herstellung von Metalllegierungen mit niedriger Schmelztemperatur. Woodsches Metall lässt sich durch das Zusammenschmelzen von 50% Bismut, 25% Blei, 12,5% Zinn und 12,5% Cadmium herstellen. Diese Legierung schmilzt bereits bei 70°C. Sie wird in Weichloten, in Heizbadflüssigkeiten oder in automatischen Brandmeldern und Sprinkeranlagen als Schmelzsicherung eingesetzt. Bismut-Mangan-Legierungen werden zum Bau von Dauermagneten verwendet. Aufgrund der niedrigen Schmelztemperatur dient flüssiges Bismut auch als Kühlmittel in Kernreaktoren. Die chemische Industrie verwendet Bismut als Katalysator. Die chemische Verbindung Bismuttellurid  Bi2Te erzeugt in Peltier-Elementen Kälte. Ein Großteil des Bismuts wird zur Herstellung von pharmazeutischen Bismutpräparaten verwendet. Bismutsubnitrat wirkt beispielsweise desinfizierend, geruchsbeseitigend und blutstillend.  
    
  
Sprinkler aus einer Sprinkleranlage


Sprinkler 
 
 Sprinkler enthalten niedrig schmelzende Legierungen mit Bismut.
 
 
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